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11. SEP 2017

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Nur eine Bestätigung

Erstmals nach den am ersten August-Wochenende in Berlin gefallenen Derby-Entscheidungen trafen sich Deutschlands beste Dreijährige an diesem zweiten September-Sonntag in Gelsenkirchen zur einst »klassischen« Revanche im Deutschen Traber-St.Leger, das im Untertitel nach wie vor an seinen Rekordsieger Rolf Dautzenberg erinnert.

Elf Stuten sowie neun Hengste und Wallache bewarben sich um jeweils 20.000 Euro und damit einen Bruchteil dessen, was das Rennen in der Vergangenheit zu eben jenem Klassiker gemacht hatte. Bei den Stuten konnte Arthur Knauer-Siegerin Motion Pure, neben Nelly Pepper und Mayflower die einzige Teilnehmerin, die innerhalb der fünf Wochen noch gelaufen war, die fehlerhafte Vorstellung von Kopenhagen, wo sie nach einer Galoppade im ersten Bogen chancenlos wurde, umgehend korrigieren.

Dieses Mal wieder in der Hand von Trainer Christian Lindhardt, der sich beim Interview vorab verhalten optimistisch gezeigt und einem Platz auf dem Podium prognostiziert hatte, fand die Muscle Hill-Tochter aus der zweiten Reihe ruhig in die Partie, hielt sich aus den anfänglichen Positionskämpfen zwischen Tijuana Diamant (Michael Nimczyk), Honesty Newport (Michael Larsen) und Mary Ann J (Jos Verbeeck) komplett heraus und musste, nachdem ihr Führpferd C´est la Vie C (Stefan Schoonhoven) die Attacke der nicht überraschend favorisierten Himoko Greenwood (Robin Bakker) mitgegangen war, sich das Rennen auf der Schlussrunde selbst gestalten.

Das tat die nicht eben groß gewachsene Motion Pure mit Bravour. Im zweiten Teil der Gegenseite, als Mary Ann J im Mittelfeld nach Gangartproblemen eliminiert wurde, rückte sie bis zur inzwischen führenden Langeweg-Stute vor, attackierte sie zu Beginn des Einlaufs und erkämpfte sich 150 Meter vor dem Ziel einen knappen Vorteil, den sie gegen die erstmals im Speed eingesetzte und deutlich stärker als in Berlin wirkende Tijuana Diamant, die den Kopf noch an Himoko Greenwood vorbei bekam, bis zur Linie verteidigte. Mit 1:15,6 / 2600 Meter verfehlte sie den 13 Jahre alten deutschen Distanzrekord von Opera November nur um zwei Zehntel, zum späteren Sieger des Hengste-Laufes fehlte sogar nur ein Zehntel.

Zumindest auf den drei besten Plätzen wurde, nachdem die Stuten-Derby-Zweite Charlotte Newport hier nicht am Start war, das Berliner Ergebnis vollständig bestätigt. Hazel Newport (Roland Hülskath) blieb dem Trio nach Kräften auf den Fersen, hatte auf Rang vier aber weder ernsthafte Chancen nach vorn noch war diese Position von B-Finale-Siegerin C´est la Vie C zu gefährden, die ihrerseits für die letzte Prämie Mayflower in Schach hielt. Für den Rest gab es nichts zu erben.

ERGEBNIS

Sonntag, 10.09.2017
Gelsenkirchen / Deutschland
Deutsches Stuten-St.Leger
20.000 € - 2000 m - Autostart
Dreijährige Stuten aller Länder

1.Motion PureChristian Lindhardt1:15,648
2.Tijuana DiamantMichael Nimczyk1:15,733
3.Himoko GreenwoodRobin Bakker1:15,720
4.Hazel NewportRoland Hülskath1:15,9124
5.C´est La Vie CStefan Schoonhoven1:16,287
6.MayflowerJesse ter Borgh1:16,2840
7.Pearl StardustJaap van Rijn1:16,2864
8.Honesty NewportMichael Larsen1:17,8217
9.Norah AsTom Kooyman1:18,0243
 Nelly PepperRob de VliegerhdF796
 Mary Ann JJoseph Verbeeckd. bl.302

Motion Pure - 3j. St. v. Muscle Hill a.d. Alma v. Grimaldi
Sieg: 48:10 - Platz: 17 - 14 - 15:10 - Zweierwette: 121:10 - Dreierwette: 313:10

Bedingt durch die unsägliche »Gleichmacherei« in den Jahrgangsrennen tut man sich schwer, den Hengste-Lauf als das 64. Deutsche Traber-St.Leger zu bezeichnen, aber letztlich liefen in diesem Rennen die meisten der Protagonisten aus den 122. Deutschen Traber-Derby vor vier Wochen. Ähnlich wie bei den Stuten war nicht der damalige Sieger, sondern der an einer Galoppade gescheiterte Portland, wie seinerzeit der Favorit des Rennens und blieb - so viel darf man vorweg nehmen - auch im »Park« den Nachweis, die eigentliche Nummer eins im Jahrgang 2014 zu sein, erneut schuldig.

