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9. OKT 2017

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Derby Italiano - Die Stunde der Außenseiter

Zur 90. Auflage des Derby Italiano del Trotto war wieder einmal kräftig an den Ausschreibungs-Modalitäten herum »gedoktert« worden.

Zu Lasten vieler Prüfungen der Kategorie II, die zum Teil deutlich abgespeckt und eine Etage tiefer klassifiziert wurden, war schon zu Beginn der Saison die neue Dotierung von 1.001.000 Euro verkündet worden, womit es nominell zum wertvollsten Trabrennen der Welt wurde. Dabei ist im neuen Rennpreis - im Gegensatz zur runden Million des Prix d´Amérique - die Züchterprämie enthalten, womit sich die Italiener am Ende nur ein Potemkinsches Dorf gebaut haben. Dazu kam die Reduzierung auf wie in früheren Zeiten zwölf Teilnehmer, von denen sich jedoch nur zwei - Vicino Mec und Vertigo Spin - am 23. September im einzigen Vorlauf qualifizieren mussten bzw. konnten. Der Rest war aufgrund der Vorleistungen gesetzt - diese Proposition dürfte weltweit einzigartig sein.

Diesem Ausschreibungs-Unikat schloss sich das sportliche Ergebnis nahtlos an, das den bisherigen Saisonverlauf nicht einmal ansatzweise widerspiegelte. Traben ist nun mal erste »Pferdepflicht«, und daran haperte es bei den Favoriten durchweg gewaltig. Es ging schon in der Startphase los, in der Vicino Mec und Villa Santina Jet kaum in die Nähe des Autos zu bewegen waren und Vessillo As im Galopp begann. Am schnellsten war Valdivia flott, doch stand Roberto Vecchione bei der Ehlert-Stute sofort auf der Bremse und »diente« eingangs der ersten Überseite Vitruvio, dem Sieger des ersten Breeders Course-Finales in Wolvega, die Führung an.

Sonderlich eilig hatte es allerdings auch »Pippo« Gubellini nicht, so dass in zweiter Spur Von Wise As allmählich an seine Seite rückte und der im ersten Bogen als Anführer der Außenspur gesprungene Vivid Wise As gar in dritter Spur den rund 50 Meter betragenden Bodenverlust wettmachte und für die Schlussrunde diesen Part vor Von Wise As, Varieta’ Luis und Vertigo Spin gab. Innen hatten sich Vash Top, die im vorletzten Bogen unmotiviert sprang, und Valchiria OP die nächsten Plätze gesichert. Die erste Vorentscheidung fiel 500 Meter vor dem Ziel, als 21:10-Favorit Vivid Wise As, der als mit Abstand Reichster des Dutzend überhaupt nur drei seiner zwölf Engagements verloren hatte, der anfänglichen Aufholjagd Tribut zu zollen begann und schwere Beine bekam.

Das zwang Von Wise As in die dritte und Varieta’ Luis gar in die vierte Spur. Im Schlussbogen fiel Von Wise As so ausgiebig in Galopp, das Alessandro Gocciadoro letztlich auch noch Varieta’ Luis zur roten Karte mitnahm. Das alles passte Vitruvio bestens in den Kram, hinter dem sich Gubellini beinahe schon zum Siegerfoto zurechtsetzen konnte, als auch der Adrian Chip-Sohn zu Beginn der Zielgeraden urplötzlich aus dem Takt geriet und die direkt dahinter liegende Valdivia vor enorme Probleme stellte. Irgendwie gelang es Roberto Andreghetti, Valchiria OP ohne Schaden um diesen unvermittelt auftauchenden »Doppelblock« herum zu lavieren, und weil die Ideale Luis-Tochter dabei kaum Schwung verlor, war sie sofort deutlicht voraus. Zwei, drei Hilfen ermahnten sie, bei der Stange zu bleiben.

Weit vor dem Ziel konnte Andreghetti die Hände dann wieder herunternehmen bzw. für »Kusshändchen« ins Publikum nutzen. Wer ungeschoren um die überall lauernden (springenden) Klippen herumkam, durfte mit üppigem Lohn rechnen - das waren in erster Linie Vertigo Spin, der bis auf eine Länge an die austrudelnde Siegerin heranlief, und Villa Santina Jet, die eine weitere Länge dahinter den auch noch üppigen dritten Scheck einsteckte. Vessillo As schaffte trotz seiner Startgaloppade Rang vier vor der durch Vitruvio mächtig ausgebremsten Valdivia, mit der Vecchione einen Sturz gerade so zu vermeiden wusste.

