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2. DEZ 2018

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Goodbye, Jimmy - als »Winner«!

(mw) - Chester / Pennsylvania, Donnerstag, 29. November. Es war längst kein Geheimnis mehr, dass Jimmy Takter die Tage bis zum 1. Dezember zählt - jenem Datum, an dem er die Fahrleinen morgens nicht mehr vom Nagel nehmen wird, um Pferde zu trainieren.

»Erstmals seit bald 40 Jahren hab ich dann keine festen Termine mehr«, hat der 58-jährige gebürtige Schwede in einem großen Interview offenbart, »ich habe das Anfang dieses Jahres schon mal mit einem ausgiebigen Urlaub geübt, und der ist mir exzellent bekommen.«

Seine letzte Fuhre um Geld bestritt Jimmy auf Harrah´s Chester mit Pinkmans kleiner Schwester Im All Pink, und alles im lila-grünen Bereich war nach Ablauf der 1609 Meter für die Zweijährige und ihren Boss dann auch: Aus dem Windschatten der durchweg die Kommandos gebenden, ein Jahr älteren Bag O Chips raufte sich die Explosive Matter-Tochter um eine Viertellänge vorbei, wofür es am Sieg-Toto doppelten Einsatz gab und aufs Konto der Besitzergemeinschaft um Christina Takter 6.000 Dollar. Besser kann man sich ein Debüt auf der einen und ein Adieu auf der anderen Seite kaum wünschen.

Als Trainer verabschiedete sich Takter tags darauf an gleicher Stelle ebenfalls mit einem Winner und zeigte damit, welch gute Saat er seinen Nachfolgern Per Engblom und Nancy Johansson hinterlässt: Den bei 14:10 gelisteten Muscle-Hill-Sohn Hillofamistery verwandelte Josert Fonseca keineswegs mysteriös, sondern eiskalt für den schwedischen Stall Mellby Gård aus dritter Position mit zwei Längen Vorsprung, wofür es gleichfalls 6.000 Dollar gab. Es war der 2157. Trainersieg Takters in Nordamerika aus 9.972 Versuchen; verdient haben seine Schützlinge seit 1991 130.132.900 Dollar.

Am Samstag, 1. Dezember, war er zu Gast in Jägersro beim Uppfödningslöpning und verriet, er habe sich zwei Hintertürchen offen gelassen: »Natürlich ist der Sulkysport für mich nicht aus der Welt. Schließlich hatte ich in den 36 Jahren als Trainer kein Hobby und kannte nichts anders als Rennpferde von morgens bis abends - und manchmal auch in der Nacht. Wann immer Nancy und Per Rat brauchen, werde ich ihnen zur Seite stehen.

Und vielleicht nehme ich bei dem einen oder anderen jungen Pferd auch noch mal die Leinen in die Hand, denn ich werde weiterhin auf meinem Anwesen in New Jersey wohnen, wenn ich nicht auf Reisen bin.
«

Tactical Landing, der zum Ende der Saison großartig in Schwung gekommene Breeders Crown- und TVG-Open-Sieger, wird voraussichtlich vierjährig keine Rennen laufen und wie so viele in der Zucht verschwinden. „»Das ist speziell in seinem Fall äußerst schade, weil er unglaubliches Potential hat und eigentlich erst am Anfang seiner Entwicklung steht. Doch er hat einige Probleme, die sich in Training und Rennen massiv verschlechtern könnten. Die Besitzergemeinschaft will diesbezüglich nichts riskieren.«

Auch die Gründe des Rücktritts erläuterte er noch einmal offen: »Es fiel mir immer schwerer, mich für das höchste Niveau, auf dem ich gearbeitet habe, zu motivieren. Viele haben mir geraten, mit zehn oder 15 Pferden weiterzumachen, aber das wäre nicht mein Ding gewesen. Ich möchte viel Action oder gar keine - und wen jener Besitzer, die mir über Jahre die Treue gehalten haben, hätte ich vor den Kopf stoßen sollen? Nun gilt es erst mal, die Welt zu erkunden. Ich freue mich darauf.«

Takter, seit 1991 als Trainer in den USA etabliert und seit 2000 US-Staatsbürger, zählt zu den erfolgreichsten Trainern Nordamerikas bzw. weltweit. Sechsmal wurde er zum »Trainer of the Year« gewählt; viermal gewannen seine Schützlinge das Hambletonian, gar achtmal schrieben sie sich in die Ehrenliste der Hambletonian Oaks ein. 34 Breeders Crowns - die letzte vor wenigen Wochen durch Tactical Landing - zieren seine Visitenkarte.

Ein Rekord ebenso für die Ewigkeit wie jene sechs von zwölf möglichen »Kronen«, die seine Schützlinge an jenem völlig verregneten, für ihn goldenen Samstagabend des 24. Oktober 2015 samt 2.691.439 Dollar Preisgeld aus dem kanadischen Woodbine abschleppten.

Der Gipfel seiner vielen herausragenden Standardbreds war zweifellos die legendäre Moni Maker, die für ihn mit Wally Hennessey 1998 den Elitloppet, mit Jean-Michel Bazire 1999 den Prix d´Amérique gewonnen hat und 2000 als damals gewinnreichster Traber aller Zeiten abgetreten ist.

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