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8. JAN 2018

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»Fausthieb« vor dem »Cornulier«

Spätestens an diesem Sonntag trat das Winter-Meeting von Vincennes in seine ganz heiße Phase.

Was den Sulky-Pferden in einer Woche der Prix de Belgique, nämlich die Generalprobe für den Prix d´Amérique am 28. Januar, ist den Satteltrabern der Prix du Calvados, der heuer in leicht abgewandelter Aufmachung daherkam. Seit 2010 über 2850 Meter statt wie zuvor über 2175 Meter ausgetragen, hat die Société de Vincennes diesen 150.000er gemeinsam mit dem »Cornulier« und dem am 4. Februar terminierten Prix de l´Île de France zur »Triple Couronne« der Monté-Traber aufgewertet. Wer alle drei »Zacken« gewinnt, erhält einen Bonus von 100.000 Euro, der nicht auf die Gewinnsumme angerechnet wird. Zugleich waren damit erstmals in dieser Triplette Wallache ausgeschlossen.

Beim letzten Test vor dem mit 700.000 Euro lukrativsten Trabreiten der Welt hieb mit Bilibili ein in dieser Disziplin hoch bewährter »Haudegen« kräftig auf den Tisch, während Traders, der in seinen ersten beiden Monté-Versuchen die Konkurrenz kräftig gerupft hatte, überdeutlich unter die Nase gerieben bekam, dass sich die Arrivierten doch nicht im Handstreich aus dem Weg räumen lassen. Dabei lief es für den Bold Eagle-Bezwinger des Vorwinters streng nach Drehbuch. Zügig in die Partie eingestiegen, konnte sein Reiter Yoann Lebourgeois genüsslich zusehen, wie sich die am schnellsten auf die Beine findenden EL Catwalk und Udayama einen Kilometer lang um die Führung beharkten.

Dann hatte Clément Frécelle ein Einsehen und parkte hinter der Finnin ein, die für weitere 600 Meter den Takt vorgab. Bergan übernahm der an dritter Stelle lauernde Traders zügig die Führung, was ihm umso leichter fiel, als EL Catwalk mit ihrem Latein bald gründlich am Ende war und Udayama in hintere Gefilde mitnahm. Zu diesem Zeitpunkt kam nun Bilibili ins Spiel. Der in 22 Montés, von denen er neun gewonnen hatte, gestählte Schützling Alexandre Abrivards, kurz vor dem Start am Totalisator von 45 auf 27:10 abgestürzt, klebte dem Favoriten wie »angeschmiedet« an den Hacken. Ihm folgten die Außenseiter Bohemian Rhapsody, Catalogne und Alpha Saltor, wogegen von Titelverteidigerin Bellissima France, von Matthieu Abrivard sehr behutsam ins Rennen geführt, gar nichts zu sehen war.


Ab der letzten Ecke gab Frankreichs frisch gekürter Monté-Champion richtig Gas, und innerhalb kürzester Distanz wurde die Frage nach dem Sieger und wohl auch Cornulier-Favoriten rigoros geklärt. Wie Pegasus flog Bilibili aus Zucht und Besitz von Jean-Pierre Barjon auf und davon, schaffte spielerisch leicht den zehnten Sieg der Karriere und baute sein Konto auf 936.300 Euro aus. Das nächste Aushängeschild der unvergleichlichen französischen Generation »B« hat damit eine siebenstellige Gewinnsumme dicht vor Augen. Der schwächelnde Traders vermochte nicht mal den Ehrenplatz festzuhalten, für den ihn die lediglich durch einen »Hals« getrennten Bohemian Rhapsody und Catalogne locker um drei Längen links liegen ließen. Der gründlich entzauberte Ready Cash-Sohn musste sich gar Platz vier mit dem von weit hinten ins Geschäft gebrachten Cyprien des Bordes teilen.

Erst danach meldete sich Bellissima France zu Wort, die Matthieu Abrivard nach zwei vergaloppierten Einsätzen, bei denen sie barfuß unterwegs war, dieses Mal rundum beschlagen - wie auch Bilibili und Traders - extrem defensiv losgeschickt hatte. Die einzige Millionärin im Feld hielt sich mit dieser Vorführung im Hinblick auf den »Cornulier« genauso bedeckt wie Alpha Saltor, Athéna de Vandel und Attentionally - allesamt im Monté-Sport bewährte Größen. »Dieser Bilibili ist ein echter Krieger und gehört zu den Top-Satteltrabern. Nun gilt es, ihn die nächsten 14 Tage in Form und bei Laune zu halten - dann steht ihm der Cornulier offen«, strahlte Alexandres Vater Laurent-Claude Abrivard über die gelungene Vorbereitung, die mit 1:13,6 doch recht deutlich über dem von Uppercut de Manche seit 2015 mit 1:13,0 gehaltenen Rennrekord beendet war.

