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14. MAI 2018

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Cyber Lane - oben angekommen

Selbst einige Zeit nach der »Geburt« des Elitloppet galt der Copenhagen-Cup, 1928 als Internationale Meisterschaft von Kopenhagen, als das internationale Renommier-Rennen Nordeuropas.

Namen wie Frances Bulwark, Gélinotte, Hairos II, Roquépine, Jorky, Idéal du Gazeau, Pershing, SJ´s Photo, Moni Maker, Zoogin, Victory Tilly, die dieser Mittelstreckenprüfung über 2011 Meter oder eineinviertel Meilen ihren weltweit anerkannten Stempel aufgedrückt haben, sucht man bei einer Dotation, die peu à peu auf 750.000 dänische Kronen (bzw. nach festgelegtem U.E.T.-Wechselkurs 100.748 Euro) eingeschmolzen wurde - noch 2014 erhielt diese Summe allein der Sieger -, seit einiger Zeit vergebens.

Und wenn ein aus den schwedischen Gulddivisionen, die in den letzten Monaten alles andere als anspruchsvoll besetzt waren, lediglich mittelprächtige Prämien mitbringender Cruzado dela Noche mit seinem 700 Meter vor dem Ziel angezettelten »Überfall« im Schlussbogen echte Hoffnungen weckte, seinen Titel verteidigen zu können, so sagte das einiges über die Qualität des Rennens aus.

In diesem Kontext ist der achte Sieg am Stück (und 18. »lifetime«) des Favoriten Cyber Lane zu sehen, der damit bewies, dass er endgültig im Kreis der Arrivierten angekommen ist. Wie weit der oft sträflich unterschätzte, unscheinbare Fünfjährige mit dem riesigen Kämpferherzen kommt, wird man in einigen Monaten abschließend beurteilen können. Vermutlich noch nicht nach dem Elitloppet, der ja nach höherwertigen Rennen dieser Tage sofort in aller Munde ist. »Die Geschichte hat hoffentlich erst begonnen. Er hat ja gerade 21 Starts absolviert. Keine Frage, er ist ein tolles Pferd, das vielleicht vor einer großen Zukunft steht. Wir haben ihn vorsichtig aufgebaut, und ich verstehe auch, dass ihn jeder im Elitloppet sehen will. Aber er hat derzeit so viele Aufgaben im Angebot, dass er in der ersten Saison nach dem Jahrgangsschutz nicht gleich ins schwerste Rennen gehen muss, das man sich vorstellen kann«, resümierte ein glückstrahlender Johan Untersteiner, der zugab, das Rennen sei genauso gelaufen, wie er sich das ausgemalt habe: »Ich wollte unbedingt früh an die Spitze, und als mein unmittelbarer Nachbar Ferrari B.R. beim Beschleunigen des Startwagens ausfiel, war dies umso leichter umzusetzen. Danach konnte ich das Tempo lange Zeit herausnehmen, und so hatte mein Pferd bei Björns Attacke ausreichend Reserven, um die Fäden ganz leicht in der Hand zu behalten«


Mit diesem kurzen Statement ist der über weite Strecken sehr statische Verlauf bestens beschrieben. Als bei Norwegens Vierjährigen-Weltrekordler (1:09,9) über die Mitteldistanz bereits in der Beschleunigungsphase der Trab-Motor streikte, war die Frage nach dem Taktgeber rasch geklärt. Von der »4« rauschte Cyber Lane ins Kommando, zumal Steen Juul mit Takethem keinerlei Gegenwehr zeigte und den Platz im Rücken des Raja Mirchi-Sohnes sofort akzeptierte. Cash Hanover kam an der »1« zumindest so gut ab, dass er als innerer Dritter vor Tripolini V P Unterschlupf fand. Der Part des Anführers der zweiten Spur blieb zunächst Generaal Bianco vor Cruzado dela Noche, Mindyourvalue W.F. und Romanesque vorbehalten, doch ließ sich Robert Bergh nur bis Mitte der Überseite bremsen.

