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10. SEP 2017

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Bazire vor Nivard im Masters-Finale

Nur eine Woche nach dem Critérium des 5 Ans rief das Plateau de Gravelle zum nächsten Höhepunkt - dieses Mal einem, der für ganz Traber-Europa hochinteressant war.

Wenn man so will, wurde der traditionelle Prix d´Eté, der große Sommerpreis des Vincenner Herbstmeetings, um 200.000 Euro aufgestockt und als zum sechsten Mal ausgetragenes Finale der 2012 für den Grand Circuit International ins Leben gerufenen U.E.T.-Masters-Serie um 400.000 Euro gelaufen. Über die Prix d´Amérique-Distanz von 2700 Metern, auf der er bei neun Versuchen noch eine blütenweiße Weste hatte, versuchten sich 13 gegen Überflieger Bold Eagle, dessen Vater Ready Cash vor vier Jahren die zweite Auflage dieses Finales der Punktbesten gewonnen hatte.

In seine Fußstapfen zu treten vermochte er nicht ganz - obwohl er nach dem Triumph-Marsch durch Mons am 5. August hervorragend gearbeitet habe, wie Trainer Sébastien Guarato verriet, und im Heat und unmittelbar vor dem Rennen eine Bärenruhe ausstrahlte. Die große Tour vermasselte ihm in einem epischen Finale, das von prasselnden Regengüssen begleitet wurde, die das Geläuf entsprechend schwer »bespielbar« machten, der im Vorfeld als stärkster Herausforderer angesehene Aubrion du Gers. Seit Monaten von Jean-Michel Bazire perfekt gemanagt und der Aufsteiger Frankreichs der letzten zwölf Monate schlechthin, nutzte er die seltene Chance, als Wallach in seiner Heimat endlich mal am ganz großen Rad zu drehen, gewaltig Kasse zu machen und ist nun 1.320.372 Euro reich.

Dem nach knüppelhartem Kampf um einen »Hals« unterlegenen 14:10-Favoriten brach bei seiner siebten Niederlage aus 44 Aufgaben kein Zacken aus der Krone, doch zeigte sich, wie schwer es ist, einen Crack über Monate bei großen Renn-Abständen auf Top-Niveau zu halten. Zugleich war das Ergebnis ein Spiegelbild dessen, was sich an der französischen Fahrerfront im Kampf um den Sulky d´Or abspielt. Mit 30 Siegen hatte der »Ewige Zweite«, Franck Nivard, Mitte des Jahres vor Dauermeister Bazire geführt, nun scheiterte der 37jährige selbst mit seinem Paradepferd und liegt nach der fulminanten Aufholjagd von »JMB«, der sein 19. Championat längst abgeschrieben hatte, aktuell sogar um einen Punkt hinten.

Es nützte auch nichts, dass Guaratos zweite Waffe Valko Jenilat (»Er liebt Vincennes und dieses Wetter«), ein ähnlicher Höhenflieger wie Aubrion du Gers, nach chaotischem Beginn, bei dem sich Volstead und On Track Piraten schwer ins Gehege kamen und der deswegen durchaus hätte zurückgepfiffen werden können, mit einem Blitzstart den Hasen spielte vor Spitcam Jubb und Dante Boko. Bazire war sich nicht zu schade, mit dem wie üblich rundum barfüßigen Aubrion du Gers die Führung in der zweiten Spur vor Ringostarr Treb und Bold Eagle zu übernehmen, während sich die Kihlström und Goop mit Oasis Bi bzw. Cruzado Dela Noche am Ende des weit auseinandergerissenen Feldes tummelten.

Als Mitte des Anstiegs Spitcam Jubb 30 Meter hinter dem immer noch gewaltig Dampf machenden Valko Jenilat die Puste ausging, tauchte Bazire an die Innenkante ab. Eine Idee, die Gabriele Gelormini und Franck Nivard ebenfalls für gut befanden. An der Einmündung der kleinen Bahn musste Bold Eagle als Erster heraus, wollte er nicht vom aufschließenden Twister Bi eingemauert werden, doch den sonst so tödlichen Druck vermochte »Boldie« heute nicht zu entwickeln. In einem furiosen Thriller, aus dem sich der mit fliegenden Fahnen etwas untergehende Valko Jenilat Mitte der Zielgeraden endgültig ausklinkte, behielt Aubrion du Gers die Nase um einen »Hals« vorn, schaffte zur Jubiläums-Aufgabe - dieses war sein 50. Start - den 27. Volltreffer und hat von den letzten 25 Aufgaben lediglich deren vier nicht als Bester gelöst.

