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1. DEZ 2018

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Eric Raffins »walk in the park«

(nn) - Vincennes, Samstag, 1. Dezember. Mit einer deftigen Überraschung endete der erste sechsstellige Vergleich des bunten Nachmittages, der »Prix Joseph Lafosse« für die fünfjährigen Sattelspezialisten, die ausschließlich von der Grande Nation repräsentiert wurden.

Nicht unbedingt, dass die bei 32:10 zur Co-Favoritin gestempelte Drayde du Parc beim dritten Versuch auf Gruppe-Niveau - bereits die ersten beiden waren mit Platz II im Prix de Normandie und IV im Prix Edmond Henry aller Ehren wert - erstmals auf diesem Level zur Siegerehrung schreiten durfte, nachdem sie, früh in Front beordert, ein knackiges Tempo anschlug und letztlich überlegen voraus um 54.000 Euro reicher wurde.

Ausgerechnet »Mister Zuverlässig« Dexter Fromentro, der seit seiner vor 14 Monaten erfolgten Umschulung zum Satteltraber bei 13 Ausritten immer auf dem Podest gelandet war und in dieser Ära rund 490.000 Euro für die Levesques eingerannt hatte, kam beim Nachsetzen 300 Meter vorm Ziel auf dem Weg zum Ehrenplatz gewaltig aus dem Tritt und landete am Turm, wo bereits Diane de Fredlau seit dem Bogen von Joinville und Daïda de Vandel (700 Meter vorm Ziel) auf den Fuchs warteten.

Die Auflösung des ungewöhnlichen Rätsels folgte rasch: Der Qwerty-Sohn war ein wenig nach innen vor die Füße Dubaï d´Essarts‘ gedriftet, die schwer ins Stolpern kam und von François Lagadeuc geradezu artistisch sofort wieder auf die Füße geholt wurde. Ob dieser Nummer hatte sich der Levesque-Traber offensichtlich dermaßen erschrocken, dass er in Galopp fiel und nicht mehr auszuparieren war. Mit diesem Zwischenfall war der insgesamt achte Sieg der in prächtiger Manier um die Piste fegenden Ludo de Castelle-Tochter endgültig unter Dach und Fach vor Daélia de Vandel, der wie durch ein Wunder nicht gestürzten Dubaï d’Essarts sowie dem klar gebeutelten Rest.

1:13,2 über 2700 Meter waren eine erstklassige Ansage der nun 235.170 Euro reichen »Baumnymphe«, die man vermutlich im noch in weiter Ferne scheinenden Prix de Cornulier wiedersehen wird.

Dunkel wurd´s um den Favoriten . . .

. . . auch im »gefahrenen«, für Ausländer offenen »Prix Doynel de Saint-Quentin« für die Generation 2013, und dies ohne Wenn und Aber. Détroit Castelets hat mit jenem schneidigen Typen, der hinter Davidson du Pont und Délia du Pommereux im Critérium des 5 Ans vor gar nicht langer Zeit einen bemerkenswerten dritten Platz belegt hatte, nur noch die äußere Hülle gemein und stürzte seine Entourage für 17:10 in ein Tal der Tränen.

Dabei passte alles bestens für den von Matthieu Abrivard chauffierten Néoh Jiel-Sohn, der gleich im Vordertreffen mitspielte, sich peu à`peu voranwirtschaftete und im Bogen von Joinville die Spitze von Jean-Michels Bazires Dark Night Love geschenkt bekam, die ihre zahlreichen Anhänger durch einen kurzen Startfehler erschreckt hatte und trotzdem nach 700 Metern in Front war. Bei gleichbleibender 1:14,1-Pace war danach fast einen Kilometer lang Gänsemarsch angesagt mit Désir Castelets, Drôle de Jet, Moni Viking und Dreamer Boy sowie dem zwischenzeitlich etwas aktiveren Django Riff, der als einziger 25 Meter Zulage zu verdauen hatte.

700 Meter vorm Ziel wechselte im Hintertreffen Dreamer Boy mit Django Riff im Schlepptau nach außen, 200 Meter weiter befand es Bazire an der Zeit, dem locker dahingleitenden Leader gründlich auf den Zahn zu fühlen - und der bekam abrupte »Zahnschmerzen«. Ohne größere Widerrede marschierte Dark Night Love in bestechender Manier vorbei und hatte den Sieg in praxi bereits an der letzten Ecke felsenfest in der Tasche, denn halbwegs zu folgen vermochte der ihren zehnten Treffer und ersten auf diesem Niveau setzenden Royal Lover-Tochter allein Désir Castelets, der von des Meisters Gnaden bis auf 1½ Längen heran durfte.

Bazire griente sich da schon längst eins ob des gelungenen Coups seiner Stute. Dunkler und dunkler hingegen wurde es um Détroit Castelets, der nicht mal Rang drei halten konnte und auf wackligen Beinen hinter Django Riff, Dreamer Boy und Dragon des Racques mit Mühe und Not den sechsten Scheck vor Drôle de Jet festhielt, der die zweite Enttäuschung des Rennens war. Ein bisschen mehr hätte es für den vorjährigen UET-Champion der Vierjährigen durchaus sein dürfen, dem Pierre Vercruysse nach mehr als einem Jahr Auszeit und einem gewonnenen Aufbaustart in Mons aus guter Ausgangslage wenig abverlangte.

