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16. APR 2018

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Turbulente Endphase

Mit dem heuer 154.000 Euro wertvollen Gran Premio Costa Azzurra wurde Italiens Saison der Güteklasse I eröffnet.

Auf dem 1000 Meter-Oval des Ippodromo Vinovo waren die »Internationalen« gefragt, die sich aber in Form von Favoritin Uza Josselyn, die als Dritte innen nach 400 Metern ohne »Feindberührung« sprang, Dijon und Arazi Boko allesamt eine blutige Nase bzw. nichts aus dem üppig gefüllten Pott holten. Allerdings war bei den beiden Letztgenannten in einer turbulenten Endphase viel Pech im Spiel.

Kaum zu nutzen verstand Uza Josselyn, die von ihrem französischen Züchter in Dänemark eingetragene, für Schweizer Farben laufende Siegerin unter anderem des Gran Premio delle Nazioni 2017 und des Prix du Plateau de Gravelle 2018, den inneren Startplatz. Die Love You-Tochter musste chancenlos zusehen, wie sich Tamure Roc (5) und Dijon (2) ums Kommando stritten. Kaum hatte sich die Italienerin dafür durchgesetzt, erfolgte die mit Romain Derieux augenscheinlich abgesprochene Rochade, wonach der Franzose kräftig auf die Bremse trat. Das schien der recht frischen Uza Josselyn gar nicht zu schmecken und hatte den bereits erwähnten Fehler zur Folge. Fortan bummelte Italien-Fan Dijon, der 2017 aus Neapel und Treviso zwei Gruppe I-Prüfungen samt 133.400 Euro entführt hatte, was das Zeug hielt.

Hinter ihm lauerten Tamure Roc, Arazi Boko und Toseland Kyu. Außen sah »Pippo« Gubellini mit Shadow Gar keine Veranlassung, auf die Tube zu drücken, und auch Timone EK, Uragano Trebi, Ufo Robot HP und Schlusslicht Turno di Azzurra verharrten dahinter tatenlos. Als Gubellini seine Stute endlich auf Attacke polte, hatte Dijon alle Reserven der Welt. Auf zwei, drei Längen setzte sich der Ganymède-Sohn zunächst ab, bevor Timone EK zu seinem gefürchteten Endspurt antrat, und er schien einem bombensicheren Sieg entgegenzustreben - bis er urplötzlich, 100 Meter vor dem Pfosten, aus dem Rhythmus kam und die »rote Karte« sah. Der hinter ihm liegenden Tamure Roc, bei 114:10 erst die vierte Wahl des Wettmarkts, entlockte Santo Mollo ungeahnte Reserven. Das reichte gegen den längst nicht mehr so schlagkräftig wie im Vorjahr daher kommenden Timone EK um einen »Hals« für ihren zweiten Triumph auf höchster Ebene.


»Flügel« bekam ganz außen auch Uragano Trebi und spritzte damit scheinbar auf Rang drei, bis der Wallach unmittelbar vor dem Ziel aus der Balance kam und sich somit um Kopf, Kragen und 16.800 Euro galoppierte sprang. Die fielen dadurch zunächst an Arazi Boko, den Alex Gocciadoro streng innen durch Mini-Lücken lanciert hatte. Die Rennrichter sahen sich die Gangart des Schweden im Nachgang noch einmal ganz genau an - und eliminierten auch ihn, so dass der spritzige Turno di Azzurra, die müde Shadow Gar sowie der durchweg unauffällige Toseland Kyu als gleich dreifache Glückspilze zu den Prämien drei, vier und fünf kamen.

Den 1:11,3-Rennrekord, den Napoleon Bar 2014 aufgestellt und Pascia Lest 2016 egalisiert hatte, brachte Tamure Roc bei der Bummelei auch nicht annähernd in Gefahr. 1:14,1 genügten der Stute, binnen zwei Minuten um 64.400 Euro reicher zu werden.

ERGEBNIS

Sonntag, 15.04.2018
Turin / Italien
Gran Premio Costa Azzurra
154.000 € - 1600 m - Autostart
FFA

1.Tamure RocSanto Mollo1:14,1114
2.Timone EKRoberto Andreghetti1:14,152
3.Turno di AzzurraFederico Esposito1:14,5247
4.Shadow GarPietro Gubellini1:14,5221
5.Toseland KyuEnrico Bellei1:14,7198
6.Ufo Robot HPGaetano di Nardo1:14,9572
 Arazi BokoAlessandro GocciadorohdF145
 DijonRomain DerieuxG.d.Z.29
 Uragano TrebiRoberto VecchioneG.d.Z.233
 Uza JosselynAlexandre Abrivardd.r.20

Tamure Roc - 6j. St. v. Exploit Caf a.d. Ema Roc v. Lemon Dra
Sieg: 114:10 - Platz: 29 - 25 - 46:10 - Zwilling: 281:10 - Dreierwette: 7.558:10

Leichtes Spiel für Gocciadoros »Baumeister«

Um fünf Wochen vorverlegt und im gleichen »Aufwasch« erledigt wurde der von 66.000 auf 88.000 aufgepeppte Gran Premio Citta di Torino für Europas Vierjährige. Dies lockte mit Richard Westerinks Esmondo und Jean-Pierre Dubois Classic Connection sogar zwei Gäste über die Alpen, die allerdings in der Endabrechnung so gut wie keine Rolle spielten. Dabei zügelte Westerink dieses Mal seinen zuweilen ungestümen Vorwärtsdrang und verharrte für die erste Runde hinter dem die Außenspur anführenden Deutschen, der bis ausgangs der ersten Kurve gar durch Spur drei strampeln musste.

