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12. JAN 2018

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»Rechter Haken« zum rechten Zeitpunkt

Oft genug wird während der Kernzeit des Vincenner Winter-Meetings übersehen, dass es auch rund 900 Kilometer südlich in Cagnes-sur-Mer über Winter erkleckliche Sümmchen zu verdienen gibt.

Am Donnerstag, als schon alle Welt das Pariser Wochenende rund um den Prix de Belgique im Blick hatte, hatte die Piste an der französischen Riviera mit dem Prix de la Côte d´Azur die am zweithöchsten dotierte Aufgabe »ihres« Winters im Angebot. Wer in der mit 18 Startern bestückten 150.000 Euro-Prüfung die Quinté+-Wette zu treffen gedachte, tat gut daran, sich zu erinnern, dass in den letzten Jahren zwei- und / oder vierbeinige Ausländer tragende Rollen gespielt hatten. Drei Mal hatten die belgischen Martens-Brüder Lorbeeren samt höchstem Scheck von 67.500 Euro abgeräumt (Sinko du Vivier 2011, Quattro Ecus 2012, Olmo Holz 2015).

2016 schnappte sich Dominik Locqueneux (Belgien) mit dem Schweden Quick Fix den Sieg, im Vorjahr war es Franck Nivard mit Apollon de Kacy für den schwedischen Trainer Jörgen Westholm. Letzte in allen Facetten französische Sieger waren 2014 als verspäteter 602:10-Silvester-Knaller Quel Instant und François Lagadeuc - und so sollte es auch bleiben. Dabei sah es bis weit in die in Cagnes schier unendlich lange Zielgerade danach aus, als solle dieser ominöse »Bock« mal wieder umgestoßen werden, denn die Kandidaten des ersten Bandes ließen es ordentlich »kesseln«. Für die ersten 600 Meter war Nicolas Ensch mit Brune des Forges für den Takt verantwortlich. Danach folgten der Rolling d´Héripré-Tochter als »Kommandeure« in dieser Reihenfolge die über Spur zwei aufrückenden Classic Way, As Doré und A Nice Boy, bis die erste Runde vollendet war.

Obwohl bereits eineinhalb Kilometer zügig unterwegs, war es Gabriele Gelormini längst nicht schnell genug. Über die dritte Spur scheuchte er Avrik de Guez an die Seite des Piloten und massierte diesen ab Mitte der letzten Überseite derart gründlich, dass sich die bislang in der hinteren Versenkung liegenden Gespanne des Zulagen-Bandes die Hände reiben konnten. Bis zur letzten Ecke »schrubbten« sich A Nice Boy und Avrik de Guez - und hatten nichts mehr zu bestellen, als die allmählich sich nach vorn pirschenden Gegner in breiter Phalanx mobil machten. Zunächst sah es nach dem auf vielen europäischen »Hochzeiten« gegen die schwersten Kaliber tanzenden Tony Gio und Christophe Martens aus, doch waren sein unmittelbarer Verfolger Beau Gamin - auch er durch das »Stahlbad« zahlreicher Gruppe-Prüfungen gehärtet - und überraschend Vasco Flower ein kleines bisschen stärker.


Noch viel besser aber war Coup Droit drauf. Dem schmächtigen Hagoort-Schüler mit dem riesigen Kämpferherzen waren Taktik und Verlauf Wasser auf seine Speed-Mühlen. Erst vierter »Waggon« des Zuges, der in dritter Schlussbogenspur vorwärts gedampft war, bekam der Prodigious-Sohn in der Hand von Mattheu Abrivard ganz weit draußen förmlich Flügel und seifte die Konkurrenz mit zweieinhalb Längen Vorsprung kräftig ein. Es war der zehnte Sieg des kernigen Fuchses, der lukrativste obendrein, mit dem er dem Why Not Stable aus 38 Prüfungen 431.310 Euro eingetrabt hat - und das, obwohl sein Trainer nach einer ausgiebigen, harten Saison gar nicht recht wusste, was er mit dem Hengst über Winter machen sollte.

Mehr oder weniger aus Verlegenheit wurde er zu Weihnachten in den Prix Ténor de Baune eingeschrieben, und nur, weil er dort als Siebter eine überzeugende Vorstellung gegeben hatte, mit der man ihn unmöglich in Ruhe schicken konnte, war er an der Riviera am Start.

