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7. AUG 2017

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Alle Neune für »Heinz the Champ«

Die Farbe »rot« war am Derby-Wochenende keine des Erfolges. Beide Final-Favoriten in den jeweils sechsstellig dotierten Derby-Entscheidungen trugen sie, und beide scheiterten in ihnen an Galoppaden.

Am Samstag, dem Tag des von der Firma Eduard Winter gesponserten Arthur Knauer-Rennens, trug sie Conrad Lugauer. Seine Alegra B hatte in ihrem Vorlauf eine Woche zuvor alle Zweifler überzeugt, mit einem Tempolauf in 1:13,8 die direkten Gegnerinnen das Fürchten gelehrt und den anderen, nicht gegen sie angetretenen gehörigen Respekt eingeflößt. Nun sollte die von Besitzerehepaar Thomas Berchtold und Hannelore Weber-Berchtold selbst gezüchtete Andover Hall-Tochter den Coup vollenden, doch es kam alles ganz anders.

Während von ganz außen Hera F Boko (Dion Tesselaar) an die Spitze schoss, war Lugauer an der Seite von Tijuana Diamant (Jörgen Sjunnesson) noch auf der Suche nach einer Position, als seine Partnerin sich eingangs zur ersten Biegung in die fesselbeuge trat und so schwer von den Beinen geriet, dass sie vor der Disqualifikation nicht mehr auspariert werden konnte, was allerdings aufgrund der Verletzung auch nichts geändert hätte. Dabei hätte der Wahl-Schwede beinahe noch Heinz Wewering mit der gerade über Spur drei aufrückenden Motion Pure über den Haufen gefahren (100 Euro Geldbuße für Lugauer wegen vorschriftswidrigen Verhaltens mit dem galoppierenden Pferd), bemerkte die Lasbekerin gerade noch rechtzeitig und zog wieder nach innen, bevor »Heinz the Champ« kurz aufnehmen und Lugauer seine heftig galoppierende Partnerin nach außen lenken konnte.

Der für Tijuana Diamant verpflichtete Jörgen Sjunnesson erkannte sofort seine Chance und führte die Mommert-Stute auf der Geraden an Hera F Boko vorbei an die Spitze, und weil Michael Nimczyk mit der Stallgefährtin Honesty Newport wenig später als »Schutzmann« in der zweiten Spur aufzog, schien die Lage für das Team des Mariendorfer Bahneigentümers nahezu optimal zu sein, doch bekam dadurch auch die scheinbar in der »Todesspur« gelandete Motion Pure ein nicht unbedingt erwartetes Führpferd. Dahinter lag innen Lugauers zweite Farbe, Madonna ST (Christoffer Eriksson) mit Charlotte Newport (Rudi Haller) an ihrer Seite, Hazel Newport (Robbin Bot) und Himoko Greenwood (Hugo Langeweg jun.) bildeten das Schlusspaar, nachdem Handsome Starlake (Hugo Langeweg sen.) schon kurz nach dem »Ab« ihre Chancen vergaloppiert hatte.

Durch den zweiten Bogen und zu Beginn der Gegenseite durfte Sjunnesson zwei Abschnitte in gemütlichen 1:16 und 1:20 hinter sich bringen, womit die Aussichten seiner Stute eigentlich immer besser wurden. Es schien noch besser zu werden, als die von Wewering Mitte der Schlusskurve in der dritten Spur eingesetzte Motion Pure zunächst nicht entscheidend weiterkam, während die Pilotin sich auf mehrere Längen von den geschlagenen Hera F Boko und Honesty Newport absetzte - und doch nicht hinkam. An der 2540 Meter-Einfahrt waren es immer noch drei Längen auf die nun vom 29-fachen deutschen Champion furios gefinishte Co-Favoritin, die sich willig streckte und der nun wie im Vorlauf regelrecht auf der Stelle tretenden »Tijuana« klar vor dem Ziel den Sieg entriss.

Die Dream Vacation-Tochter musste sogar noch die von Rudi Haller nicht weniger engagiert vorgetragene Charlotte Newport vorbei lassen und hätte ein paar Schritte weiter auch »Bronze« an die ein wenig zu spät kommende Himoko Greenwood verloren. Entsprechend enttäuscht war Jörgen Sjunnesson in Tag darauf bei einem Gespräch mit dem Chronisten: »Wir hatten eigentlich alles für uns, ich konnte vorne nach Belieben agieren, und als Michael vor den Tribünen noch zum Abschirmen erschien, war ich sicher, dass es reichen würde. Leider war mein Pferd nicht der gleichen Überzeugung«, erzählte der Schwede sichtlich »gebügelt«.

