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18. MAI 2017

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»JMB« - der kleine König »de la Prairie«

Sommer (26 Grad), Sonne, gute Laune und volle Hütte - Traber-Herz, was willst du mehr?

Seinen größten Festtag des Jahres hatte Caen, die alte Hauptstadt der Normandie und damit des bedeutendsten Zuchtgebiets französischer Traber. Zwei 150.000- und ein 120.000-Euro-Trabrennen auf dem Rechtskurs des Hippodrome de la Prairie, das mit 1.954 Metern nur 20 Meter kürzer als die »grande piste« des Plateau de Gravelle ist - mehr stemmt in Frankreich an einem Tag allein Vincennes.

Den Spieß umgedreht

Die große Tour eröffnete der Prix des Ducs de Normandie, in dessen nobler Siegerliste für 2009 mit Unforgettable auch der Name eines deutschen Trabers prangt.
Obwohl mit Univers de Pan der Reichste gestrichen werden musste und nur neun Gespanne antraten, hatte es die Prüfung in sich. Bird Parker als Titelverteidiger, Billie de Montfort, die wieder erstarkte Primadonna der galaktischen Generation »B«, Traders, der letzte Bezwinger von Frankreichs neuem Traberkönig Bold Eagle, der stolze Lotteria-Sieger Timone EK und der mit steigenden Temperaturen immer besser in Schuss kommende Amiral Sacha waren jene Fünf, die dem seit acht Rennen unbezwungenen Aubrion du Gers den stolzen Siegfaden kappen wollten.

Das Rennen hielt all das, was man sich im Vorfeld versprochen hatte und gipfelte in einem neuen Renn- und Bahnrekord, der nach einem über die gesamte, rund 450 Meter lange Zielgerade bis zum Pfosten tobenden Endkampf mit 1:10,5 von einem Duo gehalten wird, das unter´m oder am Strich nur einen »Hals« auseinander lag. Verantwortlich für die höllische Jagd war in erster Linie Traders. Aus der »Todesspur« drückte Yoann Lebourgeois gegen den nach rund 500 Metern an Billie de Montfort, Timone EK und Venosc de Minel vorbei gezogenen Amiral Sacha unerbittlich, so dass Gabriele Gelormini schließlich ein Einsehen hatte und den Ready Cash-Sohn eingangs der Überseite in Front ließ. Damit wehte der eiskalte Fahrtwind in zweiter Spur Ulk Médoc ins Gesicht, hinter dem die beiden behäbig in die Hufe gekommenen Aubrion du Gers und Bird Parker ihre Plätze gefunden hatten.

Unaufhörlich blieb Lebourgeois am Drücker, bog drei, vier Längen vor Amiral Sacha in den Schlussbogen und konnte diesen Vorsprung leicht bis zu Beginn der Zielgeraden halten. Nicht so bequem wie der Ganymède-Sohn hatte es Aubrion du Gers, der 700 Meter vor dem Ziel aus der Deckung des nachlassenden Ulk Médoc musste, wollte er hier noch irgendetwas reißen. Praktisch ab jenem Moment begann Bazire mit der Finish-Arbeit, die sein Schützling trotz des weiten Weges bis zum Ziel jederzeit unverdrossen annahm. 200 Meter vor der entscheidenden Linie war der »Flüchtling« von Amiral Sacha gestellt, der rasch vorbei, jedoch für seinen 15. Treffer noch lange nicht zu Hause war. Aubrion du Gers und Bazire krempelten jetzt erst recht die Ärmel hoch, verschenkten keinen Zentimeter, rauften Meter um Meter näher, und es war allerhöchste Zeit für den »Amiral«, dass der rettende Hafen da war.

Ein breites Grinsen konnte sich Gabriele Gelormini nicht verkneifen, denn in einem nicht minder rasanten Finale, an dem am 5. Mai sogar vier Pferde beteiligt waren und Aubrion du Gers der lachende Sieger war, hatte er noch um eben diesen Abstand mit dem Ehrenplatz zufrieden sein müssen. Dreieinhalb Längen zurück hielt Traders, der mit 1:10,8 Texas Charms fünf Jahre alte Rekordmarke egalisierte, »Bronze« ungefährdet fest, denn Trainingskamerad Bird Parker, der mit 1:11,3 nur um eine Zehntelsekunde langsamer war als bei seinem Vorjahrssieg, trudelte erst sieben Längen hinter ihm ein - seinerseits eine halbe Länge vor Billie de Montfort. Früh »stehend k.o.« war trotz kürzester Wege Timone EK, der weitere sechs Längen zurück die sechste Prämie vor dem braven Ulk Médoc einstrich.

