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8. FEB 2018

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Howard Beissinger gestorben

Gut drei Monate vor seinem 95. Geburtstag starb der am 23. Mai 1923 in Hamilton (Ohio) geborene Howard Beissinger am Dienstag nur einige Meilen von seinem Geburtsort entfernt.

Durch drei Siege im Hambletonian, Amerikas größtem Traber-Klassiker, verdiente er sich den Spitznamen »Hambo Howard«. Er genoss weltweit hohes Ansehen, denn er fuhr seine Rennen nicht nur in Amerika und Kanada, sondern auch in Russland, Deutschland, Schweden, Italien und vielen anderen Staaten der Erde. Schon 1975 wurde er in die »Hall of Fame« des amerikanischen Trabrennsports gewählt. Bekannt war er vor allem für seine harte und sachliche Einstellung gegenüber seinem Beruf. Seine Liebe zum Detail, vor allem was den Beschlag der Pferde betraf, brachte ihm Bewunderung und Anerkennung zahlreicher Kollegen ein.

Das Pferd, mit dem sein Name untrennbar verbunden ist, war Speedy Crown. Er wurde 1968 geboren und wuchs auf der Farm der Familie Beissinger in Hamilton auf. 1971 gewann Speedy Crown das Hambletonian in nur zwei Heats und wurde nach seiner Renn-Karriere einer der erfolgreichsten Deckhengste aller Zeiten. Zwei Jahre zuvor hatte Beissinger das »Hambo« bereits mit Lindy´s Pride gewonnen, einem Hengst, der seine Probleme mit den Hufen durch seinen Kampfgeist und seinen Speed zu kompensieren wusste. Durch Siege im Yonkers Trot und im Kentucky Futurity - bei beiden saß Beissinger ebenfalls im Sulky - wurde er einer der wenigen Triple Crown-Gewinner.

»Hambo Howard« gewann den Klassiker noch ein drittes Mal, 1978 mit Speedy Somolli, einen Sohn Speedy Crowns, von dem Beissinger sagte, er sei das schnellste Pferd gewesen, das er je gefahren habe. Gelernt hatte er den Beruf von seinem Vater, der im Sommer stets einige Pferde trainierte. Seine Mutter indes brach in Tränen aus, als der Sohn ihr kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges eröffnete, er wolle ins Trabrenngeschäft einsteigen. Er wurde rasch ein erfolgreicher Trainer und Fahrer, vor allem auf dem Chicago Circuit. Seine Fähigkeiten und seine Arbeitsethik machten schnell prominente Besitzer auf ihn aufmerksam.

1955 heiratete er Ann Wingers, von der er sich nach 44 Jahren Ehe im Jahre 1999 scheiden ließ. Mitte der 60er Jahre bekam Beissinger das Vertrauen der Familie Antonacci aus New York, und diese Partnerschaft dauerte über Jahrzehnte hinweg. Für die Familie und ihre Partner trainierte Beissinger ungezählte Stakes-Sieger. Trotzdem war er stets bemüht, keinen seiner Besitzer zu bevorzugen. 1984 qualifizierte er vier seiner Schützlinge für das Hambletonian, fuhr aber keines der Pferde selbst, um eben diese Bevorzugung zu vermeiden.

1987, schon 64 Jahre alt, steuerte er Defiant One zum Sieg in der Breeders Crown in Toronto (Kanada) und wurde zum ältesten Fahrer aller Zeiten, der eine der begehrten »Kronen« gewann. Über mehr als ein halbes Jahrhundert war er auch im Rodeosport involviert, reiste durch das ganze Land, um seiner recht erfolgreichen Lana zuzuschauen und seine Cowboy-Freunde zu treffen. Angst kannte Beissinger weder beim Rodeo, wo er sehr gern am »Stier-Wrestling« teilnahm, noch bei den anderen Aktivitäten seines Lebens. So unternahm er kurz nach seinem 80. Geburtstag einen Tandemflug mit einem Paraglider, zehn Jahre später, an seinem 90., flog er in Begleitung mit einem Hanggleiter in einem Kilometer Höhe über Lookout Mountain in Georgia. Beissinger hinterlässt vier Kinder und zwei Enkel. - Quelle: USTA Newsroom, in Teilen übersetzt von Christian Warnke

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