Ganz anders war natürlich die Stimmung bei Heinz Wewering, der exakt 25 Jahre nach seinem ersten Treffer im Stuten-Derby und acht Jahre nach Kataja zum neunten Mal Einzug in den Winner Circle hielt. Mit 1:14,1 blieb der im Vorjahr von Gilda Newport aufgestellte Rennrekord (1:12,9) völlig unangetastet, langsamer als die aktuelle Stuten-Queen war zuletzt Fräulein Wunder im Jahre 2013 mit 1:16,1.

ERGEBNIS

Samstag, 05.08.2017
Berlin-Mariendorf / Deutschland
Arthur Knauer-Rennen (Finale)
103.802 € - 1900 m - Autostart
Dreijährige Stuten, für das Finale qualifiziert

1.Motion PureHeinz Wewering1:14,152
2.Charlotte NewportRudi Haller1:14,361
3.Tijuana DiamantJörgen Sjunnesson1:14,3110
4.Himoko GreenwoodHugo Langeweg jun.1:14,376
5.Madonna STChristoffer Eriksson1:14,5281
6.Hera F BokoDion Tesselaar1:14,7327
7.Honesty NewportMichael Nimczyk1:14,787
8.Hazel NewportRobbin Bot1:14,9509
 Alegra BConrad Lugauerd.r.17
 Handsome StarlakeHugo Langeweg sen.d.r.243

Motion Pure - 3j. St. v. Muscle Hill a.d. Alma v. Grimaldi
Sieg: 52:10 - Place: 30 - 31:10 - Zweierwette: 380
Dreierwette: 1.619:10 - Viererwette: 7.724:10

Noch deutlich gemächlicher ging es beim »zweiten Anzug« der Stuten im Finale B (10.000 Euro) zu, in dem die antrittsstarke NYSE (Roland Hülskath) die Führung in Zielhöhe an die die von Robin Bakker gefahrene Hostpot abtreten musste, die sicher - wie es Murat Eryurt nicht müde wurde zu sagen - Hotspot hätte heißen sollen, aber nun mal den Schreibfehler im Namen hat.

Hinter Mayflower, die Jesse ter Borgh nach gut einer Runde zu dicht an NYSE heran laufen ließ, so dass sie von den Beinen kam, ging eingangs zur Überseite C´est la Vie C (Stefan Schoonhoven) die die »Todesspur«, setzte die Pilotin ab dem Scheitel des Schlussbogens unter Druck und kämpfte sich in der Distanz mit einer knappen Länge vorbei. 1:15,1 reichten der bislang sieglosen Offshore Dream-Tochter zum Erfolg. Hostpot (15,2) blieb zweite, weil es der optisch deutlich stärker wirkenden NYSE (15,2) dann doch an Durchschlagskraft mangelte.

Schnellstes Pferd in der Schlussphase war zweifellos Maine (15,4 / Thorsten Tietz), was aber nur noch zu Rang fünf hinter der zeitgleichen Balaine (Thomas Panschow) und hauchdünn vor der alles in allem enttäuschenden Nelly Pepper (15,4 / Rob de Vlieger) reichte. Holly Star, Zara Barosso und Kalimera Bo waren schlichtweg nicht konkurrenzfähig.

Nach Vorlaufsiegen von Lovely Princess (Katharina Kramer) und Falco (Fred Handelaar) wurden beim Derby-Kampf der Geschlechter der von Sarah Kube resolut in Front gesteuerte Tornado As seiner Favoritenstellung gerecht, hätte aber vielleicht noch Probleme bekommen, wäre Falco aus seinem Rücken eher frei gekommen wäre. So musste sich der Wallach aus dem Besitz von Kollege Hans Sinnige mit dem Ehrenplatz vor Lovely Princess zufrieden geben.

Überraschend nach Westdeutschland ging das Finale im Handicap-Cup de luxe (8.000 Euro), dass nach einer gut eingeteilten Fahrt von Thomas Panschow der seit 29. März 2015 und damit seit mehr als 28 Monaten sieglose Johnnys Rockets als 133:10-Außenseiter für die Bongartz-Töchter gegen die lange souverän wirkende Classic Garden (Victor Gentz) und Thunder Girl (Kay Werner) gewann. Bleibt noch das Auktionsrennen der Zweijährigen (10.000 Euro), dem die in schneller Zeit (1:16,7) qualifizierte Isabella Boshoeve (Dion Tesselaar) nahezu Start-Ziel ihren Stempel aufdrückte. Gegen die stets in ihrem Sog zu sehende Quick Lady (Thomas Panschow) reichten der Ready Cash-Tochter eher enttäuschende 1:19,2 / 1900 Meter für die 4.500 Euro Siegprämie. Der vom Start gesprungene Quick Right (Christoffer Eriksson) war als Dritter nicht weit hinter der von Make It Happen abstammenden Zweitplatzierten - (cw)

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