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3. DEZ 2018

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In Rekordzeit Richtung Frankreich?

(nn) - Florenz, Sonntag, 2. Dezember. Nachdem er von Juni (bis 2011) über Dezember (2012) und Oktober (2013) durch den in jedem Jahr aufs neue durcheinandergewirbelten italienischen Rennkalender nun wohl endgültig im Dezember angekommen und mal eben von 110.000 auf 154.000 Euro aufgestockt worden ist, genießt der zum 72. Mal ausgetragene Gran Premio Duomo wie in goldenen Zeiten den Status der Kategorie I und ist damit „»gnädig« in die UET-Masters-Serie aufgenommen.

Großartige Resonanz bei den Ställen rief diese pekuniäre Aufwertung nicht hervor. Ausländische Interessenten zeigten der Weltkulturerbe-Stadt am Arno und ihrer 1000 Meter-Piste von Visarno - die hat 2013 das ehrwürdige, 200 Meter kürzere, im Frühjahr 2012 geschlossene La Mulina als Austragungsort abgelöst - komplett die kalte Schulter. Auch die inländische Begeisterung hielt sich mit acht Teilnehmern - Tornado del Pino wurde gestrichen -, von denen der alte Schwede Arazi Boko ein Dauer-Import ist, in deutlichen Grenzen.

Entschädigt wurde der Veranstalter durch einen neuen Bahnrekord, den der auch schon in Vincennes erfolgreiche Urlo dei Venti bei seinem achten Gruppe-Sieg auf 1:10,5 schraubte und damit um sagenhafte 0,9 Sekunden unter der im Vorjahr von Peace of Mind in eben diesem Klassiker erzielten Marke blieb. Die neun Jahre eiserne Lady hatte bei diesem Sturmlauf nicht die geringste Chance, an die Titelverteidigung auch nur zu denken, und sprang trotz äußerster Schonung in dritter Position innen im Scheitel der letzten Kurve.

Dort begann sich die Spreu vom Weizen gründlich zu trennen, wobei es schon zuvor alles andere denn ein taktisches Geplänkel war. Antonio Greppi wusste offensichtlich ganz genau, was ihm Trainer Gennaro Casillo beim zweiten Start nach der Doping-Pause - der überlegene Sieger des Oslo Grand Prix war nach einem positiven Befund auf Cortison aus der Wertung des norwegischen Mitteldistanz-Klassikers genommen worden - für ein Geschoss an die Hand gegeben hatte. An der 4 sah sich der Mago d´Amore-Sohn das Gerangel um die Spitze interessiert an, bei dem Peace of Mind (2) gegen den innenliegenden Santiago d´Ete fast einen ausreichenden Vorteil hatte - bis der Daguet Rapide-Sohn das entscheidende Fitzelchen draufsattelte und die forsche Signorina in seinem Fahrwasser verschwand.

Das war zu Beginn der ersten Biege, und dort drückte Greppi das Gaspedal für seinen Schützling resolut durch. Mit Einbiegen auf die Tribünengerade begann Urlo dei Ventis eisernes Regiment, und es war ganz sicher kein Zuckerschlecken für den elf Jahre alten Arazi Boko, dass ihm sein Trainer Alessandro Gocciadoro vor Holger Ehlerts Uragano Trebi´, Tobias del Ronco und Satanasso Fi, für den im Schlussbogen »fini« mit der Trabaktion war, außen den Fahrtwind um die elf Jahre alte Schweden-Nase pfeifen ließ.

Keine Sekunde ließ Greppi die Pace ernsthaft abflauen, so dass der »ältere Herr« nach einer Runde schwer unter Druck geriet, jedoch unter Gocciadoros Hilfen tapfer und unermüdlich weiterlief. Mit Beginn der Zielgeraden begann Urlo dei Ventris Schlussakt der Gala-Show. Während das, was vom Feld halbwegs in Sichtweite blieb, in einem Hauen und Stechen um jeden Zentimeter die Plätze zwei bis fünf unter sich ausfocht - Santiago d´Ete erwies sich dafür auf dem kürzesten Weg um einen Hauch stärker als Uragano Trebi´, die sich ganz außen einbringende Ua Huka und der mittig nie aufgebende Arazi Boko -, machte Antonio Greppi nicht einmal die Hand auf. Flink wie ein Wiesel zog der kleine Dunkelbraune seinen Part eisern durch und gestattete seinem Fahrer mit ausgiebigen Blicken nach hinten die Begutachtung der Konkurrenz.