»Mir fehlen ein wenig die Worte«, resümierte Florent Lamare, seit Jahr und Tag Trainer des mit nunmehr 1.013.430 Euro aktuellsten Millionärs, »je wärmer es wird, desto besser kommt er in Schwung. Gabriele hat ihm ein perfektes Rennen verschafft«. Fast selbstverständlich flatterte Besitzer André Battal wenige Stunden nach dieser Gala eine Einladung zum Elitloppet ins Haus: »Das ist mir zu kurz nach diesem sicherlich einige Körner kostenden Rennen. Aber im nächsten Jahr ist das durchaus eine Option«.

ERGEBNIS

Mittwoch, 17.05.2017
Caen / Frankreich
Prix des Ducs de Normandie
150.000 € - 2450 m - Bänderstart
4j. bis 10j. aller Länder, mindestens 160.000 €

1.Amiral SachaGabriele Gelormini1:10,551
2.Aubrion du GersJean-Michel Bazire1:10,520
3.TradersYoann Lebourgeois1:10,880
4.Bird ParkerJean-Philippe Monclin1:11,340
5.Billie de MontfortDavid Thomain1:11,4240
6.Timone EkFranck Nivard1:11,9220
7.Ulk MédocTony Le Beller1:12,0720
8.Venosc de MinelCyril Raimbaud1:15,71250
9.Tagada TagadaMatthieu Abrivard1:15,8750
-NS-Univers de Pan   

Amiral Sacha - 7j. H. v. Ganymede a.d. Nostalgique Sacha v. Goetmals Wood
Sieg: 51:10 - Platz: 19 - 12 - 21:10 - Zwilling: 48:10
Drilling: 157:10 - Dreierwette: 857:10

Herausragender »Eiffelturm«

Richtig zu tun bekamen die Gangartrichter im Saint Léger des Trotteurs, dem ersten Gruppe I-Rennen für die 2014 geborenen Satteltraber, und schickten nicht weniger als zehn Kandidaten mit der »roten Karte« heim. Da traf es sich gut, dass sich deren 19 gemeldet hatten, so dass bis zum Ziel reichlich übrigblieben. Ganz früh nicht mehr dabei war der haushohe Favorit, womit sich Philippe Allaire sofort abschminken konnte, diesen Klassiker zum neunten Mal für sein Quartier zu buchen.

Eye of The Storm, bei seinen sechs Auftritten unter dem Sattel unbezwungen und der Star des Metiers schlechthin, kam - wie bei der Generalprobe vor drei Wochen im Sulky - am Start sofort schwer aus dem Tritt. Umso mehr strahlen konnte nach 2450 Metern Jean-Michel Bazire, der sich bereits die Auftaktprüfung, ein Course Européenne um 43.000 Euro, mit Azaro d´Eva gesichert hatte. Die von ihm trainierte Eiffel Tower, mit zwei Siegen aus sieben Versuchen und 32.770 Euro Einkommen ein kaum beschriebenes Blatt, scheuchte David Thomain auf der langen Startgeraden früh an die Spitze - und dort sollte die Ready Cash-Tochter bis zum Schluss auch »ohne schwitzen« bleiben. Wer dachte, es sei nur ein Strohfeuer, das die Braune gegenüber entfachte und sie auf rund sechs Längen von Emilius de Play, dem Stärksten der Verfolger, wegbrachte, lag gründlich daneben.

Auch die sich aus dritter Position auf die Strümpfe machende Evidence Roc, die nach bisherigen Leistungen und Gewinnsumme Zweitbeste des Pulks, kam der unermüdlich marschierenden Eiffel Tower nicht entscheidend näher - mehr noch: In gleichem Maße, wie sich David Thomain mit seiner zu keiner Sekunde schwächelnden Partnerin immer weiter absetzte, zahlte die zweifache Gruppe-Siegerin teuer, bekam ganz schwere Füße und musste weit zurück mit Rang fünf vorliebnehmen. Seine Reserven besser eingeschätzt hatte Emilius de Play, der neun Längen hinter der turmhoch überlegenen Siegerin, die mit diesem Coup ihre Gewinne auf 100.270 Euro verdreifachte, jedoch alles geben musste, um die aus den Tiefen des hinteren Raumes prima aufkommende Elegante du Mont um eine Nasenspitze in Schach zu halten.

Vor die ausgepumpte Evidence Roc schob sich auch noch Ezreal Jiel. »Das hätte ich nie erwartet«, sprudelte es aus Thomain heraus, für den dies nach dem Sieg von Almira Marancourt in der 2013er Auflage dieses Saint Légers erst der zweite Erfolg auf höchster Ebene war, »am Schluss ist sie etwas nach außen gedriftet, aber da wir so weit voraus waren, hab ich sie mal machen lassen. Mein Dank gilt neben Jean-Michel Bazire Alexandre Abrivard, der ihr das Einmaleins des Satteltrabens beigebracht hat«. Trotz des schneidigen Runs blieb der Rennrekord unangetastet, den seit 2009 Surabaya Jiel mit 1:13,4 hält.

