15. Nov. 2018 · 16:40 Uhr ·

Heute keine Veranstaltungen in Deutschland!

Suche nach Leistungsdaten:

Newsflash-Volltextsuche:

Startseite

News-Flash

7. NOV 2018

| FRANKREICH |       | DRUCKVERSION |       | News-Flash als RSS-Feed |

GNT, 12. Etappe: Saubere Sache von Cleangame

(nn) - Nantes, Mittwoch, 7. November. Allen jährlichen Wechseln einiger Etappenorte zum Trotz bleibt es bei der Tradition, dass das knapp 300.000 Einwohner zählende, an der Loire rund 30 Kilometer vor deren Mündung in den Atlantik gelegene Nantes die vorletzte Station des 1982 ins Leben gerufenen »Grand National du Trot« ausrichtet.

Trotz Regenschauern und 14 Grad konnte sich der Veranstalter die Hände reiben: Der auf fünf von sechs bestrittenen Etappen siegreiche Cleangame - nur einmal hatte er sich dem 25 Meter besser gestellten Balando beugen müssen - und der zweimal »scorende« Ceylan Dairpet sorgten als Zugnummern des Gipfeltreffens für eine volle Hütte. Einziges kleines Manko, was gegen Jean-Michel Bazires Schützling sprach, war die Pause, die der Ouragan de Celland-Sohn nach der Etappe am 5. September in Pornichet eingelegt hatte.

»Keine Bange, er hatte nichts, ich wollte ihm nur eine kleine Auszeit gönnen, um ihn fürs Winter-Meeting richtig frisch zu haben. Er war einen Monat am Meer und hat dann wieder mit dem richtigen Training begonnen. Wenngleich Ceylan Dairpet derzeit blendend in Schuss und zweifellos ein Guter ist, sollte Cleangame gleich dort weiter machen, wo er im September aufgehört hat«, gab Bazire, der im derzeit offen wie selten zuvor zugehenden Fahrerchampionat gegen Yoann Lebourgeois jeden Punkt gebrauchen kann, seinen Fans richtig Futter. Die kürten ihn mit 13:10 zum glasklaren Favoriten - und er erfüllte auf dem gewöhnungsbedürftigen Linkskurs mit einem engen, einem weiten Bogen und einem Knick auf der Überseite, womit praktisch drei Geraden entstanden, alle Erwartungen - ja übertraf sie sogar.

Wie der im ersten Bogen fehlerhafte Ceylan Dairpet gut aus dem zweiten Band abgekommen, postierte sich Bazire im Mittelfeld und sah sich das vordere Treiben, das innen von Atoll Danover vor Citizen Kane, Bonne Copine, Class de Loriol, Colonel und außen von Clarck Sotho vor Bolt und Bora Bora Jiel bestimmt wurde, bis zum ersten Knick seelenruhig an und gab seinem Crack dann mal ein bisschen die Sporen. Im Nu flitzte der an den äußeren Gespannen vorbei, wobei ihm Matthieu Abrivard mit Clarck Sotho keine Steine in den Weg legte. Blues des Landiers indes verstolperte eine Runde vor Schluss in dritter Spur alle Chancen auf eine bessere Platzierung; Ceylan Dairpet kam Mitte der Überseite erneut aus dem Takt, als der Knick zum zweiten Mal zu meistern war.

Das dürfte »JMB« allenfalls aus den Augenwinkeln mitbekommen haben. Als er noch vor Einbiegen in die Zielgerade den Druck entscheidend erhöhte, flogen die Gegner davon wie lästige Fliegen. Atoll Danover empfahl sich unter dem mörderischen Druck gleich im Galopp, die nach zwei Kilometern in Cleangames Windschatten gewechselte Bonne Copine offenbarte extreme Kontaktschwierigkeiten, steckte für den Ehrenplatz den gebeutelten Rest jedoch locker in die Tasche.

Der rote Teppich gebührte allein dem Tipp des Tages. Trotz permanenter Todesspur, trotz der Tatenlosigkeit seines Chauffeurs, der fast schon gelangweilt im Sulky saß, Hände, Beine und Seele baumeln ließ und huldvoll ins Publikum nickte, ließ der Wallach keine Sekunde nach und zog lockeren Schritts auf fünf Längen zum sechsten Etappensieg davon, mit dem »zwei Spieltage« vor Schluss auch der Gesamtsieg unter Dach und Fach sowie ein Uralt-Rekord eingestellt ist: Sechs Siege auf einer Tour waren 1988 auch Bernard Desmontils´ Quecastly gelungen.