Jos Verbeeck konnte den Ganymede-Sohn zwar nach gut einer halben Runde, als sich Ganyboy (Thorsten Tietz) gegen Mac Smily (Christian Lindhardt) um die Führung durchgesetzt hatte (von beiden Pferden wird noch zu sprechen sein), zwar kurz an der Spitze installieren, sah aber ausgangs des Stallbogens widerstandlos zu, wie sich Derby-Sieger Tsunami Diamant (Robin Bakker) an ihm vorbei schob und war nach 1000 Metern, als Michael Nimczyk mit TomNJerry Diamant Kapital aus dem regelmäßigen Wechselspiel schlagen wollte und konnte, plötzlich nur noch drittes Pferd innen.

Die erste und lange Zeit einzige Chance, wieder nach außen zu wechseln - unmittelbar nach der zweiten Zieldurchfahrt, als sich Tsunami Diamant die Spitze zurückholte - ließ der vierfache Prix d´Amerique-Sieger ungenutzt verstreichen bzw. nahm sie erst wahr, als der nachsetzende Mc Arthur (Michael Larsen) schon mit der Nase an seiner Schulter war. Der von Jean-Pierre Dubois gezüchtete Infinitif-Sohn schien zunächst nur dazu da zu sein, den Piloten zu »piesacken«, ging nach 1800 Metern aber die Attacke des in dritter Spur gebrachten Glaedar (Kornelius Kluth) entschlossen mit. Man rieb sich bereits verwundert die Augen, als der Derby-Fünfte Richtung Schlussbogen entschlossen durchdrückte und an Tsunami Diamant vorbei mit der Führung in den Schlussbogen ging.

Während der inzwischen ins Hintertreffen abgerutschte Mac Smily in Höhe der Stallausfahrt ein Comeback versuchte, aber nicht wirklich voran kam, und auch Glaedars Attacke rasch verpufft war, erreichte der 257:10-Außenseiter bereits die Zielgerade, wobei Michael Larsen kräftig »arbeitete«, um ihn weiter zu motivieren. Der Hengst nahm die Hilfen an, streckte sich gegen den noch einmal zurück kommenden Tsunami Diamant (15,7) willig und blieb in 1:15,5 mit zwei Längen verblüffend leicht im Vorteil. Portland (15,7) bekam erst 150 Meter vor der Linie eine Passage, als Glaedar endgültig passen musste, und deutete als Dritter letztlich nur an, warum er hier favorisiert worden war. Ganyboy musste den mit viel Speed gegen den sich über Erwarten gut einsetzenden Nordmann (Rob de Vlieger) wieder hergeben, weil Thorsten Tietz beim Schlusseinsatz Mac Smily in die Quere gekommen war und als Verantwortlicher für den finalen Ausfall des Lasbekers nachträglich aus der Wertung genommen wurde.

Zudem erhielt Tietz 300 Euro Geldbuße und drei Wochen Fahrverbot. Nach Ansicht des Chronisten war die Situation für den längst nicht mehr zwingend wirkenden Mac Smily sicher nicht renn-entscheidend, sehr wohl aber für den letztjährigen »Winterfavoriten«, so dass dessen nachträgliche Herausnahme korrekt, die ausgesprochene Strafe gegen Tietz allerdings bei Berücksichtigung aller Umstände ziemlich drastisch erscheint. Durch die Entscheidung der Rennleitung fiel die letzte Prämie an TomNJerry Diamant, der in der Schlussphase nicht mehr steigerungsfähig war, was auch auf Glaedar zutrifft. Napster verlor früh den Anschluss, hatte im Ziel stolze acht Sekunden (!) Rückstand auf den Sieger und gehörte nach der langen Pause einfach nicht in dieses Rennen.

ERGEBNIS

Sonntag, 10.09.2017
Gelsenkirchen / Deutschland
Deutsches Traber-St.Leger
20.000 € - 2600 m - Autostart
Dreijährige Hengste & Wallache

1.Mc ArthurMichael Larsen1:15,5257
2.Tsunami DiamantRobin Bakker1:15,533
3.PortlandJoseph Verbeeck1:15,717
4.NordmannRob de Vlieger1:15,8819
5.TomNJerry DiamantMichael Nimczyk1:15,976
6.GlaedarKornelius Kluth1:16,0320
7.NapsterThomas Kornau1:18,61931
 GanyboyThorsten Tietz4. disRL105
 Mac SmilyChristian Lindhardtd.r.55

Mc Arthur - 3j. H. v. Infinitif a.d. Millet LB v. Donerail
Sieg: 257:10 - Platz: 23 - 14 - 12:10 - Zweierwette: 1.748:10 - Dreierwette: 5.440:10
Ganyboy wegen Behinderung von Mac Smily als 4. dis/RL

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