Für die bei 294:10 notierte Valchiria OP, die mit Gruppe II-Erfolgen in der Stuten-Abteilung des Gran Premio Tito Giovanardi, dem Gran Premio Carlo Cacciari in Modena im Mai, und im Campionato Femminile dei 3 Anni Ende Juli kräftig Maß genommen hatte, explodierte die „Einkommensuhr“ nach diesem unerwarteten und zweifellos glücklich zustande gekommenen neunten Treffer ihrer Karriere auf 512.720 Euro.

ERGEBNIS

Sonntag, 08.10.2017
Rom / Italien
Derby Italiano del Trotto (Finale)
1.001.000 € - 2100 m - Autostart
Dreijährige Inländer - Startzeit: 17:25 Uhr

1.Valchiria OPRoberto Andreghetti1:12,4294
2.Vertigo SpinVincenzo-P. dell´Annunziata1:15,0720
3.Villa Santina JetSanto Mollo1.15,01785
4.Vessillo AsEdoardo Baldi1:15,2528
5.ValdiviaRoberto Vecchione1:15,4129
6.VircanLorenzo Baldi1.15,7705
7.Vivid Wise AsEnrico Bellei1:16,121
 VitruvioPietro Gubellinid.r.35*
 Vash TopGabriele Gelorminid.r.47
 Von Wise AsAlessandro Gocciadorod.r.35*
 Vicino MecGaetano di Nardod.r.133
 Varieta LuisAntonio di Nardod.r.55

Valchiria OP - 3j. St. v. Ideale Luis a.d. Maya del Ronco v. Toss Out
Sieg: 294:10 - Platz: 74 - 114 - 210.10 - Zwilling: 3.636:10 - Dreierwette: n. getr.

Zentimeter-Arbeit bei den Ladys

80 Minuten zuvor in den von 220.000 auf 253.000 Euro angehobenen Oaks del Trotto hatten hingegen sämtliche zwölf Ladys der Generation 2014 durch die Müh(l)en der drei Qualifikationsläufe gemusst.

Ausgerechnet deren deutlich Schnellste, Venariareale Font, verlor am Start, ebenso wie Visa As, die Balance, und als wenige hundert Meter nach dem »Ab« auch noch Venere Grif, Vaniti Bar, Venere degli Dei und Violet Effe mehr oder weniger ausgiebig aus dem Takt gerieten, war das Feld bereits frühzeitig um die Hälfte gelichtet. Wie der Blitz setzten sich die beiden verbleibenden Vorlauf-Siegerinnen vorn fest, wobei Enrico Bellei vergleichsweise wenig investieren musste, um Vale Capar gegen Pietro Gubellinis Vanesia EK an die Spitze zu wuchten. Innere Dritte war Vanguardia vor Vanity Spritz, der Part durch die »Todesspur« oblag Vanity Luis, der Viscarda Jet an den Hacken klebte.

Bis ausgangs des Schlussbogens hielt die von Philippe Billard vorbereitete Ideale Luis-Tochter diesen Transport durch und »zeigte dann Zunge«. Das war das Zeichen zur Attacke für Gubellini, der Vanesia EK problemlos nach außen dirigierte und Vale Capar mächtig zu bedrängen begann. Gehörig was »im Angebot« hatte aber auch Viscarda Jet, die in dritter Spur bis zum Pfosten nicht locker ließ und gemeinsam mit den beiden Anderen einen Endkampf hinzauberte, der die Fans von den Sitzen riss. Um buchstäblich jeden Zentimeter wurde gekämpft, und erst nach Auswertung des Fotos konnte sich der Zielrichter festlegen.

In der Mitte schaffte Vanesia EK um einen Hauch ihren sechsten Sieg beim 14. Start vor der von Pine Chip gezeugten Viscarda Jet und »Pechmarie« Vale Capar, die mit dem knappsten aller Abstände auf Rang drei landete. Acht Längen zurück biss sich Vanity Luis um eine halbe Länge gegen Vanity Spritz zur vierten Prämie durch, wogegen Vanguardia trotz kürzester Wege deutlich abfiel, als es um die Wurst bzw. Anteile der 253.000 Euro ging.