ERGEBNIS

Donnerstag, 11.01.2018
Cagnes sur mer / Frankreich
Prix de la Côte d´Azur
150.000 € - 2925 m - Bänderstart
5j. bis 10j. aller Länder

1.Coup DroitMatthieu Abrivard1:13,152
2.Vasco FlowerCharles Julien Bigeon1:13,968
3.Beau GaminDavid Békaert1:13,3260
4.Tony GioChristophe Martens1:13,368
5.Baby Lou MaxNicolas Mortagne1:13,493
6.Cathy A QuiraRomain Derieux1:14,2160
7.CavalleriaJean-Charles Féron1:13,6370
8.Ultimo du DouetVirgile Foucault1:14,3680
9.Boss du MéleucYannick-Alain Briand1:13,8350
10.Avrik de GuezGabriele Gelormini1:14,4380
11.As DoréDominik Locqueneux1:14,5290
12.VerzascoGilbert Martens1:14,6880
13.A Nice BoyDavid Thomain1:14,659
14.AdélieLoris Garcia1:15,11120
15.Vico du Petit OdonYvan Lacombe1:15,81240
16.Classic WayJean-Philippe Monclin1:17,499
 Brune des ForgesNicolas Enschd.r.200
 Buffalo de BeylevJean-Pierre Enschd.r.1130

Coup Droit - 6j. H. v. Prodigious a.d. Saint Leonard v. Jain de Beval
Sieg: 52:10 - Platz: 27 - 25 - 59:10 - Zwilling: 204:10
Drilling: 1.290:10 - Dreierwette: 5.113:10

Was im Hauptrennen nicht ganz geklappt hatte, holten die Martens-Brüder im Prix Cagnes-sur-Mer (50.000 Euro / 2925 Meter) für fünf- bis zehnjährige Europäer, die noch keine 271.000 Euro verdient hatten, nach. Trotz 25 Meter Zulage war der erst seit September bei ihnen stationierte Schwede Global Respons turmhoch überlegene Ware und schaffte beim fünften Versuch für Joseph Vanduffels grün-weiße Farben den zweiten Volltreffer 30 Meter vor dem »gedemütigten Rest, von dem sich Buzz de Carel als zweite Kraft des Wettmarkts noch am besten präsentierte. Im Sulky des in 1:13,4 siegenden, bei 22:10 notierten Credit Winner-Sohnes saß natürlich Christophe Martens.

Und dann gab es mal wieder kostenlosen »Anschauungs-Unterricht» für den eigentlich doch »franko-affinen« deutschen Haupt-Verband für Traber-Zucht, wie im stets hoch gelobten, gleichwohl in den entscheidenden Fragen als »Vorbild« und Orientierungspunkt nicht akzeptierten Nachbarland bei Fahrspur-Veränderungen im Einlauf und mindestens Störung des unterlegenen Gespanns verfahren wird.


Der im Prix Promising Catch durchweg führende Delphos lief Nicolas Ensch auf der Zielgeraden um mindestens vier Spuren (aus der Front-Perspektive waren es auch eher sechs) nach außen - keine Chance für den aus seinem Windschatten hartnäckig attackierenden Dakin Turgot (Yannick-Alain Briand), diesen Rad-an-Rad-Kampf erfolgreich zu bestehen. Nach Auswertung des Zielfotos hatte Delphos die Nase als Erster an der Ziellinie, doch folgte der Einspruch der Rennrichter auf dem Fuß. Er wurde nicht wie in Traber-Deutschland - weit vor dem völlig unbeteiligten Dritten Dorthez Prestance - völlig unsinnig komplett aus der Wertung genommen, sondern - wie hierzulande bis 2007 üblich - hinter Dakin Turgot (folglich auf den Ehrenrang) platziert.

Nur bis in den ersten Bogen des Prix Kaiser Sozé währte der deutschen Traber-Fans Daumendrücken für Popeye Diamant. Dann kam der von Gerhard Biendl aus zweiter Startreihe blendend ab- und im vorderen Pulk untergebrachte 23-fache Sieger, eigentlich ein Muster an Trabsicherheit, in einer engen Situation aus dem Takt und war nicht mehr rechtzeitig auszuparieren. - (mw)

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