ERGEBNIS

Mittwoch, 17.05.2017
Caen / Frankreich
Saint-Léger des Trotteurs
150 000 € - 2450 m - Bänderstart - Reiten
Dreijährige Stuten & Hengste, mindestens 10.000 €

1.Eiffel TowerDavid Thomain1:14,3356
2.Emilius de PlayAlexandre Abrivard1:15,0370
3.Elégante du MontEric Raffin1:15,080
4.Ezreal JielGuillaume Martin1:15,3480
5.Evidence RocEmilie Le Beller1:15,564
6.Eponin DesjyAurélien Desmarres1:15,91780
7.Eawy d´EoleAntoine Lhérété1:16,21010
8.Easy TurgotJean-Loïc Claude Dersoir1:17,21620
9.Evan PauloChristopher Corbineau1:20,81370
 Electra BarMatthieu Abrivardd.r.1080
 Eros du BecquetDamien Bonned.r.970
 Espoir AnvalouMaxime Yvond.r1410
 EverlyAntoine Dabouisd.r.450
 Ebony d´OurvilleAdrien Lamyd.r620
 Excalibur de MoonMathieu Mottierd.r.1030
 EtuakeCaroline Chéradamed.r1180
 Elladora de ForganFranck Nivardd.r.240
 EpatanteAnthony Barrierd.r120
 Eye of The StormYoann Lebourgeoisd.r.16

Eiffel Tower - 3j. St. v. Ready Cash a.d. Nouvelle d´Atout v. Buvetier d´Aunou
Sieg: 356:10 - Platz: 78 - 87 - 30 - Zwilling: 2.373:10
Drilling: 5.456:10 - Dreierwette: 61.944:10

Die Sattel-Debütantin abgewimmelt

Die letzte Chance, wenigstens eines der Gruppe-Rennen in sein Quartier zu holen - im Vorjahr hatte der 57jährige dank Bird Parker und Dhikti Védaquais beide Haupt-Ereignisse gewonnen - verpasste Philippe Allaire im Prix Henri Ballière für die vierjährigen Monté-Pferde. Mit der nach 20 Fahren, in denen ihr neun Siege und 537.500 Euro Gage gelangen, erstmals unter dem Sattel ausprobierten Dawana setzte sich Yoann Lebourgeois in gewohnt kerniger Manier nach 300 Metern vor Dragon d´Avril, Doria Raudière und Daljemosa an die Spitze und trat sie ausgangs der langen ersten Kurve an Favorit Dragon du Fresne ab.

Mit dem hatte es Matthieu Abrivard anschließend nicht sonderlich eilig, so dass das Achterfeld mit der äußeren Linie Darlhey du Rib, Ducson Impérial und Drôle du Gosse bis 500 Meter vor dem Pfosten kompakt beisammen blieb. Dann allerdings wurde umso kräftiger »gedroschen« und die Spreu vom Weizen getrennt. Abrivard hatte die Kräfte seines »Dragoners«, in dieser Sparte bereits zweifacher Sieger auf höchstem Niveau (Prix d´Essai und de Vincennes 2016), bei den letzten vier Aufgaben jedoch alles andere als glänzend in Schuss, goldrichtig eingeteilt.

Hatte Darlhey du Rib die seinen bei einer Attacke in dritter Spur des Schlussbogens aufgebraucht und sieben Längen zurück alle Mühe, wenigstens Rang drei um einen ganz »kurzen Kopf« gegen Dragon d´Avril festzuhalten, so ließ Dragon du Fresne die sehr gut aussehenden Bemühungen Dawanas um eine Länge ins Leere laufen. Einsetzender Nieselregen und die ruhigen ersten 1500 Meter ließen einen neuen Rennrekord nicht zu. Mit 1:13,4 blieb der Saphir Castelets-Sohn genau eine Sekunde über jener Marke, die seit Best of Jets Triumph im Jahr 2015 zu Buche steht. - (mw)

ERGEBNIS

Mittwoch, 17.05.2017
Caen / Frankreich
Prix Henri Ballière
120.000 € - 2450 m - Bänderstart - Reiten
Vierjährige Stuten & Hengste, mindestens 30.000 €

1.Dragon du FresneMatthieu Abrivard1:13,417
2.DawanaYoann Lebourgeois1:13,429
3.Darlhey du RibAlexis Collette1:14,088
4.Dragon d´AvrilAdrien Lamy1:14,0160
5.Drôle de GosseFabien Gence1:14,7580
6.Doria RaudièreEric Raffin1:14,8400
 DaljemosaDavid Thomaind.r.260
 Ducson ImperialMathieu Mottierd.r.820

Dragon du Fresne - 4j. H. v. Saphir Castelets a.d. Rosée des Bois v. King du Perthois
Sieg: 17:10 - Platz: 11 - 12 - 14:10 - Zwilling: 21:10
Drilling: 41:10 - Dreierwette: 104:10

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