Und Bazire hat durchaus einige Patronen mehr im »Metal Jacket«: Noch ist der Braune mit fester Ohrenkappe ausstaffiert, noch sind alle Eisen drauf - das lässt für die Zukunft einiges erwarten. Erst mal machte Cleangame, dem schon sein voriger Trainer Sébastien Guarato enormes Potential bescheinigt hatte, beim 19. Sieg aus 32 Starts, 579.470 Euro und der sicheren Gewissheit Halt, am Meer keinen Rost angesetzt zu haben.

»Er läuft wie eine bestens geölte Maschine. Heute war er sehr entspannt und hat alle meine Kommandos sehr gut angenommen, aber wachsam muss man bei ihm immer sein. Ich hab ihn nicht einmal wirklich geschickt, und er musste nicht an seine Reserven. Das war für ihn ein kleiner Fisch«, war der Trainer überaus zufrieden.

So, wie Cleangame der vierbeinigen Konkurrenz um Lichtjahre voraus ist, fährt Bazire mit der Konkurrenz Schlitten, was Fahrer- und Trainerwertung betrifft. Er stellte mit Colonel und Bel Avis auch den Vierten und Fünften, und es müsste schon mit drei Teufeln und vier Hexen zugehen, ließe sich der 47-Jährige, der hier im Vorjahr mit Barrio Josselyn triumphiert hatte, den 1.350 Euro wertvollen Reisesack von Louis Vuitton, der dem punktbesten Piloten gebührt, wie die 15.000 Euro, die der Spitzenreiter der »Entraîneurs« als Zubrot einstreicht, auf den Stationen in Mauquenchy und Vincennes (2. Dezember) noch entreißen.

ERGEBNIS

Mittwoch, 07.11.2018
Nantes / Frankreich
Prix Geny Courses / GP Prix de Loire Atlantique
90.000 € - 3000 m - Bänderstart
Gruppe III - Grand National du Trot 12. Etappe

1.CleangameJean-Michel Bazire1:13,313
2.Bonne CopineFranck Nivard1:14,2300
3.Class de LoriolEric Raffin1:14,4220
4.ColonelOlivier Raffin1:14,6360
5.Bel AvisLudovic Molard1:14,0920
6.Dream de NilremAlexis Prat1:14,81180
7.Aufor de MireCharles-Julien Bigeon1:14,21110
8.Clack SothoMatthieu Abrivard1:14,5410
9.Blues des Landiers Dominique Chéradame1:15,1210
10.Verdi de TillardCharles-Antoine Mary1:17,11560
 Bora Bora JielDavid Thomaind. r.500
 Citizen KanePierre Levesqued. r.430
 BoltJean-Philippe Monclind. r.780
 Atoll DanoverAnthony Barrierd. r.380
 Ceylan DairpetTony Le Bellerd. r.80
 CassateAdrien Lamyagh1200

Cleangame - 6j. W v. Ouragan de Celland a.d. Red Bell v. Jag de Bellouet
Sieg: 13;:10 - Richterspruch: überlegen 5 - 3 - 3 - ½ - 2 - ¾ - 5½ Längen
Wert: 40.500 - 22.500 - 12.600 - 7.200 - 4.500 - 1.800 - 900 Euro


Ebenso wenig wie an Nantes als vorletztem hat man an »Mauquenchy« als 13. und letztem Ort gerüttelt, an dem es um Prämien und Punkte geht. In 14 Tagen bittet das 300-Seelen-Nest rund 40 Kilometer nordöstlich von Rouen auf dem 1300-Meter-Linkskurs mit 325 Meter langer Zielgeraden zur Arbeit.

Cleangames Besitzer Jean-Michel Rancoule konnte sich auch noch über den dritten Sieg bei ebenso vielen Versuchen seines Foxtrot Nobless freuen, der im strömenden Regen den zehn Rivalen deutlich überlegen war und Bazire den zweiten Treffer bescherte. Nummer drei folgte mit Eurequus Ludois für Trainer Stephane Bourlier, Nummer vier zum Schluss mit Dastavia de Guez.

Das reichte, um im Fernduell Yoann Lebourgeois in Schach zu halten. Der 33-Jährige verwandelte in Caen vier seiner sieben Auftritten mit First de Rougemont, Edwina, Favorite Jénilou und El Condor Pillière und blieb nach diesem »Unentschieden« weiterhin um elf Siege hinter dem 19-fachen »Sulky d’Or«; bei 204 zu 193 geht’s morgen in Vincennes weiter.

© 2018 by www.trabtipp.de