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16. MAI 2018

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Propulsions öffentliches »Sparring«

Nur mehr einen scharfen, exzellent absolvierten »Durchpuster« bekam mit Propulsion einer der designierten Protagonisten des diesjährigen Elitloppet als mit 200.000 Kronen gut bezahlte öffentliche Abschlussarbeit verpasst.

Und nicht Durchpusten, sondern leicht Durchatmen hieß es nach dieser Solo-Gala bei »Elitloppet-General« Anders Malmroth, dass, sofern nicht allzu Unvorhersehbares dazwischenkommt, wenigstens diese hochkarätige Personalie für Nordeuropas renommiertestes Rennen unter Dach und Fach ist. Allmählich gehen Solvallas Sportchef nämlich die Zugpferde aus. In Frankreich zeigt alles außer Bold Eagle, dessen Besitzer Pierre Pilarski weit mehr denn Trainer Sébastien Guarato darauf erpicht ist, der Traber-Welt zu beweisen, was eine Meilen-Harke des »Adlers« ist, der inoffiziellen Sprinter-WM bislang die kalte Schulter.

Aus Amerika dürfte schwerlich ein Starter zu akquirieren sein - die große Saison hat dort gerade erst begonnen -, für Italien hatte Urlo dei Venti bereits vor zwei Wochen abgesagt, und Dienstagmittag flatterte ihm wie befürchtet die definitive Absage für Readly Express auf den Tisch, dessen Teilnahme seit dem »Schreckschuss« vor einem Monat wegen ausufernder Aktivitäten im Deckgeschäft ohnehin nur noch bei »fifty-fifty« lag. In einer Mitteilung an Schwedens Sportredaktionen hatte Besitzer Rolf Andersson das Aus verkündet: »Natürlich würden wir gern am Elitloppet teilnehmen. Doch Timo Nurmos und ich denken zuallererst ans Pferd, und das konnte in den letzten Wochen nicht so vorbereitet werden, wie Timo sich das vorgestellt hat. Im nächsten Jahr wird alles anders«.

Wenigstens Australiens Wunderstute Maori Time, deren »okay« wegen einer leichten Indisposition auf der Kippe stand, ist inzwischen eine sichere Starterin. Die schwedische Besitzerfahne hochhalten wird in erster Linie Propulsion, und dass der gebürtige, Ende vierjährig für 220.000 Dollar vom Stall Zet für Europa an Land gezogene Amerikaner diese Aufgabe erfüllen kann, bewies er höchst nachdrücklich - geschmeidig, unangefasst, die Ohrenkapuze nicht heruntergezogen und die Peitsche konsequent versteckt, im an Torbjörn Janssons 85er Elitloppet-Sieger erinnernden Meadow Roads Lopp. Bei der Generalprobe spielte Örjan Kihlström die Eventualität eines schlechten Vorlauf-Startplatzes mit anschließendem Marsch in der »Todesspur« durch, ließ ihn von der »5« ganz gemächlich beginnen und machte sich erst nach 500 Metern etwas nachdrücklicher auf den Weg an die Flanke des wuchtig in Front gerauschten Target Kronos.

Mit Lutfi Kolgjinis Schützling, ohnehin als ernsthaftester Prüfstein angesehen, versuchte Erik Adielsson die Gunst des ruhigen Favoritenstarts zu nutzen und legte einen ersten Kilometer in blanken 1:10 vor, dem er letztlich selbst krachend erlag. 500 Meter vor dem Ziel ließ Kihlström seinen Crack ein wenig von der Leine, der sofort auf Augenhöhe zum Piloten stiefelte, ihn an der letzten Ecke ohne eine sichtbare Aufforderung knackte und drei Längen voraus geschmeidig ins Ziel - nein, nicht rannte, sondern zu gleiten schien. Mit 1:09,9 erzielte der Muscle Hill-Sohn die zweitschnellste Zeit dieser Saison im nordeuropäischen Raum. »Er fühlte sich fantastisch ein. Bleibt er in den kommenden zwölf Tagen in dieser Verfassung, dann sprechen wir um den Elitloppet-Titel ein gewichtiges Wort mit, zumal er dann im Gegensatz zu heute, wo er vier Eisen drauf hatte, rundum barfuß antreten wird«, strahlte selbst der sonst so zurückhaltend-kühle »Iceman«. »Natürlich ist die Aufgabe viel anspruchsvoller, aber eine Chance hat er allemal«.


In ein ähnliches Horn stieß Daniel Redén: »Selbst Fehlstart und Startabbruch haben Propulsion nicht aus der Ruhe gebracht. Eine leichte Arbeit am Freitag, eine etwas härtere Sonntag - und dann heißt es, die Karten auf den Tisch zu legen«. Die nächsten Plätze hinter dem mit 1:08,1 schnellsten Traber auf europäischem Boden schnappten sich die in seinem Sog liegenden Melander-Schützlinge Dupree und Not Afraid vor Caïd Griff, Redéns zweiter Waffe, wogegen der müde Target Kronos als Achter ohne Gage blieb und sich nahtlos in die in den letzten Wochen maue Kolgjini-Truppe einreihte. Der Totalisator spuckte auf den 26. Sieg des Siebenjährigen gegen seine krassunterlegenen Sparringspartner schmale zwei Prozent Rendite aus.

