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18. JUN 2017

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Kihlströms »Bänke« stehen felsenfest

Richtig Geschmack scheint Örjan Kihlström am V75-Mitternachts-Traben auf Schwedens nördlichster Rennbahn zu finden.

Im Vorjahr wurde er mit Gold, Silber und Bronze dekoriert, dieses Mal langte es erneut zu Gold und Silber, wobei er wie 2016 mit Whitehouse Express, der damals noch ein Bronze-Divisionär war, und Propulsion die Klammer um die Königswette machte - jeweils als »Bank« für 14 bzw. 16:10.

Nach der gelungenen Titelverteidigung, mit der der Elitloppet-Zweite neben Nahar erst der Zweite war, der den 1985 ins Leben gerufenen Norrbottens Stora Pris ein zweites Mal gewinnen konnte, gab sich der 54-Jährige ungewohnt aufgeräumt. Von einem Strahlen um die Wette mit der Mitternachtssonne konnte allerdings nicht die Rede sein, denn die machte sich ausgesprochen rar und verbarg sich zumeist hinter dicken Wolken. Immerhin blieb es im Vergleich zum Vorjahr bei halbwegs angenehmen 16 Grad (gegen 23:00 Uhr) durchweg trocken, so dass das »Volksfest mit intensivem Traber-Geschmack« 50 Kilometer südlich des Polarkreises mit viel Pep und Enthusiasmus über die Bühne gehen konnte.

Nach dem Lauf der Silverdivisionen ging auch in Bodens mit einer Million Kronen allein für den Sieger bedeutendstem Rennen des Jahres Kihlströms Arithmetik auf. Wohlweislich hielt er sich mit Propulsion, der an der »2« ideal aufgestellt war, zu Beginn zurück, denn gegen den Raketenantrieb, mit dem Oasis Bi von Startplatz »5« an die Spitze düste, wäre ohnehin kein Kraut gewachsen gewesen. Nicht viel weniger eilig hatte es Adrian Kolgjini mit Mosaique Face, und weil der europaweit bekannte Italiener auf Gedeih und Verderb ein Führpferd braucht, überließ er dem U.E.T.-Master von 2015 ausgangs der ersten Kurve den Regiestuhl. Damit wehte Propulsion nun doch der Fahrtwind der zweiten Linie um die braune Nase.

Im zweiten Bogen schien sich Kihlström zunächst von der in dritter Spur heranrauschenden Anna Mix ablösen lassen zu wollen, doch als die gut wie selten zuvor in die Hufe gekommene Ludo de Castelle-Tochter dann doch nicht so schwungvoll wie gedacht vorbeizog, ließ er sie außen verhungern und erledigte den Part des Führenden in zweiter Spur weiterhin eigenhändig. Hinter ihm reihten sich Kadett C.D., Trainingskamerad In Vain Sund, Nadal Broline, Elian Web und die komplett zurück beorderte Anna Mix auf, innen waren Special Promise und Rocky Winner die nächsten. Wie gewohnt ließ es Kolgjini junior in Front munter knattern, und doch lockte es In Vain Sund mit Nadal Broline und Elian Web bei gleichmäßiger 1:11er-Pace 700 Meter vor dem Pfosten in Spur drei.

Bis 200 Meter vor dem Ziel durfte sich Mosaique Face des Platzes an der Sonne erfreuen - und erlebte dann sein persönliches Waterloo. Propulsion war mit äußerst sparsamer Unterstützung 150 Meter klar vor Ziel vorbei, ein weiteres halbes Dutzend tat es ihm gleich - der Classic Photo-Sohn war auch beim vierten Auftritt 2017 nur ein Schatten einstiger Stärke und ließ lediglich den Feldfüller Special Promise und die nach dem ruinösen Intermezzo völlig ausgepumpte Anna Mix hinter sich. Vorn hatte Propulsion hingegen die Titelverteidigung noch nicht in trockenen Tüchern. Oasis Bi schlängelte sich um den geschlagenen Mosaique Face herum, griff innen schwungvoll an und lief auf eine halbe Länge zum Muscle Hill-Sohn auf, der dennoch sehr viel sicherer gewann, als der erste Augenschein aussagen mochte.

Daniel Redén, der das Rennen von den Rails am Stallbereich verfolgte, war sich überhaupt nicht sicher, doch Kihlström, darauf angesprochen, grinste nur: »Er musste sich wirklich keine Sorgen machen. Spätestens, nachdem ich für die letzten 75 Meter sicherheitshalber die Klappen gezogen habe, hatten wir alles im Griff. Sein einziges Handicap ist sein mäßiger Antritt«. Mit dem 13. Sieg, seit er im Herbst 2015 aus den USA zu Redén gekommen ist, aus 24 Versuchen unter dessen Regie kletterte das Konto des Sechsjährigen auf 9.607.320 Kronen. Den Tag »rund« für seinen immer stärker in den Vordergrund rückenden Ausbilder machte In Vain Sund.

Der 2012 geborene Revenue-Nachkomme, beim Copenhagen-Cup im knallharten Endkampf als Millimeter-Sieger durchs Ziel gesprungen, hielt trotz der scharfen Pace - mit 1:10,8 sprang ein neuer Bahnrekord heraus - seinen harten Marsch prächtig durch und schnappte sich eine Länge zurück den 200.000 Kronen wertvollen dritten Scheck vor dem sich außen prächtig wie immer einsetzenden Nadal Broline und Rocky Winner, der nach einem verkorksten Run auf Platz fünf landete. Begeistert war nicht nur das Siegerteam. »Wie sich Oasis Bi aus der Deckung eingesetzt hat, war ganz großes Kino - ich hab jetzt noch ’ne Gänsehaut. Seine Beschleunigung war enorm, als die Lücke da war. Toll, wie er sich trotz seiner neun Jahre und allerhärtester Schlachten immer wieder reinhaut«, strahlte Kim Eriksson, der erstmals im Sulky des Toss Out-Sohnes Platz genommen hatte. - (mw)

Das Video des Rennens sehen Sie hier.

ERGEBNIS

Samstag, 17.06.2017
Boden / Schweden
Norrbottens Stora Pris
1.770.000 Skr - 2140 m - Autostart
FFA

1.PropulsionÖrjan Kihlström1:10,8*16
2.Oasis BiKim Eriksson1:10,8114
3.In Vain SundPer Linderoth1:11,0107
4.Nadal BrolineUlf Ohlsson1:11,095
5.Rocky WinnerOskar Andersson1:11,2405
6.Kadett C.D.Robert Bergh1:11,2205
7.Elian WebJanne Soronen1:11,3273
8.Mosaique FaceAdrian Kolgjini1:11,586
9.Special PromiseSandra Eriksson1:11,81032
10.Anna MixErik Adielsson1:11,984

Propulsion - 6j. H. v. Muscle Hill a.d. Danae v. Andover Hall
Sieg: 16:10 - Platz: 11 - 17 - 17:10 - Zwilling: 72:10 - Dreierwette: 413:10
* = Bahnrekord

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