18. Sep. 2018 · 18:16 Uhr ·

Heute keine Veranstaltungen in Deutschland!

Suche nach Leistungsdaten:

Newsflash-Volltextsuche:

Startseite

News-Flash

9. JUL 2018

| NORWEGEN |       | DRUCKVERSION |       | News-Flash als RSS-Feed |

Diamanten - bei Stig H endgültig angekommen

Mit dem Sieg am 21. April im Berth Johanssons Memorial für Fünfjährige hatte der Ende der vorigen Saison »Knall auf Fall« von Robert Bergh zu Stig Johansson überstellte Diamanten für den Altmeister eine erste kleine »Duftmarke« gesetzt.

Nach dem folgenden sechsten Rang in Åby schwand die Hoffnung seiner ambitionierten Besitzer, ihn im Elitloppet starten zu können. Zurück auf der großen Bühne meldete er sich 14 Tage nach der Sprinter-WM mit dem durchaus Eindruck machenden Ehrenplatz in Jämtlands Stora Pris und vollbrachte im Hauptereignis von Jarlsberg, dem an Norwegens vierfachen Weltmeister und vermutlich besten Fahrer aller Zeiten erinnernden Ulf Thoresens Grand International, sein internationales Meisterstück im Kreis der Älteren.

Erik Adielsson verfuhr nach dem alten »SHJ-Motto«, dass es sich an der Spitze am besten fahre. Das bewahrheitete sich für den Adrian Chip-Sohn schon aus dem einfachen Grund, weil den Norwegern für ihre bedeutendste Prüfung der Saison das Pech an den Hacken klebte. Das begann mit einer Galoppade von Titelverteidiger Twister Bi, den Christoffer Eriksson als Ersten am Auto hatte und der dennoch 100 Meter vorm »Ab« nicht mehr im Trab zu halten war, bis Ende der Startgeraden munter sprang, ungezählte Längen verlor, jedoch weitermachen durfte und nach 400 Metern wieder dran war am Pulk.

Es setzte sich fort mit dem Fehler des wie in letzter Zeit durchweg schlecht trabenden B.B.S.Sugarlight, der innen an dritter Stelle nach einer Runde mit dem neben ihm liegenden Lionel schwer aneinander geriet und wie der Fuchs angehalten werden musste (»Vidar Hop trifft keine Schuld. Sein Pferd ist einfach ein paar Zentimeter nach außen galoppiert«, kommentierte Göran Antonsen süßsäuerlich.). Kam Twister Bi um diesen »doppelten Prellbock« elegant außen herum, so riss es die direkt dahinterliegenden, ohnehin durch Startreihe zwei gehandicapten Giveitgasandgo und Tripolini V.P. voll ins Verderben.

Weil zum Dritten unabhängig davon zu Beginn der vorletzten Kurve der im zweiten Paar außen hinter Rajesh Face lauernde Evil Enok M.E. urplötzlich ausfiel (Noralf Brækken: »Er lag die ganze Zeit auf dem Sprung und wird morgen gründlich durchgecheckt«.), verblieb ein Quartett, zu dem Tripolini V.P. und Twister Bi den Kontakt noch einmal herzustellen vermochten. Hinter dem Führungsduo liefen innen Coquin Bébé, außen Trendy OK. Auch wenn die Varenne-Tochter kämpfte wie eine Löwin, prallte ihre Attacke an (dem) Diamanten mit der schwarzen Maske ab wie an einer Teflonbeschichtung.