ERGEBNIS

Sonntag, 08.10.2017
Rom / Italien
Oaks del Trotto (Finale)
253.000 € - 1640 Meter - Autostart
Dreijährige Stuten

1.Vanesia EKPietro Gubellini1.12,630
2.Viscarda JetFerdinando Pisacane1.12,6186
3.Vale CaparEnrico Bellei1:12,656
4.Vanity LuisAntonio di Nardo1:13,642
5.Vanity SpritzRoberto Vecchione1:13,7471
6.VanguardiaMaurizio Cheli1:14,4366
7.Violet EffeGabriele Gelormini1:19,321*
 Venariareale FontAndrea Guzzinatid.r.21*
 Vaniti BarManuel Pistoned.r.1112
 Venere degli DeiRoberto Andreghettid.r.571
 Venere GrifAlessandro Gocciadoroagh.237
 Visa AsFederico Espositoagh.386

Vanesia EK - 3j. St. v. Exploit Caf a.d. Nike EK v. Varenne
Sieg: 30:10 - Platz: 16 - 29 - 19:10 - Zwilling: 671:10 - Dreierwette: 1.592:10

Nichts zu löten…

…gab es unmittelbar nach dem Blauen Band im von 187.000 auf 110.000 Euro abgespeckten Gran Premio Gaetano Turilli gegen Timone EK, der als 12:10-»Ultra-Brenner« die Ehre der Favoriten rettete. Einmal mehr erwies sich der Trip aus dem Norden Frankreichs, wo er seit geraumer Zeit von Fabrice Souloy bzw. momentan »nebenan« von dessen Schwager Philippe Billard präpariert wird, über die Alpen in sein Geburtsland für den kleinen Schwarzen als ausgesprochen ertragreich.

Von Enrico Bellei von der »6« pfeilschnell vor Tamure Roc, Peace of Mind, Troja d´Asolo, Steven del Ronco innen sowie Sharon Gar, Turno di Azzurra, Tony Gio, Olmo Holz und Trendy OK außen an die Spitze gescheucht, regierte der Mr Vic-Sohn auf jedem Zoll der 2100 Meter mit Autorität. Als Turno di Azzurra, der Sharon Gar nach einem Kilometer aus der »Todeslage« erlöst hatte, 600 Meter vor dem Ziel allmählich am Limit war, zwang er Tony Gio und dessen Hintermann in Spur drei, was die Sache für Timone EK noch leichter machte.

Ein bisschen arbeiten musste Bellei dann aber doch, um den so einsam auf weiter Flur etwas faulen Hengst bei Laune zu halten, der sich nach Neapels Lotteria, dem Gran Premio Citta di Montecatini sowie dem Campionato Europeo in Cesena heuer bereits die vierte Prüfung der Kategorie I an seine Fahne zu heften vermochte und 1.099.888 Euro Guthaben angehäuft hat. Zwei Längen hinter ihm schnappte die streng innen fightende Peace of Mind der vom Morgenluft witternden Santo Mollo nach außen dirigierten Tamure Roc um einen »Kopf« den Ehrenplatz weg. Vier Längen zurück waren aus einem Trio, das dicht an dicht die Linie passierte, Troja d´Asolo und Trendy OK die Glücklichen, der prämienlos bleibende Tony Gio hingegen der Pechvogel. - (mw)

ERGEBNIS

Sonntag, 08.10.2017
Rom / Italien
Gran Premio Gaetano Turilli
110.000 € - 2100 m - Autostart
FFA

1.Timone EKEnrico Bellei1:12,412
2.Peace of MindPietro Gubellini1:12,6177
3.Tamure RocSanto Mollo1:12,6211
4.Troja d´AsoloRene Legati1:13,0253
5.Trendy OKAlessandro Gocciadoro1.13,0330
6.Tony GioGiuseppe-Pietro Maisto1:13,070
7.Olmo HolzRoberto Andreghetti1:13,3104
8.Turno di AzzurraGabriele Gelormini1:13,561
9.Sharon GarGaetano di Nardo1:13,5321
10.Steven del RoncoMario Minopoli jr.1:14,0676

Timone EK - 5j. H. v. Ideale Luis a.d. Maya del Ronco v. Toss Out
Sieg: 12:10 - Platz: 10 - 17 - 16:10 - Zwilling: 91:10 - Dreierwette: 254:10

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