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Sonntag, 07.01.2018
Vincennes / Frankreich
Prix du Calvados
150.000 € - 2850 m - Bänderstart - Reiten
5j. bis 10j. aller Länder, mindestens 160.000 €

1.BilibiliAlexandre Abrivard1:13,027
2.Bohemian RhapsodyCamille Levesque1:13,2210
3.CatalogneMathieu Mottier1.13,2560
4.Cyprien des BordesJean-Loïc Claude Dersoir1:13,5580
4.TradersYoann Lebourgeois1:13,522
6.Bellissima FranceMatthieu Abrivard1:13,7210
7.Alpha SaltorAntoine Wiels1:13,7350
8.Athéna de VandelAdrien Lamy1:13,8180
9.AttentionallyDavid Thomain1:13,8150
10.UdayamaClément Frécelle1:14,31520
11.Clara du PontseuilPierre-Yves Verva1:15,0550
12.Moving OnEric Raffin1:15,2260
13.EL CatwalkLina Aho1:16,2550

Bilibili - 7j. H. v. Niky a.d. Quetty du Donjon v. Coktail Jet
Sieg: 27:10 - 15 - 34 - 74:10 - Zwilling: 235:10
Drilling: 3.036:10 - Dreierwette: 4.529:10 - Totes Rennen auf dem 4. Platz

Revanche abgeschmettert

Im Prix de Tonnac-Villeneuve für die 2014 in Frankreich geborenen Stuten und Hengste drohte ein ähnliches Feuerwerk wie im Critérium des 3 Ans. Nach einem atemberaubenden Finish hatte an jenem 9. Dezember Eridan die Nase als Erster ein paar Zentimeter vor Erminig d´Oliverie und seinem Stallgefährten Ecu Pierji ins Ziel gesteckt und war doch nicht als klassischer Sieger hochgezogen worden: Die Gangart des Pechvogels hatte den gestrengen Rennrichtern auf den letzten 50 Metern nicht mehr genügt.

Dem Ready Cash-Sohn gelang es nicht, dieses Resultat im Remake - acht der neun Pferde kannten sich aus dem »Critérium« - zu korrigieren. Im Gegenteil: Für die sich immer nachdrücklicher zur Besten dieser Generation emporschwingende Scipion du Goutier-Tochter, wie ihr Vater nicht unbedingt eine Schönheit in ihren Bewegungen, dafür mit urwüchsiger Kraft ausgestattet, war dieser zehnte Sieg aus 17 Aufgaben - der vierte en suite bzw. achte auf Gruppe-Niveau - am Ende recht leichtes Spiel, auch weil die beiden Hengste Philippe Dewulfs eher nicht zusammenarbeiteten.

Anfangs gab Easy des Racques vor Elite du Ruel und Express Evening die Kommandos, doch wurde er nach wenigen hundert Metern von Eridan abgelöst. Doch auch der hatte keine Traute, der in der Senke wuchtig attackierenden Erming d´Oliverie Paroli zu bieten, so dass Franck Nivard mit ihr relativ unbehelligt in Front ziehen und dort sein Pensum bei 1:14 recht gemütlich »abbummeln« konnte. Enino du Pommereux fand als Anführer der Außenspur ebenfalls wenig Geschmack, ihr kräftig auf den Zahn zu fühlen. Diese Aufgabe hätte dem direkt hinter ihm liegenden Ecu Pierji zugestanden, doch erstarrte Mathieu Mottier mit dem Fuchs wie das Kaninchen vor der Schlange und hielt sich weiter bedeckt.


