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7. JAN 2018

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Aufbruch zu »alten« Ufern?

Er schien spätestens im Frühjahr 2015 bereit, in die Spuren der bedeutenden schwedischen Wallache Victory Tilly und Commander Crowe zu treten, was internationale Meriten betrifft.

Bis nach 24 Siegen aus 48 Starts und rund 5,3 Millionen Kronen an Gewinnen und der erneuten Einladung zum Elitloppet das »Aus« kam, dem fast drei Jahre Pleiten, Pech und Pannen folgten. Über jenen Winter hatte Digital Ink acht von neun Gulddivisionen gewonnen, darunter drei Finals, und sich 2014 mit Siegen in der Breeders Crown und im Solvalla Grand Prix noble Sporen verdient.

Nach eineinhalb Jahren »Dauer-Reparatur« und steten Rückschlägen, die lediglich von einem (!) Start unterbrochen wurden, hatte Stefan Melander, sein eigenwilliger Züchter, Besitzer und Trainer, die, wie man so schön sagt, die »Schnauze voll« und überstellte seinen maladen Crack im November 2016 zu Robert Bergh. Im Allgemeinen eine ungewöhnliche Maßnahme - außer für den »Hobbytrainer« und Berufsfotografen, der schon mal seinen Scarlet Knight, als es bei dem ganz und gar nicht mehr laufen wollte, als letzte Rettung zu Stig Johansson ins Training gegeben hatte.

Auch Bergh brauchte ein Dreivierteljahr, bis er den mittlerweile Achtjährigen im September 2017 endlich startfähig hatte, doch Bäume riss er nicht aus. Zwei Pflichtsiege im Alltagsgeschäft von Bollnäs und Örebro rissen in Anbetracht der Gewinnsumme nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen hin, zumal es kräftige »Klatschen« in zwei Gulddivisionen gab. Dass es vielleicht doch noch einmal Richtung einstige Höhen gehen könnte, offenbarte der mächtige Dunkelbraune erstmals beim Gävle Stora Pris Mitte Dezember, als er in einer der derzeit qualitativ mäßig besetzten Gulddivisionen lediglich gegen Zenit Brick keine Chance hatte.

Den traf er beim ersten V75-Start der Saison 2018 im verschneiten Bergsåker, 380 Kilometer nördlich Stockholms, wieder und nahm an dem dieses Mal mit Europameister Mika Forss liierten Nurmos-Schützling gründlich Rache. So lang die Vorrede, so unspektakulär rasierte Digital Ink den 15:10-Favoriten. Von der »3« preschte der Super Photo Kosmos-Sohn in der nach Bergsåkers bekanntestem Traber Zoogin benannten Mittelstreckenprüfung wie der Blitz vor Indoor Voices, Elit Håleryd und Fly the World in Front. Bergh konnte in seiner alten Heimat, aus der er vor zwei Jahren nach Åby gezogen war genüsslich zusehen, wie der von Forss sehr bedächtig ins Rennen geführte Zenit Brick einige Kräfte verpulverte, um sich auf dem zweiten Viertel mit einem Zwischenspurt aus dem Hintertreffen nach einem Kilometer an seine Seite zu legen und damit Beau Mec, Narold Vox, Kadett CD sowie dem Rest Windschutz bot.


Nichts wurde es auf der Zielgeraden mit einem lockeren Vorbeimarsch des Make It Happen-Sohnes. Digital Ink fightete wie ein Löwe und hielt den ersten bedeutenden Erfolg seit jenem 28. März 2015 mit Krallen und Zähnen um eine halbe Länge fest. Der insgesamt 27. Besuch im Winner Circle nährt nach wenig berauschenden 1:13,6 - das zauberten auch Vic de Luxe und Zorro Swing bei ihren Erfolgen um »Bronze« bzw. in der »Klass I« auf die Piste - die Hoffnung, noch einmal an frühere Leistungen anknüpfen zu können. »Es freut mich, dass es mir gelungen ist, Digital Ink noch mal zurückzubringen. Dank an Stefan, der mir vertraut hat. Er hat lediglich alle zwei, drei Monate angerufen, wie es läuft, und mich ansonsten machen lassen. Es hat lange gedauert, es war harte Arbeit. Ich hoffe, er bleibt gesund - dann werden alle Beteiligten viel Freude an ihm haben«, war Berghs Kommentar.