Man muss kein sonderlich guter Prophet sein, um den nunmehr aus 33 Versuchen 15-fachen Sieger bei 932.010 Euro für einige Auftritte in Vincennes zu erwarten, zumal der große Sport sich in Italien allmählich dem Ende zuneigt; der Prix Ténor de Baune am 23. Dezember beispielsweise könnte zum passenden Sprungbrett Richtung
Prix d`Amérique werden.

ERGEBNIS

Sonntag, 02.12.2018
Florenz / Italien
Gran Premio del Duomo
154.000 € - 1600 m - Autostart
Gruppe I - UET-Masters-Serie - Startzeit: 15:25 Uhr

1.Urlo dei VentiAntonio Greppi1:10,525
2.Santiago d´EteSanto Mollo1:10,8156
3.Uragano Trebi`Roberto Vecchione1:10,860
4.Ua HukaRene Legati1:10,9393
5.Arazi BokoAlessandro Gocciadoro1:10,917
6.Tobias del RoncoAntonio Di Nardo1:13,21181
 Peace of MindFederico Espositod. r.17
 Satanasso FIMaurizio Chelid. r.412
-NS-Tornado del Pino   

Urlo dei Venti - 6j. H. v. Mago d´Amore a. d. Armbro Wealhy v. Malabar Man
Sieg: 25:10 - Platz: 17 - 21 - 18:10 - ZW: 192:10 - Trio: 921:10
Wert: 64.400 - 30.800 - 16.800 - 8.400 - 5.600 € + 28.000 € ZP - Richterspruch: überlegen 2 - K - H - kK - 15 Längen


Hiltje Tjalsma erstmals Europameisterin

Für die Internationalität waren in der Stadt der Medici 13 Amazonen zuständig, die in drei Läufen ihre Europa-Championesse suchten und in der Holländerin Hiltje Tjalsma fanden. Die 39-Jährige, die mit weit über 200 Siegen zu den erfahrensten Teilnehmerinnen gehörte, schlug sozusagen aus kontrollierter Defensive zu und begann mit einem in etwa den Erwartungen entsprechenden sechsten Platz Umberto Mattos.

Die 13 brachte dem zuvor 17-fachen Sieger Sansone Laser und seiner Schweizer Pilotin Nicole Schneider Glück, der sich nach 2020 Metern mit tollem Endspurt gegen die lange führende Rondinella Cla mit Finnlands Saraa Sivonen um eine Länge durchsetzte. Deutschlands Anwärterin Sarah Kube tauchte sofort im hinteren Mittelfeld unter und angelte sich mit 593:10-Außenseiterin Very Good UR, die alles andere als »very good« war, Platz sieben.

Praktisch genauso geringe Chancen wurden der Berlinerin in Lauf zwei zugebilligt, und ihr 598:10-Partner Veloce Bebo hielt sich konsequent an diese Vorgabe. Von der 1 im vierten Paar erst innen, dann außen halbwegs gut untergekommen, wurde der Civil Action-Sohn auf den finalen 300 Metern immer schwächer und passierte die Linie schließlich als Elfter. Erneut kam der Leader Saiano Lod nicht ganz nach Hause: Aus dem dritten Paar außen warf Italiens Elena Villani ihre Tatanka OP wuchtig in die Schlacht und fertigte Hiltje Tjalsmas Partner locker um drei Längen ab.

In Lauf drei musste Sarah Kube zusehen, weil ihre Twilight Lux nicht startfähig war und es kein Ersatzpferd gab. Für die ersten beiden Plätze wiederholte sich der Rennfilm. Die mit Schwedens Jessika Sidbäck wie der Blitz in Front geschossene Ummagumma hatte alle Hufe voll zu tun, die Attacken erst von Noodles Bieffe, dann von Parsifal abzuwimmeln. Hiltje Tjalsma gestand ihrer bei 221:10 notierten Vienna AS alle Schonung dieser Welt zu, und die dankte es ihr mit einem 600 Meter vorm Ziel angesetzten Endspurt, dem die um zwei Längen distanzierte Ummagumma nichts entgegenzusetzen hatte.

Nach dreimal Bronze und zweimal Silber erreichte die Holländerin also erstmals den EM-Gipfel.

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