Zwei, drei kurze Erinnerungen Adielssons genügte, dass der Fünfjährige zum 23. Mal aus 34 Engagements und um eineinhalb Längen voraus mühelos mit der fettesten Beute nach Hause marschierte und sein Konto auf 7.119.231 Kronen ausbaute. Bei ähnlichem Rückstand zu Trendy OK wurde Rajesh Face für die bei 1:11,0 sehr anspruchsvolle äußere Führungsarbeit mit »Bronze« dekoriert vor Coquin Bébé und dem nicht glatt durchs Rennen gekommenen Rest. »Es freut mich ganz besonders für Stig, dass eines seiner Pferde ein solch bedeutendes Rennen gewinnen konnte. Wir arbeiten schließlich schon sehr lange und erfolgreich zusammen. Für mich ist es eine Ehre, in der Siegerliste dieser nach einem wahren Sulky-Künstler benannten Prüfung zu stehen. Ich selbst habe ihn bewusst nie im Sulky erlebt, doch Stig, Roger Walmann und Örjan Kihlström sind noch heute voll des Lobes über ihn«, war Adielssons Kommentar.

Verstorben war der »Mann mit den goldenen Händen«, der unter anderem 1986 als erster Europäer das Hambletonian (mit Nuclear Kosmos für Per Henriksen) gewonnen und in (West-)Berlin als verantwortlicher Trainer für ein Jahr den Privatstall von Marion Jauss zu einem nie wieder erreichten Schnitt, was Siege im Vergleich zu Starts betrifft, geführt hat, am 11. Juli 1992 im Alter von 46 Jahren.

ERGEBNIS

Sonntag, 08.07.2018
Jarlsberg / Norwegen
Ulf Thoresens Grand International
1.540.000 Nkr - 2100 m - Autostart
FFA

1.DiamantenErik Adielsson1:11,022
2.Trendy OKAlessandro Gocciadoro1:11,2264
3.Rajesh FaceAdrian Kolgjini1:11,4168
4.Coquin BébéJorma Kontio1:11,4279
5.Twister BiChristoffer Eriksson1:11,831
6.Tripolini V PJeppe Juel1:12,3876
7.Evil Enok M.E.Noralf Braekken1:13:0149
8.GiveitgasandgoFrode Hamre1:13,881
 B.B.S.SugarlightVidar Hopd.r.495
 LionelGöran Antonsend.r.73

Diamanten - 5j. H. v. Adrian Chip a.d. Iata Käll v. Ata Star L
Sieg: 22:10 - Platz: 13 - 32 - 32:10 - Zwilling: 212:10 - Dreierwette: 2.291:10

Ungenießbarer »Coktail« für Hollands Generaal

Ohne jede Turbulenzen war eine halbe Stunde zuvor der »gemischte« Anders Jahres Pokallöb für alle Vier- und Fünfjährigen sowie Ältere, die maximal 1,8 Millionen Kronen gewonnen hatten, über die Tönsberger Bühne gegangen - und hatte in dem neunjährigen Coktail Fortuna wie erwartet seinen unerschütterlichen Chef gefunden. Eine gewisse Vorentscheidung war bei der Auslosung der Startplätze gefallen, bei der der seit vier Starts unbesiegte Love You-Sohn die »3«, sein holländischer Landsmann die »8« erwischt hatte.

Die Taktik lag so klar auf der Hand, wie sie von Robert Bergh konsequent in die Tat umgesetzt wurde: Mit dem mächtigen Sohn der vielfachen deutschen Zuchtrennen-Siegerin Dalloah No riss Bergh in der ersten Kurve gegen Photo Lavec und Photo Va Bene das Kommando an sich und hatte bei zwischenzeitlich sehr ruhiger Fahrt im 1:14-Bereich dank eines rassigen 1:08,5-Schlussabschnitts keinerlei Mühe, den 21. Sieg der Karriere und sechsten der laufenden Saison samt 200.000 Kronen Gage locker mit eineinhalb Längen Vorsprung unter Dach und Fach zu bringen.

Erneut zeigte sich Alessandro Gocciadoro bestens gewappnet und wurde für seinen Mut, Ubertino Grif früh an die Seite des Tempomachers zu dirigieren, mit dem verdienten Ehrenplatz vor Photo Lavec und Generaal Bianco belohnt, der von letzter Position außen herum eben nicht die entscheidenden Meter wettzumachen verstand, als bei enorm anziehender Pace zum letzten Gefecht gebeten wurde.

