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8. JAN 2018

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Umsätze ergänzt - Dopingproben gekürzt

Nach einem Gespräch mit Josef Schachtner, dem Vorsitzenden des Straubinger Rennvereins, haben wir eine vollständige Liste der dortigen Umsätze für das vergangene Jahr 2017 erhalten.

Bislang waren lediglich die Umsätze - aufgeschlüsselt nach den einzelnen Rennen - bei uns abrufbar, die an Renntagen ohne PMU-Rennen erzielt wurde. Der Grund: bei allen anderen Veranstaltungen wurde die in Deutschland auf die Straubinger Rennen getätigten Umsätze - gekürzt um die gesetzlichen Abzüge - direkt in den PMU-Toto eingespeist. Dies lässt, so Josef Schachtner, das Rennwett- und Lotteriegesetz ausdrücklich zu, und in Bayern ist durch diese Art der Abwicklung - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - auch die 96 %-ige Rückerstattung der Steuer, aus denen sich die Rennvereine finanzieren, auch nicht gefährdet.

So ist es »den Straubingern« gelungen, Teile der bislang in andere Kanäle abgeflossenen Umsätze wieder »in den Sport« zurückzubringen und letztlich davon zu profitieren. Laut HVT-Statistik gelang es so im letzten Jahr, den Umsatz auf die Straubinger Rennen mehr als zu verdoppeln. Wir haben die entsprechenden Gesamtumsätze - leider ohne Aufteilung auf die einzelnen Rennen - nun in unsere Umsatz-Datenbank eingearbeitet.

Man fragt sich, warum die Veranstalter in den übrigen Bundesländern nicht versuchen, Kontakte zu den dortigen Finanz-Ministerien aufzunehmen und eine Harmonisierung der steuerlichen Behandlung mit Bayern zu erzielen. Es wäre sicher nicht die Lösung aller Probleme des deutschen Trabrennsports, aber möglicherweise ein Schritt in die richtige Richtung bzw. ein Erfolg versprechender Versuch, den Umsatzrückgang zu bremsen.

Während eine »Wende zum Positiven« also bisher nicht versucht wurde, hat man bei einem anderen Thema kurzerhand und unangekündigt Fakten geschaffen, die eher einer »Wende zum Negativen« gleichen. Schon am ersten Renntag des Jahres in Gelsenkirchen fiel auf, dass in den so genannten PMU-Rennen nur noch eine Dopingprobe pro Rennen entnommen wird. Das war in den Rennberichten der beiden folgenden Renntage, erneut in Gelsenkirchen und in Straubing, nicht anders. Dem Vernehmen nach ist der Grund dafür eine Anpassung an die Verhältnisse in der Schweiz und Österreich, wo in PMU-Rennen schon in der Vergangenheit nur jeweils eine Probe Pflicht war und auch entnommen wurde.

Der wahre Grund dürfte vermutlich jedoch eine immense Ersparnis für den HVT sein, erzeugen doch Entnahme und Analyse einer Dopingprobe nach unseren Informationen Kosten zwischen 300 und 400 Euro, was bei fünf Rennen pro Renntag 1.500 bis 2.000 Euro weniger bedeuten würde. Ob man sich jedoch mit der Orientierung an den Mindest-Standards einen Gefallen tut, darf bezweifelt werden. Der noch nicht abgeschlossene »Fall Kelso« wäre gar keiner geworden, hätte man das Procedere bereits im letzten Jahr geändert, weil der Wallach seinerzeit in Mariendorf als Zweiter getestet worden war. Oder glaubt jemand, dass der Sport so »ehrlich« geworden ist, dass man künftig auf einen Teil der Kontrollen verzichten kann? - (cw)

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