17. Dez. 2018 · 11:51 Uhr ·

Heute keine Veranstaltungen in Deutschland!

Suche nach Leistungsdaten:

Newsflash-Volltextsuche:

Startseite

News-Flash

2. DEZ 2018

| SCHWEDEN |       | DRUCKVERSION |       | News-Flash als RSS-Feed |

V75: Svantes »halber« Hattrick

(mw) - Jägersro, Samstag, 1. Dezember. 2002 und 2003 hatte Trainer Svante Båth, damals noch in Bergsåker stationiert, dank Luxury Ås und Even Who im »Svensk Uppfödningslöpning« den ersten Doppelschlag gelandet. Der Hattrick blieb ihm im Jahr darauf verwehrt. Nach 13 Jahren Künstlerpause folgte durch Coin Perdu und Global Welcome, nunmehr bereits aus dem neuen Arbeitsumfeld Solvalla, Doublette Nummer zwei, und es stand ausgezeichnet für den schwergewichtigen, für seine exzellente Arbeit mit jungen Pferden gerühmten 54-Jährigen, dass er ihm heuer gelingen möge, hatte er doch fürs Finale vier Kandidaten unter Order, darunter die beiden Solvalla-Vorlaufsieger.

Es wurde nur ein halber Hattrick, denn erstmals im seit 1926 ausgetragenen und damit ältesten Zuchtrennen der Tre Kronors wurden zwei Sieger hochgezogen. Selbst die Vergrößerung des Zielfotos vermochte keine Differenz zwischen Vorausfavorit Bythebook und Belker festzustellen, womit Örjan Kihlström - man mag es kaum glauben - einen der wenigen weißen Flecken auf seiner schwedischen Rennkarte im fortgeschrittenen Alter endlich tilgen konnte. Tatsächlich hatte sich der 56-Jährige bislang noch nicht auf der Ehrentafel verewigen können, auf der mit Heiner Christiansen seit 1999 dank Noir Qualité auch der Name eines Deutschen prangt. Co-Sieger Torbjörn Jansson (64) hingegen hatte sich die Lorbeeren bereits 1996 mit Gardens Mack gesichert.

So turbulent wie zum nervenzerreißenden Ende war es über weite Strecken von Schwedens wertvollster Zweijährigen-Prüfung zugegangen. Grande Diva Sisu versäumte sich weit vor der Startmarke und vermochte nur noch mal zwischenzeitich Anschluss herzustellen. Mit dem Ab patzte Muscle Valky, der erste von Båths Musketieren, im ersten Bogen war es um Master of Trix und Ultion Face geschehen, so dass das Zwölferfeld ruckzuck auf einen Achter geschrumpft war, der echt im Spiel blieb. Von dem gab an der 1 Trix on Line den Steuermann, neben den sich nach 500 Metern der bislang bei fünf Starts unbezwungene Global Adventure legte und seinem Trainingsgefährten und Favoriten Bythebook Deckung bot, der bis dahin das äußere Zugpferd für Alien Kronos und Belker gespielt hatte. So konnte der Bold-Eagle-Sohn Aetos Kronos direkt in den Sog des Tempomachers vorrücken und hatte seinerseits den sehr rumplig in die Party eingestiegenen Staro Nashville im Nacken.


Nach einer Runde wechselte Kihlström mit dem »Viertel-Pacer« Bythebook - dessen Vater Googoo Gaagaa, dreijährig Weltrekordler auf 1000-Meter-Bahnen, stammt vom Pacer Cam´s Rocket ab - in Spur drei und nahm Alien Kronos und Belker mit an die frische Luft. Im Scheitel der Schlusskurve war für den arg strapazierten Global Welcome de Messe im Galopp gesungen, so dass für Trix on Line rosige Aussichten herrschten. Der Trixton-Sohn vermochte sich jedoch nur bis 100 Meter vorm Ziel zu behaupteten. Dann raufte sich erst Aetos Kronos vorbei, und noch einen Tick besser konnten es der schnellste Vorlaufsieger Bythebook und der Scarlet Knight-Sprössling Belker, der sonst oft genug die Führungsarbeit verrichtet hatte und dafür weggeputzt worden war.

Klingelte es für Bythebook zum vierten Mal aus sieben Versuchen, so war es für das Familienpferd der auf der Sonnen-Insel Gotland arbeitenden Jansson, die Züchter, Besitzer und Trainer sind, der dritte aus sieben; dazu kommen je zwei zweite und dritte Plätze für den schon vor dem Ab Reichsten des Dutzends, dessen Konto dank der Prämienchansningen auf 1.629.750 Kronen kletterte.