ERGEBNIS

Sonntag, 08.07.2018
Jarlsberg / Norwegen
Anders Jahres Pokallöp
400.000 Nkr - 2100 m - Autostart
Vier- und Fünfjährige aller Länder & ältere Pferde bis 1.800.000 Nkr

1.Coktail FortunaRobert Bergh1:12,420
2.Ubertino GrifAlessandro Gocciadoro1:12,698
3.Photo LavecTom Erik Solberg1:12,8414
4.Generaal BiancoPeter Untersteiner1:12,923
5.Onceforall FaceJeppe Juel1:12,9311
6.Moni VikingFrode Hamre1:13,1239
7.Photo Va BeneMarius Höitömt1:13,11041
8.Phantasm SoaErlend Rennesvik1:13,1109
9.American ChequeErik Adielsson1:13,2272
-NS-Trinity Lux   

Cocktail Fortuna - 9j. W. v. Love You a.d. Dalloah No v. Diamond Way
Sieg: 20:10 - Platz: 14 - 21 - 35:10 - Zwilling: 108:10 - Dreierwette: 599:10

Auf ihrer Reise durch Nordeuropa weiterhin in geradezu furchterregender Verfassung befindet sich die Holländerin Gina Schermer, die nach Åby und Solvalla auch in Jarlsberg eine Macht war. Dabei störte sich die kapitale Varenne-Tochter in einem Meilenrennen für Stuten bis 550.000 Kronen an Gewinnen, das sie von der »4« beginnen durfte, nicht an horrenden 500 Metern in 1:07,1, um gegen Always so Easy in Front zu kommen. Nach einer halben Runde war das geschafft.

Anschließend drosselte Rick Ebbinge die Fahrt auf 1:11,1 und hatte mit der Fünfjährigen, …»die sich erst spät entschlossen hat, ein richtiges Rennpferd zu werden, sich dafür mit jedem Start steigert«…, nicht die geringste Mühe, den 100.000 Kronen wertvollen Sieg mit zwei Längen Vorsprung vor Always so Easy in extraordinären 1:10,9 nach Hause zu schaukeln. Eines ihrer »Opfer« war Stonewashd Diamant, die mit der »12« gestraft war, nie von hinten weg- und in 1:12,2 als Letzte am Zielrichter vorbeikam.

War der bis vor einem Dreivierteljahr unter Erwin Bots Regie aktive und dann nach Norwegen verkaufte, ins deutsche Geburtenregister eingetragene Main Wise As-Sohn Harley als 12:10-Favorit turmhoch überlegene Ware und rauschte beim dritten vollen Erfolg für die neuen Farben den Mitstreitern in neuer Bestzeit von 1:12,5 / 1609 Meter auf fünf Längen davon, wofür Frode Hamres Schützling 24.000 Kronen gutgeschrieben bekam, so hätte es fast noch einen zweiten Sieg für »HVT-Deutschland« gegeben. Im Stayerlöp, mit dem die gemeinsam in Norwegen und Schweden abgerechnete V75-Wette eingeläutet wurde, fehlten dem von seinem neuen Trainer Robert Bergh sofort an die Spitze gescheuchten Hakon von Haithabu nur wenige Zentimeter für den vierten Treffer in Folge.

Der stets in seinem Windschatten laufende Italiener Uni Lest bzw. Kristian Malmin bedankten sich für die Abwehr aller Attacken auf ihre Weise und fingen den Here comes Joey-Sohn in einem packenden Finish genau auf der Linie in zeitgleichen 1:15,6 / 3100 Meter ab, was 50.000 statt durchaus möglicher 100.000 Kronen für den von Bernd Brodersen gezüchteten Wallach bedeutete. - (mw)

© 2018 by www.trabtipp.de