Kräftig mischte sich in den Kampf der Giganten Twister Bi ein, mit dem sich Alexandre Abrivard erst um Valko Jenilat herummogeln musste, dann streng innen gehörige Pfunde zu verkaufen hatte, nur einen »Kopf« später dran war und Trainer Jerry Riordan für den Patzer des Trainingsgefährten Ringostarr Treb ausgangs der Schlusskurve ein gar nicht mal kleines Trostpflaster bescherte. Weit zurück schoss Carabinieri, den Johan Untersteiner im hinteren Mittelfeld aus allem herausgehalten und ganz auf dessen Kampfkraft gesetzt hatte, vom gebeutelten Rest deutlich am schärfsten.

Leise Kritik an seinem Catchdriver klang beim enttäuschten Guarato an: »Bold Eagle kämpfte prima, aber Franckie hätte ruhig noch etwas warten sollen mit dem Wechsel in Spur zwei. 700 Meter bis zum Ziel mit der Nase im Wind - das ist ein harter Weg«. Nichts zu mäkeln hatte logischerweise Bazire: »Aubrion war schlichtweg großartig, aber ich war auch nicht schlecht“, grinste der 46-Jährige, »Mitte Einlauf wusste ich, wir haben die Sache erledigt, denn Bold Eagle konnte nicht mehr zulegen«.

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Samstag, 09.09.2017
Vincennes / Frankreich
European Trotting Masters (Finale)
400.000 € - 2700 m - Bänderstart
4j. bis 10j. aller Länder, mindestens 160.000 €

1.Aubrion du GersJean-Michel Bazire1:11,656
2.Bold EagleFranck Nivard1:11,714
3.Twister BiAlexandre Abrivard1:11,7170
4.Valko JenilatEric Raffin1:11,9230
5.CarabinieriJohan Untersteiner1:12,8770
6.Cruzado Dela NocheBjörn Goop1:12,9490
7.Spitcam JubbPierre Vercruysse1:13,3700
8.Midnight HourIikka Nurmonen1:13,3990
9.Oasis BiÖrjan Kihlström1:13,4600
10.Dante BokoAdrian Kolgjini1:14,81060
 D.D´s HitmanAnthony Barrierd.r.700
 VolsteadDominik Locqueneuxd.r.650
 Ringostarr TrebGabriele Gelormini5. d.r.230
 On Track PiratenJörgen Westholmagh.880

Aubrion du Gers - 7j. W. v. Memphis du Rib a.d. J´Arrive du Gers v. Baccarat du Pont
Sieg: 56:10 - Platz: 13 - 11 - 17:10 - Zwilling: 19:10
Drilling: 68:10 - Dreierwette: 698.10

Evidence Roc erneut vorn

Allmählich abschminken kann sich Eye of The Storm, der Schützling Philippe Allaires, den Status des Primus seiner Generation im Trabreiten. Vor 14 Tagen im Prix Pierre Gamare kanzelte ihn Evidence Roc über 2700 Meter um eine »Weile« ab. Nun setzte es für den Village Mystic-Sohn im Prix de Basly über die Sprintdistanz von 2175 Metern, auf der er bisher bei vier Vincenner Versuchen unbezwingbar war, eine krachende Niederlage, die auch ohne seine Galoppade zu Beginn der Zielgeraden, wo Evidence Roc ihn schon »am Wickel« hatte und deutlich besser ging, zustande gekommen wäre.

Emilie Le Beller hatte ihrer Braunen mit der breiten Blesse in einem Match, das Epatante, die weitermachen durfte, und Espoir Anvalou mit Fehlern begannen und in dem von Beginn an enormer Druck war, ein Traumrennen verschafft. Einen Kilometer lang als Dritte innen hinter Eclat de Verre und Enigma Vici geschont, konnte sie die Paris Haufor-Tochter am Ende des Anstiegs problemlos hinter den durchweg die äußere Reihe anführenden Eye of The Storm und vor Guaratos Monté-Debütantin Each Time dirigieren. Die beiden quirligen Tempomacher waren vom Favoriten rasch überlaufen, doch Emilie Le Beller klebte ihm bombenfest an den Hacken, legte noch ein gehöriges Schippchen drauf und hatte ihre Stute schon in Front, als sich Eye of The Storm per Galopp aus der Verantwortung stahl.