Bislang stehen für den Elitloppet fest: Uza Josselyn (Schweiz), Bold Eagle (Frankreich), Propulsion (Schweden), Maori Time (Australien), Ringostarr Treb (Italien), Pastore Bob (Schweden), Nadal Broline (Finnland), Volstead (Schweden), Dreammoko (Frankreich) und Takethem (Dänemark).

ERGEBNIS

Dienstag, 15.05.2018
Solvalla / Schweden
Meadow Roads Lopp
403.500 Skr - 1640 m - Autostart
FFA

1.PropulsionÖrjan Kihlström1:09,910
2.DupreeUlf Ohlsson1:10,2497
3.Not AfraidJorma Kontio1:10,4438
4.Caid GriffDaniel Olsson1:10,4436
5.Sliding HomeJennifer Tillman1:10,7425
6.French LaundryPer Lennartsson1:10,7391
7.SceiccoKenneth Haugstad1:10,8927
8.Target KronosErik Adielsson1:10,996
9.Francais Du GullErik Lindegren1:11,1852
10.Snowstorm HanoverStefan Melander1:17,6349

Propulsion - 7j. H. v. Muscle Hill a.d. Danae v. Andover Hall
Sieg: 10:10 - Platz: 10 - 10 - 10:10 - Zwilling: 250:10 - Dreierwette: 909:10

Ins Wasser fiel im Scarlet Knight Lopp für die Dreijährigen das mit Spannung erwartete Duell zwischen Person of Interest und Global Withdrawl, weil sich Jim Oscarssons Partner als 15:10-Favorit im Kampf um die Spitze mit seinem bei 27:10 notierten »Co« einen üppigen Fehler leistete, der den Weg für Erik Adielsson früh ebnete. Fortan ließ der 43-Jährige den SJ´s Caviar-Sohn aus Svante Båths Talentschuppen zügig marschieren und wurde beim 1:13,4 / 1640 Meter-Erfolg, mit dem er seine persönliche Bestmarke um 1,6 Sekunden verbesserte, ohne erkennbaren Aufwand um 100.000 Kronen reicher. Für Person of Interest reichte es hinter Maze Runner und Count Forte lediglich noch zu Platz vier.

ERGEBNIS

Dienstag, 15.05.2018
Solvalla / Schweden
Scarlet Knights Lopp
200.000 Skr - 1640 m - Autostart
Dreijährige aller Länder

1.Global WithdrawlErik Adielsson1:13,427
2.Maze RunnerMarcus Lindgren1:13,7152
3.Count FortePekka Korpi1:14,1120
4.Person Of InterestJim Oscarsson1:14,515
5.Happy ConfessAke Lindblom1:14,7119
6.Lovely ToomaJelena Fironova1:15,7812

Global Withdrawl - 3j. W. v. SJ´s Caviar a.d. Umbrella Broline v. Nordin Hanover
Sieg: 27:10 - Platz: 20 - 83:10 - Zwilling: 181:10 - Dreierwette: 676:10

Beide Prüfungen der Solvallaserien gingen fahr- wie besitztechnisch aufs Konto Stefan Melanders. In Lauf III der sich bis in den November hinziehenden Serie entriss »Tarzan« dem trotz eines kurzen, von Björn Goop meisterlich ausgebügelten Fehlers nach 150 Meter in Front gezogenen Ethien du Vivier nach 600 Metern mit Zack’s Zoomer das Kommando und brachte nach 1:11,7 / 2140 Meter beim dritten Anlauf dessen ersten Schweden-Sieg unangefasst nach Hause. 100.000 Kronen wanderten auf das Konto Melanders, der den in Amerika von Ervin Miller trainierten Deweycheatumnhowe-Sohn im Dezember nach Europa geholt hatte.

ERGEBNIS

Dienstag, 15.05.2018
Solvalla / Schweden
Solvallaserien III
202.500 Skr - 2140 m - Autostart
Vierjährige aller Länder

1.Zack´s ZoomerStefan Melander1:11,736
2.ChapuyAke Lindblom1:11,9316
3.Ethien Du VivierBjörn Goop1:11,981
4.Weekend FunRikard Skoglund1:12,017
5.Southwind HydroÖrjan Kihlström1:12,1143
6.Eurythmic SisuUlf Ohlsson1:12,1453
7.Global Un PocoErik Adielsson1:12,299
8.Free To PartyJorma Kontio1:15,7325
 Mr DeauvilleMattias Djused.r.441

Zack´s Zoomer - 4j. H. v. Deweycheatumnhowe a.d. Passageway v. Angus Hall
Sieg: 36:10 - Platz: 19 - 43 - 23:10 - Zwilling: 496:10 - Dreierwette: 3.465:10

Bereits die vierte europäische Sieg-Rosette gab es für die ebenfalls jenseits des großen Teichs gelaufene Beautiful Bacardi, die zwei Monate früher zum Berufsfotografen gekommen war, in einem Lauf für 2014 geborenen Stuten. Mit der RC Royalty-Tochter erklomm Melander wie zuvor nach etwas mehr als einer halben Runde die Kommandobrücke und hatte genauso wenige Probleme. Nach 1:10,8 / 1640 Meter waren auch diese 70.000 Kronen in Melanders Kasten. - (mw)

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