21. Nov. 2017 · 10:44 Uhr ·

Heute keine Veranstaltungen in Deutschland!

Suche nach Leistungsdaten:

Newsflash-Volltextsuche:

Startseite

News-Flash

12. NOV 2017

| SCHWEDEN |       | DRUCKVERSION |       | News-Flash als RSS-Feed |

Nadal Broline - Das heißeste Eisen beim »Schmiede-Treffen«

Seit 1971 trägt Eskilstuna das Smedträffen aus, in dem nicht etwa nur Schmiede an den Start gehen dürfen, sondern mit dem an die Tradition der Stadt am Mälarsee rund 120 Kilometer westlich Stockholms als eines der früheren Zentren der schwedischen Eisenwaren-Industrie erinnert wird.

Obwohl die Börse dieser Gulddivisionen im niedrigstmöglichen Bereich lag - derzeit beträgt die Siegprämie 150.000 Kronen -, zieren einige klangvolle Namen die Ehrentafel, angefangen von Emter W (1973) über Grande Frances, Express Gaxe, Meadow Road, Gum Ball, Gidde Palema, Torvald Palema, Iceland zu Propulsion, der das Rennen im Vorjahr auf sein Konto brachte.

Mit solchen »Giganten« - zumindest, was die aktuelle Verfassung betrifft - konnte die aktuelle Auflage nicht glänzen. Dafür kam die Sprintprüfung, die nach Problemen mit dem Startwagen nach Abbruch des ersten Versuchs mit zehnminütiger Verspätung losging, was bei 2 Grad und ständigem Nieselregen den aufgewärmten Rossen nicht unbedingt gut bekommen muss, umso ausgeglichener daher. Die Hälfte der zwölf Teilnehmer notierte im zweistelligen Quoten-Bereich, und entsprechend knapp ging es zur Sache. Das betraf aber nicht unbedingt den bei 30:10 gehandelten Nadal Broline. Einer der zuverlässigsten »Gulddivisionäre«, der in seiner 35 Starts umfassenden Laufbahn weder jemals gesprungen noch ohne Geldpreis heim gekommen war, blieb beiden Serien im 36. Anlauf treu, schaffte den 18. Treffer und hat nun 3.533.915 Kronen auf dem Konto.

Ums Kommando hielt sich der Wallach trotz der »2« merklich zurück - ein blitzschneller Beginner war er noch nie. Immerhin reichte es, sich hinter dem durch die Außenspur »pflügenden« Cruzado Dela Noche vor On Track Piraten, I Love Paris, Mind Your Face und Uzo Josselyn auf die Lauer zulegen, während vorn die Post abging. Charrua Forlan schoss in Front, wurde dabei aber auf den ersten 300 Metern von Spring Erom derart getriezt, dass der »Berliner Preusse« Fridericus den unmittelbaren Kontakt verlor und den zwölfjährigen »Opa« vor sich einparken lassen musste. Hinter dem aktuellen deutschen Breeders Crown-Zweiten fanden Bandit Hornline, Nappa Scar sowie die vom Start gerumpelte Indoor Voices ihre Plätzchen. 500 Meter vor dem Ziel befand es Ulf Ohlsson an der Zeit, mit Nadal Broline mal ein wenig mehr Tempo einzufordern.

Gemeinsam mit Cruzado Dela Noche begann er Charrua Forlan nachhaltig zu »massieren«, dessen Kampfgeist erlahmte Mitte des Schlussbogens mehr und mehr und er fiel sogar komplett aus den sieben dotierten Rängen. Umso energischer ging Nadal Broline zur Sache, nahm Mitte der Zielgeraden den sich beim Comeback nach neunwöchiger Pause prächtig vorstellenden Cruzado Dela Noche in den »Schwitzkasten« und ihm bis zur Linie eineinhalb Längen ab, wobei er mit 1:10,8 trotz der unwirtlichen Bedingungen den Bahnrekord einstellte.

Den Ehrenplatz hielt der Schwarzbraune gegen den in vierter Spur heransegelnden On Track Piraten mit einem »Hals« eisern fest, und einen weiteren »Kopf« zurück schlug Spring Erom an, der beim 110. Start seiner Karriere kerniger als so manch Jüngerer daherkam und Pech hatte, hinter Nadal Broline nicht allzu viel Freiraum vorzufinden. Drei Längen dahinter lief Mind Your Face der Norwegerin I Love Paris den fünften Rang ab, die erkennen musste, dass in der »Herren-Abteilung« ein etwas rauerer Wind weht als in den Stuten-Rennen. In denen war die Steinlager-Tochter seit Monaten eine Macht und vom Treppchen nicht wegzudenken.