»Sie hat sich in letzter Zeit enorm herausgemacht und ist mental viel besser bei der Sache. Für sie ist das Meeting bereits ein Gewinn, denn leider gibt´s kein Critérium des 6 Ans, auf das ich sie vorbereiten könnte - dafür wäre sie eine echte Anwärterin«“, kommentierte »JMB«, der zum 1:1 gegen Yoann Lebourgeois ausglich. Der hatte mit Canular in der Quinté+-Prüfung gepunktet.

Grünes Gras auf nasser Piste

Auch im letzten sportlichen Glanzlicht bekamen die Favoritenwetter kräftig eins auf die Nase, denn kaum waren im »Prix Vourasie«, dem zweiten Gruppe-III-Vergleich für die jüngsten im Rennbetrieb befindlichen Demoiselles, die ersten Meter absolviert, kam die bei vier Starts unbezwungene 21:10-Favoritin Girls Talk aus Allaires Talentschuppen auf der regennassen Piste aus dem Takt und fand sich ebenso am Sünderturm wieder wie die Belgierin Minnie di Bianca und Galipette Pierji, die aus drei Auftritten ebenfalls eine weiße Weste mitgebracht hatte.

Das erhöhte die Chancen der deutschen Breeders Crown-Siegerin Jacky Bros auf eine bessere Prämie rapide, doch blieb nach 2200 Meter wie tags zuvor bei Orkan von Haithabu ernüchternd festzustellen, dass die Pastor Stephen-Tochter trotz konsequenter Deckung aus fünfter Position für die Abrechnung gar nichts mehr auf die Waagschale zu legen hatte und als deutlich abgehängte Sechste lediglich die sieglose Holländerin Jitske´s Wish hinter sich ließ, die früh den Kontakt verlor.

Die zeitigen Ausfälle nutzte Gabriele Gelormini zum resoluten Flug an die Spitze, wo Green Grass lange unbehelligt vor In Your Dreams, Graine de Crack, Gloria Berry, Jacky Bros, Gee und der abgehängten Jitske´s Wish ihre Kreise zog. 700 Meter vorm Ziel wechselte Yoann Lebourgeois mit Graine de Crack nach außen, und an die zweite Farbe Philippe Allaires hängten sich umgehend Gloria Berry und Jacky Bros. Während Graine de Crack für den Sieg frühzeitig nicht mehr in Frage kam, gab Jean-Michel Bazire so schnell nicht auf. Wuchtig unterstützte er seine Gloria Berry, die mit derart viel Verve näher kam, dass auch Gelormini ein paar Sicherheitszugriffe tat, um den dritten Sieg der Guarato-Stute mit „Hals“-Vorsprung in trockene Tücher zu bringen.

Vier Längen zurück ergatterte Graine de Crack Bronze. In sehr übersichtlichen Abständen folgten die von Jean-Pierre Dubois aus der kanadischen Iron Lady fürs deutsche Gestütbuch gezüchtete In Your Dreams, Gee und Jacky Bros.

»Sie hat meine Erwartungen vollauf erfüllt, wenngleich ich mir für die große Stute, der immer noch ein wenig Kraft fehlt, einen verdeckten Verlauf gewünscht hätte. Aber nach dem Ausfall der beiden Favoritinnen hat Gabriele die Taktik sofort umgeswitcht - so war es auch gut«, war Sébastien Guarato rundum zufrieden mit der Braunen aus dem ersten Jahrgang seines Superstars Bold Eagle.

ERGEBNIS

Samstag, 01.12.2018
Vincennes / Frankreich
Prix Vourasie
80.000 € - 2200 m - Bänderstart
Gruppe III - Course Européenne - Zweijährige Stuten - Startzeit: 17:15 Uhr

1.Green GrassGabriele Gelormini1:16,493
2.Gloria BerryJean-Michel Bazire1:16,567
3.Graine du CrackYoann Lebourgeois1:16.848
4.In Your DreamsDavid Thomain1:17.0300
5.GeeFranck Ninard1:17,3150
6.Jacky BrosJaap van Rijn1:17,6700
7.Jitske`s WishBjörn Goop1:18,3470
 Minnie di BiancaMatthieu Anbrivardd. r.510
 Galipette PierjiClement Duvaldestind. r.94
 Girls TalkEric Raffind. r.21

Green Grass - 2j. St. v. Bold Eagle a. d. Tootsie Smiling v. Goetmals Wood
Sieg: 93:10 - Platz: 26 - 21 - 19:10 - ZW: 756:10 - Trio: 367:10
Wert: 36.000 €, 20.000 €, 11.200 €, 6.400 €, 4.000 €, 1.600 €, 800 €


Der »Prix Rencontres Internationales«, ein mit dem Auto gestartetes gewinnsummenoffenes Verkaufsfahren um 20.000 Euro, wurde eine sichere Beute des Tschechen Mykola Volf, der mit 43:10-Favorit Amigo Turgot Start-Ziel vorneweg die Strippen zog und auch dem gut getimten Endspurt Up and Gos, hinter dem Frankreichs Vertreter Alexandre Abrivard alle Register zog, um eine halbe Länge widerstand.

Die für Österreich startende Berliner Pflanze Sascha Fischer dürfte mit dem zur Hälfte der Strecke im Hintertreffen disqualifizierten Vivien Péo genauso wenig Spaß gehabt haben wie Heinz Wewering. Der ewige Goldhelm hatte in Uvinito zwar den gewinnreichsten Kandidaten unter der Fuchtel, jedoch mehr mit dessen Gangart denn mit den Gegnern zu kämpfen. Aus dem hinteren Mittelfeld kam er nie weg und konnte von Glück sagen, von den diesmal nachsichtigen Stewards nicht gemaßregelt zu werden; 23 Längen hinter dem Sieger langte es zu Platz neun.

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