Dem Derby-Trostlauf- und Breeders Crown-Sieger 2017 half es nichts mehr, dass ihn Varieta Luis nach 1200 Metern mit einem Gewaltvorstoß aus dieser Lage befreite - 400 Meter später waren beide schachmatt und landeten unter »ferner liefen«. Zu jener Zeit hatte Westerink längst seine Zurückhaltung aufgegeben und war an der Seite des seit ausgangs der ersten Kurve vor Vaprio, Viscarda Jet, Vivid Wise As und Vale Capar führenden Vitruvio aufgezogen. Zu beeindrucken vermochte der für Westerinks eigene Kasse laufende Un Mec d´Héripré-Sohn den Schützling von Alessandro Gocciadoro - wie auch alle anderen - nicht mehr.

Der nach einem altrömischen Architekt benannte Adrian Chip-Sohn, der sich 2017 mit dem ersten Finale des Breeders Course in Wolvega, dem »Citta di Napoli« und dem »Orsi Mangelli« drei »Riesen« eingeklinkt hatte, im Derby jedoch an einer Galoppade gescheitert war, schaffte den neunten Sieg aus 25 Starts, nach dem er nun 431.620 Euro sein Eigen nennt, viel leichter, als das nackte Resultat ausdrückt.


Längst hatte der »Mann in Gelb« die Sache als erledigt betrachtet bzw. nahm bereits die »Bravos« der Fans entgegen, als weit außen Vivid Wise As als Schnellster der letzten 100 Meter bis auf eine Länge auflaufen konnte. Eineinhalb Längen später war nach einem Maßrennen Vaprio im Ziel, wogegen Esmondo am Ende »Zunge zeigte« und klar zurück selbst Rang vier an die innen fein geschonte Viscarda Jet verlor.

ERGEBNIS

Sonntag, 15.04.2018
Turin / Italien
Gran Premio Citta di Torino
88.000 € - 2060 m - Autostart
Vierjährige Europäer

1.VitruvioAlessandro Gocciadoro1:12,615
2.Vivid Wise AsEdoardo Loccisano1:12,742
3.VaprioGaetano di Nardo1:12,9162
4.Viscarda JetFerdinando Pisacane1:13,4165
5.EsmondoRichard Westerink1:13,5622
6.Vale CaparEnrico Bellei1:13,6324
7.ValdiviaRoberto Vecchione1:14,1178
8.Classic ConnectionJean-Pierre Dubois1:14,8395
9.Varieta LuisAlexandre Abrivard1:16,6128
 Vessillo AsEdoardo Baldid.r.95
 Vash TopRoberto Andreghettid.r.151
 Victor FermAndrea Guzzinatid.r.468
 Vae Victis ClubManuele Metteinid.r.721

Vitruvio - 4j. H. v. Adrian Chip a.d. Tigre OM v. Zebu
Sieg: 15:10 - Platz: 12 - 14 - 27:10 - Zwilling: 50:10 - Dreierwette: 214:10

Ein Guide zum Blauen Band?

Mit einer kräftigen deutschen Note, die eher eine französisch-amerikanische ist, wurde der Renntag zum Auftakt gewürzt. Das beste Ende des den Dreijährigen vorbehaltenen Premio Frisky Bieffe blieb den beiden Schützlingen von Jean-Pierre Dubois vorbehalten, die das Sechsertreffen, aus dem sich Zirconio CR und Zimmy Cub früh durch Galoppaden um alle Chancen brachten, zu einem Schaulaufen umfunktionierten. Der 77-jährige Dubois begann mit City Guide, einem Vollbruder zu Classic Connection, wie üblich äußerst zügig, setzte sich umgehend vor das kleine Feld und führte dann in eher gemütlichem Tempo vor Stall- und Zuchtkamerad Laurel Park, einem Bruder zum in Schweden erfolgreichen Le Miracle und Larry Joe, um die Runden.

Erst auf den finalen 500 Metern ließ Dubois seinen Partner ein wenig von der Leine. Der erhöhte problemlos die Schlagzahl und stiefelte in prächtiger Manier zum vierten Sieg in Folge. Bezwungen worden ist der von Yves Boireau vorbereitete, kompakte Braune allein beim späten Zweijährigen-Debüt am 21. Dezember und bleibt ein heißer Anwärter auf den Sieg im 123. Deutschen Traber-Derby.


1:16,8 genügten ihm, um seinen Boxennachbarn um eineinhalb Längen in Schach zu halten und 3.500 Euro einzustreichen, was sein Konto auf überschaubare 14.020 Euro erhöhte. Santo Mollo beschränkte sich hinter Laurel Park (17,0) darauf, mit ähnlichem Abstand vor dem stets hinter ihm trabenden Zaccheo del Ronco (17,1) anzuschlagen. - (mw)

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