ERGEBNIS

Samstag, 11.11.2017
Eskilstuna / Schweden
Smedträffan
301.500 Skr - 1640 m - Autostart
FFA

1.Nadal BrolineUlf Ohlsson1:10,830
2.Cruzado Dela NocheMagnus Jakobsson1:10,976
3.On Track PiratenJohnny Takter1:11,058
4.Spring EromChristoffer Eriksson1:11,054
5.Mind Your FaceErik Adielsson1:11,4607
6.I Love ParisBjörn Goop1:11,576
7.Nappa ScarPer Lennartsson1:11,8499
8.Charrua ForlanHans-Owe Sundberg1:12,062
9.Bandit HornlineUlf Eriksson1:12,0554
10.Indoor VoicesÖrjan Kihlström1:12,0163
11.FridericusVeijo Heiskanen1:12,0428
12.Uzo JosselynKim Eriksson1:12,9803

Nadal Broline - 7j. W. v. Yankee Glide a.d. Aimee´s Promise v. American Winner
Sieg: 30:10 - Platz: 15 - 23 - 18:10 - Zwilling: 158:10 - Dreierwette: 1.002:10

In jenen Sphären, in denen sich Nadal Broline tummelt, soll eines Tages auch Very Kronos Zuhause sein. »Er ist definitiv einer der besten Dreijährigen, die ich je gefahren habe« - das will für einen Mann wie Erik Adielsson einiges heißen, der in einem Rennen für Dreijährige, die nicht mehr als 350.000 Kronen verdient hatten, den sofort an die Spitze »geflogenen« Chianti regelrecht zermürbte. Trotz Startnummer »11«, trotz nach äußerst mäßigem Beginn zunächst rund 50 Meter Rückstand auf die Spitze und trotz »Todesspur« verabschiedete sich der Ready Cash-Sohn nach 1:15,0 / 2140 Meter auf dreieinhalb Längen zum fünften Sieg aus acht Versuchen, bleibt damit fehlerfrei unbezwungen und entschädigte sich ein wenig für sein Pech im Trav Kriterium, in dem er als Mit-Favorit bereits am Start ausfiel. Mit 345.500 Kronen geht der vom italienischen Nobelgestüt Kronos ins schwedische Zuchtbuch eingetragene Schwarzbraune in die wohlverdiente Winterruhe und wird …»im kommenden Jahr seine gewaltigen Kapazitäten noch gewinnbringender umsetzten, wenn er sich nervlich hoffentlich gefestigter präsentiert«, wie sein Trainer Svante Båth hofft.

Besser als befürchtet lief es für Tornado Jet im Lördagsloppet, den der von Thorsten Tietz trainierte Italiener aus der zweiten Reihe des zweiten Bandes beginnen musste und demzufolge als Letzter aufnahm. Für die Schlussrunde eröffnete Tiger Marke die dritte Spur, bekam in Rhesos Face und Tornado Jet jedoch sofort zwei Anhängsel, und noch mehr besserte sich die Lage für den achtfachen Saisonsieger, als Tiger Marke 700 Meter vor dem Ziel in Front zog und er hinter Rhesos Face eine ideale Ausgangslage als äußerer Zweiter vorfand.

In einem bis zur Linie offenen Match bekam er lediglich den von Adrian Kolgjini bestens unterstützten Rhesos Face um einen »Hals« nicht mehr zu fassen, hielt jedoch einen in etwa identischen Vorteil gegen den aus seinem Windschatten unermüdlich attackierenden 29:10-Favoriten Cantona America eisern fest. Nach 1:16,6 für 2660 Meter, die auch für Rhesos Face notiert wurden, wanderten 50.000 Kronen aufs Konto des Legendary Lover-Sohnes.

Ordentlich verkaufte sich anschließend Mighty Hanover. Mit Mariendorfs »Pferd des Jahres 2015« gab Deutschlands »Silberhelm« aus dem dritten Paar außen bei arg verschleppter Pace im zweiten Bogen Gas, scheiterte jedoch mit seinem »Überfall« auf Tempomacher Mack Dragan und musste für die Schlussrunde mit der »Todesspur« vorliebnehmen. Dort sendete er Mitte der Schlusskurve erste Notsignale, riss sich jedoch immer wieder zusammen und ging als Fünfter mit 3.200 Kronen vom feuchten Parkett, das er ohnehin nicht sonderlich liebt. 268:10-Sieger Remember Rivner (Tony Wallin) war in 1:15,4 / 2140 Meter im Ziel, Mighty Hanover wurde in 1:15,7 abgewinkt.

Dass Lady Vera offenbar längst nicht so einfach zu steuern ist, wie das »Bordbuch« der Vierjährigen bei sechs Siegen und drei Ehrenplätzen aus elf Versuchen herzugeben scheint, hat Dennis Spangenberg bei den Galoppaden im Bruno Cassirer-Vorlauf und am 15. Oktober in Solvalla leidvoll erfahren müssen. Dieses Mal erwischte es Malin Friman, die die Main Wise As-Tochter in vorderster Linie schon nach 50 Metern nicht mehr im Trab zu halten vermochte. Weit zurück ans Ende des 15er Pulks geworfen, bekam die Stute nur noch eine Trainingseinheit verordnet und trudelte rund 15 Längen hinter dem mit Sandra Eriksson im Speed siegenden Glenn Boko ein. - (mw)

© 2017 by www.trabtipp.de

· keine Texte vorhanden ·