ERGEBNIS

Samstag, 06.01.2018
Bergsaker / Schweden
Zoogins Lopp
403.500 Skr - 2140 m - Autostart
FFA

1.Digital InkRobert Bergh1:13,642
2.Zenit BrickMika Forss1:13,615
3.Indoor VoicesÖrjan Kihlström1:13,786
4.Beau MecCarl Johan Jepson1:13,8183
5.Elit HalerydOve Lindqvist1:13,9738
6.Fly The WorldBjörn Röcklinger1:14,01517
7.Narold VoxUlf Eriksson1:14,0276
8.Food MoneyUlf Ohlsson1:14,1139
9.Kadett C.D.Jan Norberg1:14,2246
10.Explosive De VieJim Oscarsson1:14,2811
11.Francais Du GullErik Lindegren1:14,5959
-NS-Poochai   

Digital Ink - 9j. W. v. Super Photo Kosmos a.d. Laverda des Pres v. Filou du Boscail
Sieg: 42:10 - Platz: 14 - 11 - 15:10 - Zwilling: 29:10 - Dreierwette: 400.10

Bye, bye, Nuncio!

Der Sieg von Digital Ink war ein kleines Trostpflaster für Stefan Melander, der während der ATG-Übertragung nochmals bestätigte, dass Nuncio nach etlichem Hin und Her definitiv nicht im Prix d´Amérique 2018 starten wird. Ein »Hintertürchen« hatte er bis zu diesem Samstag immer offen gehalten. Seit sich Schwedens renommierteste Zuchtstätte Menhammar Stuteri vor einer Woche bei dem Schwarzbraunen eingekauft hatte, »standen die Telefone bei Menhammar und mir nicht mehr still, wann Nuncio mit dem Decken beginnen würde. Halb Europa hat angerufen. So haben wir beschlossen, mit dem heutigen Tag seinen Abschied von der Rennbahn zu verkünden. So verrückt es klingt: Anfang der Woche hab ich ihn trainiert - und er hat mir noch nie so gut gefallen. Vielleicht bereue ich diesen Schritt eines Tages. Ich hatte noch nie solch ein in jeder Beziehung perfektes Rennpferd«.

Den Andover Hall-Sohn, an dem auch Hanover Shoe Farms als Pascha starkes Interesse gezeigt hat, hatte »Tarzan« als Jährling für 7.000 Dollar in Harrisburg ersteigert. Nach der extrem harten und erfolgreichen Zwei- und Dreijährigen-Tour durch Nordamerika, auf der erst unter Jim Oscarssons, dann Jimmy Takters Regie 16 von 27 Rennen und rund die Hälfte seiner letztlich 28.660.230 Kronen gewonnen hatte, ging es mit ähnlichem Erfolg in Europa weiter.


Höhepunkte waren Platz drei im Elitloppet 2015, bei dem er durchweg in dritter Spur getanzt und in einem legendären Finish lediglich zwei Köpfe hinter dem Sieger Magic Tonight am Zielpfosten war, und die 2016er Auflage. Bei der ackerte er - nunmehr fünfjährig - mit Örjan Kihlström »nur« durch Spur zwei und triumphierte über Resolve und Timoko. Erst beim 56. Auftritt am 29. April 2016 riss seine unvergleichliche Serie, selbst gegen härteste Konkurrenz stets einen »Stockerlplatz« erobert zu haben; an jenem Tag streute er auch das erste und einzige Mal in seiner Karriere einige Galoppsprünge ein. - (mw)

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