Wenn über drei Viertel des Wegs gebummelt wird, haben am Ende alle reichlich zu verkaufen und wird es entsprechend schwer, Terrain wettzumachen - diese gar nicht so neue Weisheit muss sich der 25-Jährige vorhalten lassen. Auf dem zügigen Endstück gab Nivard seiner Stute gerade soweit den Kopf frei, dass sie gemeinsam mit Enino du Pommereux Eridan im Gefängnis halten konnte. Der Ready Cash-Sohn bekam gerade so viel Freiraum wie nötig, um den Ehrenplatz zu sichern. Ecu Pierji wiederum vermochte seinen Vordermann nicht zu übertrumpfen und wurde als »Strafe« für den mutlosen Vortrag mit Platz vier abgespeist - und selbst für den musste er sich gegen Easy des Racques, Elite du Ruel und Express Jet gehörig ins Zeug legen.

Dass die Siegerin mit 1:13,4 um eine »Weile« über dem im Vorjahr von Doberman und Franck Nivard (!) auf 1:12,1 gedrückten Rennrekord blieb, dürfte ihr Umfeld wenig interessiert haben. Sie, die nun, gerade vierjährig geworden, bereits 627.790 Euro ihr Eigen nennt, steht auf der Ehrentafel neben unter anderem Ready Cash, The Best Madrik oder Akim du Cap Vert.

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Sonntag, 07.01.2018
Vincennes / Frankreich
Prix de Tonnac-Villeneuve
120.000 € - 2175 m - Bänderstart
Vierjährige Stuten & Hengste, mindestens 23.000 €

1.Erminig d´OliverieFranck Nivard1:13,423
2.EridanDavid Thomain1:13,546
3.Enino du PommereuxSylvain Roger1:13,5250
4.Ecu PierjiMathieu Mottier1:13,743
5.Easy des RacquesJean-Philippe Monclin1:13,7280
6.Elite du RuelFranck Anne1:13,7110
7.Express JetPierre Vercruysse1:13,7140
8.Express EveningEric Raffin1:13,9600
9.Ezio JosselynBjörn Goop1:14,7320

Erminig d´Oliverie - 4j. St. v. Scipion du Goutier a.d. Theze d´Oliverie v. Gobernador
Sieg: 23:10 - Platz: 13 - 21 - 29:10 - Zwilling: 49:10
Drilling: 187:10 - Dreierwette: 511:10

Furiose Schlussattacke

Begonnen hatte die Serie der hoch dotierten Matches mit dem Prix de Lille, der im Untertitel als Prix Bold Eagle dem »Crack der Cracks«, nämlich dem Punktbesten der französischen Epiqe-Serie 2017, seine Referenz erwies und über 2100 Meter echten »Männersport« bot - wenn auch zumindest auf den ersten 1200 der geforderten 2100 Meter vorwiegend in taktischer Hinsicht. Glasklarer 18:10-Favorit war trotz der Fülle in derartiger Vergleiche gestählter Kontrahenten Afghan Barbés, dessen Stern vor ziemlich genau einem Jahr strahlend hell aufgegangen ist.

Bis November 2016 war er Einer unter Vielen, dann folgte der unaufhaltsame Aufstieg des Wallachs: Neun Siege, drei Ehrenplätze und mehr als 300.000 Euro aus 15 Versuchen hat der Meaulnes du Corta-Sohn seitdem gebunkert, und auch die jüngste Niederlage gegen eine enorm stark spurtende Uza Josselyn brach ihm keinen Zacken aus der Krone. Ähnliches sollte dem Kraftprotz erneut blühen, der sich um den etwas ungeliebten Startplatz »9« wenig scherte und ganz außen voller Zuversicht loslegte. Der anfangs führende Testimonial OK räumte den Platz an der Sonne nach 250 Metern für Attacus, dem in der Senke Vénus de Bailly als Spitzenreiter folgte. Bevor er eingebaut werden konnte, schoss Attacus blitzartig heraus, holte sich die Führung zurück und reichte sie an den drückenden Cobra Bleu weiter. Damit blieb Afghan Barbés in der »Todesspur« hängen, doch bekam Charles-Julien Bigeon bald in Bakchich und dann In Vain Sund Zugpferde, die in dritter Reihe bereits einige Reserven angezapft hatten, um ins Vordertreffen zu gelangen.