Einzig Each Time vermochte der nunmehr aus zwölf Versuchen sechsfachen Siegerin, auf der die 37j-Jährige gar nichts machen musste, halbwegs auf den Fersen zu bleiben. Eine Umsturz-Möglichkeit hatte sie jedoch nie gegen eine Evidence Roc, die nach ihrem vierten Erfolg der Gruppe II bei 289.950 Euro zum 332.850 Euro schweren Eye of The Storm nur finanziell noch hintan steht. Endlos zurück riss sich Epatante für Rang drei mächtig am Riemen, überstand eine Gangart-Überprüfung und schnitt ob des ausgiebigen Startfehlers optimal ab. Trotz des rasanten Beginns blieb Evidence Roc mit 1:13,7 deutlich über dem 1:12,8-Rennrekord, mit dem 2012 Vanishing Point am Horizont entschwunden war. - (mw)

ERGEBNIS

Samstag, 09.09.2017
Vincennes / Frankreich
Prix de Basly
120.000 € - 2175 m - Bänderstart - Reiten
Dreijährige Stuten & Hengste, mindestens 12.000 €

1.Evidence RocEmilie Le Beller1:13,731
2.Each TimeEric Raffin1:13,9130
3.EpatanteAnthony Barrier1:15,077
4.Enigma ViciFranck Nivard1:15,1520
5.Eclat de VerreMatthieu Abrivard1:16,1180
6.Etincelle de RochaWilfried Jehanne1:20,81170
 Espoir AnvalouMaxime Yvond.r.610
 Emilius de PlayAlexandre Abrivardd.r.150
 Eye of The StormYoann Lebourgeoisd.r.21

Evidence Roc - 3j. St. v. Paris Haufor a.d. Misfase du Boulay v. Blason Calyettois
Sieg: 31:10 - Platz: 14 - 22 - 16:10 - Zwilling: 199:10
Drilling: 301:10 - Dreierwette: 1.239:10

Während Conrad Lugauers Breidabliks Nubbe im Prix Montier-en-Der die aktuell »unterirdische« Form des Quartiers in Blentarp (bei 20 Startern gab es in diesem Monat noch keinen Sieger) mit einer dazu passenden Leistung unterstrich, bot Derby-Trostlaufsieger Classic Connection, erstmals mit Franck Nivard antretend, im internationalen Dreijährigen-Vergleich Prix Emile Wendling (80.000 Euro / 2700 Meter) eine starke Vorstellung. Der Love You-Sohn zählte in dem durch zwei Nichtstarter auf acht Pferde dezimierten Feld stets zu den drei Bestplazierten, hatte in der entscheidenden Phase nicht sofort freie Bahn und kämpfte trotzdem bis zu Linie um den Erfolg.

Letztlich scheiterte er nun um einen »Kopf« an der von Jerry Riordan vorbereiteten Vamp Kronos. Björn Goop hielt die Ready Cash-Tochter, die mit fünf Siegen aus elf Versuchen beim Frankreich-Einstand viel Vertrauen (36:10) genoss, lange im hinteren Teil der Konkurrenz, verbesserte sich bis zum Übergang von der kleinen auf die große Bahn schnell bis an die Seite des Totofavoriten Eden Basque (Eric Raffin) und hatte den zuletzt in der Provinz erfolgreichen Singalo-Nachkommen in der Zielgeraden schnell im Griff.

Classic Connection hatte bis dahin Estola (Jean-Philippe Monclin) rechts neben sich, erst ein kleiner Schlenker der Stute öffnete die Lücke für den in Deutschland registrierten Dubois-Hengst, der sich mit viel Elan an die Schwedin heran, aber eben nicht vorbei kämpfte. Für beide Pferde wurde am Ende 1:15,1 gestoppt. Mit den 20.000 Euro für den Ehrenplatz konnte der Hengst seine Gewinnsumme beinahe verdoppeln. - (cw)

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

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