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13. NOV 2017

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»Hallerli beim Halali« oder: Der Rudi wird‘s schon richten!

In der Nachschau zum Prijs der Giganten bzw. dem an anderer Stelle veröffentlichten Kommentar zum Thema »Regelprobleme« haben wir uns mit Vorschriften der nationalen und internationalen Trabrenn-Ordnungen und deren Anwendung befasst.

Dabei könnte man mühelos auch das am Sonntag in Hamburg entschiedene Halali 2017 einbeziehen. Während in häufig geringer dotierten Zuchtrennen (z.B. den Läufen zum Adbell Toddington- und Buddenbrock-Rennen, dem St. Leger oder dem Preis des Winterfavoriten) die Startplätze gemäß TRO ausgelost werden, wurden sie im 5.000 Euro wertvolleren, aber als Standardrennen bezeichneten Rennen am Sonntag nach Gewinnsumme vergeben mit der Folge, dass die Pferde mit Rennerfahrung und entsprechenden Gewinnen in die zweite Startreihe verbannt wurden und damit hinter Pferden auf die lediglich 1680 Meter kurze Reise gehen mussten, die aus der Qualifikation kamen oder wenig Erfahrung aufwiesen, was ein ziemlich »heftiges« Handicap darstellte und für drei der vier Betroffenen dieser Prüfung auch mehr oder weniger schief ging.

Einzige Ausnahme war die theoretisch am stärksten gehandicapte Jolie Coer, die noch keines ihrer vier Rennen verloren, gleichwohl aber nicht die Wahl von Champion Michael Nimczyk gefunden hatte, der das so erklärte: »Ich fahre natürlich zuerst die Pferde der Familie Mommert, also Lille Alfred, aber wir konnten mit Rudi Haller einen der bestmöglichen Catchdriver für die Stute verpflichten, dem man eine solche Aufgabe bedenkenlos übertragen kann. Der Rudi wird es schon richten!« Mit dem »Richten« begann »der Rudi« gleich am Start, als er sich nicht hinter die Debütantin Halanada VS (Heiner Christiansen), sondern hinter die deutlich zügiger beginnende Hedy Beuckenswyk (Rick Ebbinge) legte und damit schnell eine Position innen im Mittelfeld fand.

Dagegen »balgten« sich Pepper K.L. (Heinz Wewering), Lille Alfred (Michael Nimczyk) und der von ganz außen gestartete Massai (Tom Kooyman) bis zu Beginn der Tribünengeraden um die Führung, die schließlich an den trotz zweier frischer Disqualifikationen als Co-Favorit ins Rennen gegangenen Muscle Hill-Sohn ging. Der wenig später in dritter Spur angreifende Norton Commander (Conrad Lugauer), bei drei Starts in Schweden ebenfalls noch ungeschlagen, kam aus dieser nicht mehr weg und fiel noch vor Erreichen der finalen Kurven wieder ganz zurück, nachdem sich kurz zuvor der sich eine Spur weiter innen versuchende Noubliez jamais (Thomas Panschow) im Galopp verabschiedet hatte.

Haller hielt sich mit Jolie Coer hingegen weiter innen, während Lille Alfred sich ausgangs der finalen Biegung zum Angriff bereitmachte, bewahrte der Bayer die Ruhe, und als ihm der kurz darauf auch die Balance verlierende Pepper K.L. und Hedy Beuckenswyk 250 Meter vor dem Ziel das Tor öffneten, gab er seiner Stute den Kopf frei. Dabei musste er nicht einmal in den Open Stretch, denn auch Massai veränderte die Fahrspur zur Bahnmitte hin, und so reichte simples Geradeausfahren, um die Gewinnsumme der Habo-Stute, die sich um 3,2 Sekunden auf 1:13,8 verbesserte, auf einen Schlag zu vervierfachen. Massai (13,9) verlor in der Distanz noch eine volle Länge auf die Sam Bourbon-Tochter, die ins schwedische Gestütbuch eingetragen ist.

Eine weitere Länge dahinter war der tapfer attackierende Lille Alfred (14,1) dann doch nicht stark genug, um Massai noch zu passieren, hatte aber seinerseits die brave Hedy Beuckenswyk (14,5) nie zu fürchten. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Hands Down (15,7 / Roland Hülskath) noch das letzte Platzgeld mitbekam, während der Rest enttäuschend schwach lief.

Mit Rang drei in diesem Rennen übersprang Michael Nimczyk die 600.000 Euro-Grenze an Jahresgewinnen, nachdem er zuvor für den Stall Habo bereits mit dem neuerlich imponierenden Hector Boko den 156. Saisonsieg gefeiert hatte. Bereits sieben Wochen vor dem Saisonende ist es das finanziell beste Jahr des 31-Jährigen, der freilich noch 36 Rennen gewinnen müsste, um seinen persönlichen Rekord von 192 Treffern aus 2014 einzustellen. - (cw)

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