Bei 1:10er-Takt krempelte Afghan Barbés 600 Meter vor dem Pfosten in gewohnter Manier die Ärmel hoch. Der Widerstand Cobra Bleus war zu Beginn der Zielgeraden rasch gebrochen, und bei vier Längen Vorsprung sprach alles für den 16. Volltreffer des bulligen Wallachs. Pferd und Fahrer stellten jedoch auf den finalen 100 Metern den Betrieb so weit ein, dass Eric Raffin mit Attacus plötzlich Morgenluft witterte. Rechtzeitig lavierte er den in Quinté-Prüfungen überaus erfahrenen Guarato-Schützling weit außen auf freie Bahn. Der Hand du Vivier-Wallach schaltete fast spielerisch zwei Gänge höher, erwischte den immer langsamer werdenden »Afghanen« für den 14. Sieg um eine halbe Länge und ist nun bei einem Guthaben von 459.990 Euro angelangt.

Vier Längen hinter dem Duo hielt die sich aus dem Mittelfeld prächtig dazu schaltende Vénus de Bailly den von weit hinten auf Touren kommenden Unéro Montaval und Cobra Bleu um eine Länge bzw. einen weiteren »Hals« in Schach. Venosc de Minel vor dem unterwegs an drittletzter Stelle liegenden Bel Avis und Adélia de Mélodie machten den Durchmarsch der Franzosen perfekt. Bester Ausländer war In Vain Sund auf Platz zehn; dessen Stallgefährte Caïd Griff, Carabinieri und Clif du Pommereux sprangen sich in der explosiven Endphase um Kopf und Kragen.

ERGEBNIS

Sonntag, 07.01.2018
Vincennes / Frankreich
Prix Bold Eagle
88.000 € - 2100 m - Autostart
6j. bis 10j. Europäer, nicht mehr als 505.000 €

1.AttacusEric Raffin1:11,2117
2.Afghan BarbésCharles Julien Bigeon1:11,318
3.Vénus de BaillyAlexandre Abrivard1:11,7630
4.Unero MontavalFranck Nivard1:11,8260
5.Cobra BleuPierre Vercruysse1:11,8110
6.Venosc de MinelCyril Raimbaud1:11,9920
7.Bel AvisJean-Michel Bazire1:11,9190
8.Adélia de MélodieFranck Ouvrie1:12,1790
9.In Vain SundPierre Levesque1.12,1210
10.BakchichYoann Lebourgeois1.12,2240
11.RomanesqueDominik Locqueneux1:12,2650
12.Vasco de VietteGabriele Gelormini1:12,3700
13.Caly LoulouMatthieu Abrivard1:12,3640
14.Testimonial OKJean-Philippe Monclin1:14,2420
 CarabinieriJohan Untersteinerd.r.100
 Caïd GriffÖrjan Kihlströmd.r.130
 Clif du PommereuxSylvain Rogerd.r.1230
-NS-Diadora B.R.   

Attacus - 8j. W. v. Hand du Vivier a.d. Nelocata v. Vittel
Sieg: 117:10 - Platz: 24 - 13 - 76 - Zwilling: 83:10
Drilling: 1.249:10 - Dreierwette: 7.706:10

Ohne Siegerschleife musste die Ecurie Bigeon das Plateau de Gravelle dennoch nicht verlassen. Zwei Stunden später im Prix de Salon de Provence für einheimische Siebenjährige, die noch keine 210.00 Euro gewonnen hatten, exerzierte Vater Christian dem Junior vor, wie ein Top-Favorit mit der Konkurrenz »Schlitten« fährt. Trotz schwungvollen Eindrehens an den Außenrails fand Bigeon senior alles andere als eine gute Lage für die zwei Runden auf der kleinen Piste und »geisterte« mit Be Bop Haufor lange verdeckt in Spur drei herum. Nicht viel einfacher traf es Robert Berghs Balfour an, den Gabriele Gelormini nach mehr als einem Kilometer endlich in Front hatte.

Nach diesem Gewaltakt war es nur allzu verständlich, dass der 26-jährige Italiener seinem Partner ein weiteres Kräftemessen ersparte, als 200 Meter später Be Bop Haufor angestiefelt kam. Obwohl auch der Notre Haufor-Sohn ein anspruchsvolles Pensum aufgedrückt bekommen hatte, glänzte er auf der Zielgeraden mit den meisten Körnern und hielt in 1:13,1 zu 1:13,2 / 2850 Meter den dritten Meeting-Sieg am Stück leicht und locker gegen Balfour fest - ergab 26.100 der ausgelobten 58.000 Euro für die weißen Farben mit den blauen Applikationen. - (mw)

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