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13. APR 2018

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Keine Gnade für Souloy

Zumindest in Nordeuropa ist man offenbar gewillt, Fabrice Souloy langfristig aus dem Trabrennsport zu entfernen.

Gegen das erstinstanzliche Urteil der schwedischen Sportgerichtsbarkeit, das den Franzosen wegen Kobalt-Dopings seines Schützlings Un Mec d´Heripré im Finale des Solvalla Elitloppet 2016 zu einem Jahr Sperre und einer Million Kronen (ca. 100.000 Euro) Geldbuße verurteilt hatte, weil das Vorliegen einer vorsätzlichen Straftat nicht bejaht werden konnte, hatten sowohl der Betroffene als auch der Svenskt Travsportens Centralforbund (STC) Berufung eingelegt.

Der Einschätzung der erstinstanzlichen Richter vermochten die Kollegen der Berufungs-Instanz nicht zu folgen. Sie verurteilten den 50-Jährigen nun zu zehn Jahren Fahr- und Anmeldungsverbot sowie Zugangsverbot zu allen Rennbahnen. Von einer Geldstrafe ist im neuen Urteil nicht mehr die Rede. Souloy war bereits in Norwegen wegen der vier positiven Dopingproben seiner Starter beim Oslo Grand Prix-Meeting 2016 (Lionel, Your Highness, Un Mec d´Heripré und Timone EK) zu 15 Jahren Ausschluss und 500.000 Nkr (ca. 52.000 Euro) Geldbuße verurteilt worden, die in der zweiten Instanz auf zehn Jahre reduziert wurden.

In seiner französischen Heimat war Souloy seit 2. Januar 2017 wegen eines weiteren, positiven Befundes bei Lover Face für ein Jahr gesperrt, die Wiedererteilung der Lizenz wurde ihm auch nach Ablauf der Sperre bislang verweigert. Johan Lindberg, General-Sekretär des STC, war mit der Entscheidung der Berufungs-Instanz natürlich zufrieden: »Diese Entscheidung steht vollkommen im Einklang mit unserer harten Haltung gegenüber Doping. Es liegt ihr die Erkenntnis zugrunde, dass Souloy Un Mec d´Heripré absichtlich gedopt hat. Eine solche Person hat in unserem Sport nichts zu suchen. Der Tierschutz ist einer der wichtigsten Grundsätze innerhalb unseres Regelwerks«, sagte er.

Ergänzend fügte Lindberg hinzu: »So schlimm dieser wie auch andere Dopingfälle sind, sie zeigen, dass unsere Anti-Doping-System mit dem Ziel eines sauberen Trabrennsports funktioniert. Wir haben die Bestimmungen über die Jahre hinaus angepasst und verbessert, wir beschäftigen die weltweit besten Labors zur Untersuchung der Proben. Der schwedische Trabrennsport ist sauber und steht zu seinen Werten«.

Die Entscheidung der Berufungs-Instanz ist nicht anfechtbar und mithin rechtskräftig. Der Weg vor die ordentlichen Gerichte steht Souloy zwar noch offen, doch hat sich ausweislich eines auf der Website www.travsport.se veröffentlichten »Frage-und Antwort«-Kataloges in zwei vergleichbaren Fällen der Oberste Gerichtshof Schwedens jeweils den Entscheidungen der Sportgerichtsbarkeit angeschlossen. Auch ein Ausweichen in ein außer-europäisches Land dürfte für Souloy praktisch unmöglich sein, eine vorzeitige »Begnadigung« (Reduktion oder Aufhebung der Sperre) sei, so heißt es in der gleichen Quelle, wenig wahrscheinlich.

Prinzipiell ist ein Start von Souloy-Pferden unter dem Namen seines Schwagers Philippe Billard, der seit Beginn der Sperre als Trainer zeichnet, auch in Skandinavien denkbar, jedoch haben die Veranstalter dort beschlossen, zumindest zu den großen Rennen keine Pferde aus dem Dunstkreis des Doping-Sünders einzuladen. Innerhalb Skandinaviens ist es dortigen Lizenznehmern untersagt, mit einem wegen Dopings verurteilten Trainer zusammen zu arbeiten.

Man darf gespannt sein, ob der französische Verband als Lizenzgeber Souloys die ausgesprochenen Ausschlüssen akzeptiert und übernimmt. In Fachkreisen wird damit nicht gerechnet, weil man nicht einschätzen kann, ob das französische Recht in diesem Bereich eine so lange Sperre, die ja einem Berufsverbot gleichkommt, tatsächlich zulässt. Ein gravierendes Abweichen vom Zehn-Jahres-Zeitraum wäre den Bemühungen der Doping-Bekämpfung - vor allem in den nordeuropäischen Ländern - aber sicher nicht förderlich. - (cw)

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