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13. NOV 2017

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Mit der »halben Bahn« vorn - und doch nicht gewonnen

Im zum 46. Mal ausgetragenen Prijs der Giganten, Hollands renommiertestem, inzwischen nur noch (oder wieder) mit 60.000 Euro überschriebenen Rennen für die Internationalen, zeigte Ringostarr Treb einmal mehr, dass er nach der Übersiedlung von Holger Ehlert, unter dessen Regie er 5,8 seiner 7,6 Millionen Kronen Gewinnsumme erzielt hatte, zu Jerry Riordan nach Schweden noch einen kleinen »Quantensprung« vollzogen hat.

Wilhelm Paal, bis auf das U.E.T.-Masters-Finale in Vincennes sein Standardfahrer außerhalb Italiens, ließ sich mit dem kleinen Schwarzbraunen mit dem ungeheuren Antritt durch nichts vom 28. Siegespfad abbringen - weder durch den Wolkenbruch, der kurz vorm »Ab« auf das Schmuckkästchen des niederländischen Trabrennsports niederprasselte, noch durch die unglückliche Startnummer »8« hinter dem Wagen oder durch den Blick auf die Anzeigetafel, die überraschend Anna Mix als doch recht deutliche 20:10-Favoritin auswies.

Von ganz außen ging der am Niederrhein geborene, längst in der Traberwelt beheimatete Paal sofort aufs Ganze, was ihm umso leichter fiel, als Voltigeur de Myrt von der »1« sofort galoppierte, sich Swedishman ebenso rasch ins Hintertreffen verzog und Quick Fix keine Mühe hatte, vor Titelverteidiger B.B.S.Sugarlight in Front zu sprinten. Als Ringostarr Treb ausgangs der ersten Kurve resolut das Kommando forderte, legte ihm Dominik Locqueneux keinen Stein in den nassen Weg. Innere Vierte wurde somit Easytowin, wogegen sich Anna Mix wie so oft als führendes Pferd in zweiter Spur mühte und für Zorro Photo, der 600 Meter vorm Ziel kräftig den Rückwärtsgang einlegte, Royal Fighter, Swedishman, Totem d´Azur und Banker Transs R die Lokomotive spielte.

Als Paal im Schlussbogen ein letztes Mal ausgiebig aufs Gaspedal trat, fielen die Würfel endgültig. Rund sechs Längen voraus trommelte Ringostarr Treb sein Solo herunter, dass dem Rest die Augen tränten. Umso spannender entwickelte sich der bissige Kampf um den Ehrenplatz, für den die brave Anna Mix immer wieder anzog, jedoch nicht verhindern konnte, dass Vidar Hop den in dritter Spur attackierenden B.B.S.Sugarlight um Nüsternbreite vorbei zwängte, wie die Zielfotografie auswies. Es sollte sogar noch deutlich mehr als »nur« den über 15.000 Euro ausgestellten Scheck für Rang zwei geben für den Schweden in norwegischen Diensten, der sich in seiner Laufbahn schon mit großen Lorbeerkränzen wie jenen des Olympiatravet und des Oslo Grand Prix (beide 2015) geschmückt hat.

Aus zunächst unerfindlichen Gründen musste der kleine Italiener ebenso wie die zurück gefallenen Quick Fix und Easytowin eine »Enquête« über sich ergehen lassen, nach der alle drei Pferde aus der Wertung genommen wurden. Des Rätsels Lösung: Wie zuvor im von Goofy Greenwood (Hugo Langeweg jun.) turmhoch überlegen gewonnenen Marathon der als Vierter eingekommene Secret Boy hatte auch Ringostarr Treb - meilenweit voraus - ausgangs der Schlusskurve drei Begrenzungs-Pylonen (angeblich) mit dem rechten Sulkyrad innen passiert, was nach niederländischem Reglement zur Disqualifikation führte.

In Deutschland hätte dieser Verstoß keineswegs zum Ausschluss des Siegers geführt, wie uns Stefan Spieß, Vorsitzender der deutschen Rennleitungen, auf Anfrage bestätigte: »Natürlich ist es auch hierzulande Vorschrift, das abgegrenzte Geläuf nicht zu verlassen, aber nur, wenn ein Verstoß dagegen renn-entscheidend ist, würden wir das entsprechende Gespann disqualifizieren. Das ist regelmäßig bei einem absichtlichen Verlassen - also beispielsweise, um innen an einem Gegner vorbei zu fahren - der Fall, oder auch bei einem fahrlässigen Verstoß, doch kann man in diesem Fall, in dem bei hohem Tempo zwei Pylonen berührt und einer unterfahren wurde und das Pferd zudem drückend überlegen war, selbst das kaum nachweisen. Wir hätten eine Geldbuße verhängt, wegen Verlassen des abgegrenzten Geläufs ohne Einfluss auf den Rennausgang, aber nicht disqualifiziert«, sagte uns Deutschlands oberster Rennleiter am Telefon.

Als Sieger wurden somit Vidar Hop und B.B.S.Sugarlight hochgezogen, denen für 102:10 mit viel Dusel die Titelverteidigung glückte. Waren der 600 Meter vor dem Ziel in dritter Spur aktive Royal Fighter und sein Schatten Totem d´Azur, der wie schon am 27. Oktober in Mons ganz auf seinen Endspurt baute und den »königlichen Kämpfer« um eine Länge überflügelte, noch einigermaßen gut im Bilde, so kamen die meilenweit abgehängten Zorro Photo und Banker Transs R allein durch die Rennleitungs-Entscheidung in den Genuss eines Obolus, zumal sich Swedishman in der Endphase aus der Wertung sprang. - (mw)

Im Rahmen zum »Giganten« absolvierte Broadwell (Robin Bakker) einen Probelauf in zügigen 1:14,0 / 2100 Meter, holten sich mit Isabella JE (Dicky Hof) bzw. Ivanhoe Charisma (Jeroen Offeringa) die weder finanziell (je 5.000 Euro Gesamtpreis) noch sportlich ihrem Anspruch als »Klassiker« gerecht werdenden »Joffer-« bzw. »Jonkerprijs« und feierte Rob de Vlieger seinen 1000. Fahrersieg in den Niederlanden. - (cw)

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Sonntag, 12.11.2017
Wolvega / Niederlande
Prijs der Giganten
60.000 € - 2100 m - Autostart
FFA

1.B.B.S.SugarlightVidar Hop1:12,4102
2.Anna MixFranck Nivard1:12,420
3.Totem d´AzurJunior Guelpa1:12,8201
4.Royal FighterKevin Oscarsson1:12,9709
5.Banker Transs RJaap van Rijn1:13,8460
6.Zorro PhotoGaetan Marcque1:13,81056
 Ringostarr TrebWilhelm Paal1. dis.RL38
 EasytowinDion Tesselaar5. dis.RL855
 Quick FixDominik Locqueneuxdis.RL661
 Voltigeur de MyrtLorenzo Donatid.r.67
 SwedishmanThierry Duvaldestind.r.231

B.B.S.Sugarlight - 9j. W. v. Super Light a.d. Sugarsweet Sid v. Sugarcane Hanover
Sieg: 102:10 - Platz: 23 - 13 - 25:10 - Zweierwette: 306:10 - Dreierwette: 3.484:10
Ringostarr Treb wurde als (überlegener) Sieger wegen Berührens bzw. Unterfahrens dreier Pylone im Schlussbogen disqualifiziert

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