Obwohl es unterwegs kaum eine Atempause gab, blieben die beiden Kampfhähne mit 1:13,7 recht deutlich über Coin Perdus 1:12,7-Rennrekord - doch das interessierte an diesem historischen Tag allenfalls Statistiker.

»Natürlich träumt man davon, so ein Rennen zu gewinnen, und verschwendet keinen Gedanken daran, den Sieg zu teilen. Selten genug ist ja solch ein Ausgang. Aber gerade hier beweist sich, dass geteilte Freude doppelte Freude ist«, war Sten Jansson überglücklich, schließlich haben Belker und Bythebook einen phantastischen Job gemacht, der keinen Verlierer verdient hätte.«

ERGEBNIS

Samstag, 01.12.2018
Jägersro / Schweden
Svensk Uppfödningslöpning
1.400.000 skr / 140.560 € - 1640 m - Autostart
Gruppe I - Zweijährige - Startzeit: 17:28 Uhr

1.BelkerTorbjörn Jansson1:13,780
1.BythebookÖrjan Kihlström1:13,722
3.Aetos KronosJohan Untersteiner1:13,8138
4.Staro NashvilleJoakim Lövgren1:14.1632
5.Trix On LineChristoffer Eriksson1:14,192
6.Unico BrolineThomas Uhrberg1:14,61057
7.Alien KronosUlf Ohlsson1:14,6117
8.Grande Diva SisuPer Nordström1:14,7100
9.Master Of TrixMattias Djuse1:17,9746
 Global AdventureErik Adielssond. r.45
 Ultion FaceAdrian Kolgjinid. r.329
 Muscle ValkyKen Ecced. r.313

Belker - 2j. H. v. Scarlet Knight a. d. Oki I Can v. Amer I Can
Bythebook - 2j. W. v. Googoo Gagaa a. d. Stelle Value v. Viking Kronos
Sieg: 40 / 11:10 - Platz: 21 - 15 - 27:10 - ZW: 104:10 - Trio: 733 / 3.228:10 - Ri: Kampf, t. R. - 3 - H - 3 - Wert: 525.000 - 525.000 - 350.000 - 175.000 - 87.500 - 52.500 - 35.000 skr

Jairos erstes Gold

Wie die Jungen sungen, zwitscherten rund 75 Minuten später auch die Alten. Die Gulddivisionäre machten es im Meadow Prophets Minne über 2140 Meter, in dem der Lasbeker Jairo im fünften Anlauf auf diesem Level die erste Goldmedaille holte, nicht minder nervenzerfetzend.

Die Wetter hatten in der eine Woche nach dem großen Finale klassemäßig nicht allzu üppig besetzten, dafür auf dem Papier umso offeneren Partie bei 20:10 nichts anderes erwartet - und mussten doch bis zum letzten Meter zumindest um ihre Sieg-Einsätze zittern. Als Blitzstarter hat sich der Love You-Sohn auch in unteren Klassen selten hervorgetan. Joakim Lövgren konnte die 4 kaum nutzen und musste mit ihm hinter dem sehr mäßig trabenden, in Frankreich und Deutschland sicherlich blau ausgehängten B.B.S.Sugarlight und Art on Line mit der dritten Position außen zufrieden sein.

Noch mulmiger wurde die Lage, als sein Hintermann Adrian Kolgjini das Bummelzugtempo im zweiten Bogen nutzte, Dante Boko auf Eroberungstour schickte und sich für die Schlussrunde an die Flanke des Leaders Star Advisor Joli legt, mit dem André Eklundh einem jeden eine Absage erteilte, was die Übernahme des Kommandos betraf. Das sollte sich für den schmucken Fuchs bitter rächen, der 500 Meter vorm Ziel gründlich die Segel strich und bis auf den vorletzten Platz durchgereicht wurde.

Kolgjini junior nutzte die Gunst der Bremshilfe und fuhr rigoros ab. Ein Dante Boko in der Verfassung der Jahre 2015 bis 2017 hätte den Eineinhalb-Längen-Vorteil gegen Jairo, den Lövgren 650 Meter vorm Ziel in Marsch gesetzt und ihn bis 150 Meter vorm Pfosten im Windschatten Dantes die entscheidende Luft hatte schnappen lassen, sicher nicht mehr hergegeben. Doch die Spuren harter Schlachten auch in Italien und Frankreich lassen sich nicht vom Tisch wischen.