Dort ließ er seinen Wallach in dritter Spur fliegen, den Peter Untersteiner selbstverständlich als »Lokomotive« akzeptierte. Auf Cyber Lane machte das alles kaum Eindruck, der zog bei einer Durchgangszeit von 1:12,7 für den ersten Kilometer unverdrossen seine nicht allzu zügigen Kreise zog. Rasanter wurde es erst, als Goop 700 Meter vor dem Pfosten kräftig zur Attacke blies. Mindyourvalue W.F. stand rasch auf verlorenem Posten und hielt, weil auch Romanesque in die dritte Spur schnupperte, Generaal Bianco auf. Im Scheitel der Schlusskurve schien Cruzado dela Noche seinen Vorjahrssieg wiederholen zu können und steckte gegen den mit loser Leine chauffierten Cyber Lane den Kopf schon in Front.

Dass dies nur »Mimikry« des Wallachs war, zeigte sich auf der Zielgeraden. Wie beim Sieg im schwedischen Derby nahm der Braune die Beine in die Hand und rannte immer weiter, während dem Amerikaner aus Stefan Melanders Lot eben jene doch ein bisschen schwer wurden. Das nutzte Kopenhagens rechtzeitig in die Freiheit gekommener Lokalmatador Takethem zu einem bemerkenswerten Schlussakkord, der ihn aber auch nur bis auf eine Länge an den locker siegenden Favoriten herantrug. Für Cash Hanover erwies sich die manchmal so vertrackte Innenlage als Geld wert.


Auf der Zielgeraden fand er nach vorn reichlich Raum und nutzte den, soweit die Füße trugen - in 1:11,9 zum vierten Rang eine Länge vor Generaal Bianco, der zu lange vom nachgebenden Mindyourvalue W.F. ausgebremst wurde, bei dem man sich fragen konnte, wie der Wallach über Winter in Vincennes bei fünf Auftritten (allerdings überwiegend unter dem Sattel) unbezwingbar bleiben konnte. Noch größer blieb das Rätsel um Romanesque, der vor zwei Wochen seines haarscharf eroberten Sieges über die Millionäre Up and Quick, Un Mec d´Héripré und Billie de Montfort nach Enquête verlustig gegangen war. Sein Versuch, im Schlussbogen Cruzado dela Noche auf den Fersen zu bleiben, verpuffte absolut wirkungslos.

Wie rasant die letzten 700 Meter gewesen waren, verdeutlicht ein Blick auf die Stoppuhr. Nach 1:11,4 durfte sich das Team um Cyber Lane feiern lassen; schneller hatten bislang nur Rennrekordler Robert Bi (1:10,0 / 2015), Libeccio Grif, Wishing Stone und Cruzado dela Noche die Arbeit in diesem Klassiker erledigt. - (mw)

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Sonntag, 13.05.2018
Kopenhagen / Dänemark
Copenhagen-Cup
750.000 Dkr - 2011 m - Autostart
FFA

1.Cyber LaneJohan Untersteiner1:11,420
2.TakethemSteen Juul1:11,579
3.Cruzado dela NocheBjörn Goop1:11,769
4.Cash HanoverMichael Nimczyk1:11,9728
5.Generaal BiancoPeter Untersteiner1:12,085
6.Mindyourvalue W.F.Robert Bergh1:12,0368
7.Tripolini V PJeppe Juel1:12,2421
8.RomanesqueDominik Locqueneux1:12,6328
 Ferrari B.R.Per Oleg Midtfjeldagh.35
-NS-Totoo del Ronco   

Cyber Lane - 5j. W. v. Raja Mirchi a.d. Sybaris Hanover v. Cantab Hall
Sieg: 20:10 - Platz: 12 - 16 - 17 - Zwilling: 65:10 - Dreierwette: 467:10

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