Wie ein Löwe fightete sich Jairo Schritt um Schritt näher, mit letzter Kraft hielt der Going Kronos-Sohn dagegen - und war ausweislich des Zielfotos um ein paar Zentimeter doch nur zweite Wahl. Aus sicherer Entfernung von fünf Längen schaute sich Turno di Azzurra an, wie sein Zugpferd Jairo eine Partie zum 23. Mal zu seinen Gunsten hinbog und nun 2.400.198 Kronen reich ist. Weitere zwei Längen dahinter musste Probo OP nach Star Advisor Joli auch Västerboonthenews umschiffen, um die vierte Prämie einzusacken.

Die mit Spannung erwartete Premiere des Fyraåringseliten-Siegers von Solvalla und Oslo Giveitgasandgo im neuen Quartier der Kolgjinis fiel einer Halsinfektion zum Opfer.

ERGEBNIS

Samstag, 01.12.2018
Jägersro / Schweden
Meadow Prophets Minne
415.500 sek / 41.716 € - 2140 - Autostart
Gruppe II - Gulddivisionen - Startzeit: 18:42 Uhr

1.JairoJoakim Lövgren1:12,520
2.Dante BokoAdrian Kolgjini1:12,588
3.Turno Di AzzurraThomas Uhrberg1:13,0107
4.Probo O.P.Wilhelm Paal1:13.3137
5.B.B.S.SugarlightJohan Untersteiner1:13,4359
6.VästerboonthenewsÖrjan Kihlström1:13,668
7.Monark NewmenFredrik Persson1:13,6121
8.Art On LineMikko Aho1:13,8431
9.Star Advisor JoliAndre Eklundh1:14,567
10.Harry HaythrowJorma Kontio1:14,9623
 Poet BrolinePeter Untersteinerd. r.199
-NS-Giveitgasandgo   

Jairo - 7j. W. v. Love You a. d. Picardie v. Grimaldi
Sieg: 20:10 - Platz: 13- 23 - 24:10 - ZW: 117:10 - Trio: 1.163:10
Wert: 200.000 - 100.000 - 50.000 - 26.500 - 17.000 - 10.000 - 6.000 - 6.000 sek - Richterspruch: Kampf, kK - 4 - 2 - 1½ - 1½ - 1 Länge


Matzkys erster Schweden-Treffer

Am späten Abend in Bollnäs war der erste Schweden-Treffer des seit einigen Wochen mit einem kleinen Lot in Mittelschweden stationierten Roman Matzky fällig. Verantwortlich zeichnete Ferdinand Hirsch, dessen Lindsay bereits bei der Schweden-Premiere in Örebro mit einem bei 478:10 ziemlich unerwarteten dritten Platz auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Viel weniger zahlte der in Lasbek geborene Wallach mit 411:10 erneut nicht, zumal er mit der 13 aus der dritten Reihe hinterm Auto los musste. Im Riesenfeld, das sich durch zwei Absagen und sechs „Galopper“ auf den ersten 800 Metern auf sieben ernsthafte Bewerber dezimiert hatte, war der Muscles Yankee-Sohn bis 700 Meter vorm Ziel als innerer Dritter ausbruchsicher verpackt. Dann öffnete sich die Tür, Hirsch wechselte in die identische Außenposition, konnte wegen der beiden vor ihm wegspringenden Lokomotiven geradeaus weiterfahren und putzte den schon mit vier Längen uneinholbar führenden Lass Caviar um eine halbe Länge von der Platte.

Nach 1:16,4 / 2140 m waren 25.000 Kronen der wohlfeile Lohn für den fetzigen Endspurt. Damit war das Tagesglück für den Stall offensichtlich aufgebraucht, denn zwei Rennen später reichte es für den vom Trainer gefahrenen Realist nur zu Platz vier und 5.300 Kronen. Der Vierjährige hatte von Hause mit der 10 über 1640 Meter kein leichtes Amt.

Als Matzky nach einer Runde im Mittelfeld zögerte, in Spur drei zu wechseln, kamen ihm andere zuvor, sodass er von ganz hinten ansetzen musste und auf dem weiten Weg durch den Schlussbogen etliche Stoppzeichen durch springende und nachlassende Konkurrenten gesetzt bekam. Auf den letzten 150 Metern war der in Örebro und Gävle mit zwei Ehrenplätzen glänzende Lets Go-Sohn dann der Schnellste und scheiterte an Bronze lediglich um Haares- bzw. Hauptesbreite. Mit etwas mehr Fortune wäre zweifellos ein neuerlicher zweiter Platz drin gewesen.

© 2018 by www.trabtipp.de

· keine Texte vorhanden ·