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15. MAI 2017

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Episches Finish

Nicht einmal drei Minuten dauert der Copenhagen-Cup, Dänemarks seit 1928 ausgetragenes, bedeutendstes »Internationales«, das mit wie im Vorjahr lediglich noch 750.000 Kronen oder nach dem festgelegten UET-Wechselkurs 100.875 Euro dotiert und damit gerade noch eine Prüfung der Kategorie I ist.

Er gipfelte in einem furiosen, an Dramatik kaum zu überbietenden Endkampf, in dem binnen Sekunden all das dicht beieinander lag, was die Faszination des Sports im Allgemeinen und im Pferderennsport im Besonderen ausmacht - von »himmelhoch jauchzend« bis »zu Tode betrübt«. Mindestens doppelt so lange brauchte es, bis nach dem knallharten Fight zwischen Cruzado Dela Noche und In Vain Sund, bei dem es um jeden Zentimeter ging, der Sieger ausgerufen werden konnte. »Ich denke, wir waren als Erste dran«, bemerkte ein wie gewohnt »unterkühlter« Örjan Kihlström beim ersten Interview 500 Meter nach dem Ziel und drehte zur Siegerehrung ein, während sich sein Rivale Per Linderoth auf den Weg ins Stallgelände machte.

Dass In Vain Sund, den Kihlström aus der Deckung auf den Punkt genau eingesetzt hatte, tatsächlich die Nase haarscharf vorn hatte, ergab ein etwas intensiverer Blick aufs Zielfoto relativ schnell. Doch dann begann das Warten auf die Entscheidung der Rennrichter, weil der Revenue-Sohn des Erfolg gewohnten Stalles Zet im rasanten Finish unmittelbar vor der entscheidenden Linie galoppiert war. Blitzschnell hatte Kihlström diesen einen Sprung bei höchstem Tempo - nach einem völlig verbummelten ersten Kilometer ging es auf den letzten 500 Metern in 1:08,3 höllisch zur Sache - in meisterlicher Manier ausgebügelt, doch war die Frage, ob ihm dies vor Erreichen der Ziellinie gelungen war. Die Stewards entschieden in einer kniffligen Frage nach mehrmaliger Inaugenscheinnahme gegen den Schweden, was dessen Trainer Daniel Redén noch vor dem Richterspruch offenbar geahnt hatte: »Ich war durchaus ein wenig besorgt, denn mit einem vergleichsweise losen Geläuf wie dem heutigen hat er manchmal seine Probleme«.

Des Einen Pech war das Glück Cruzado Dela Noches, der mit diesem zwölften Volltreffer seiner zwei- und dreijährig in Nordamerika unter Jimmy Takters Tochter Nancy Johansson begonnenen Karriere sein Meisterstück gefertigt hat. Anfang 2016 war er nach Europa zu Stefan Melander überstellt worden, siegte im Vorlauf zur SprinterMästaren in Halmstad, landete im Finale auf Rang drei, gewann den Norrland Grand Prix und nach anschließenden vier höchst durchwachsenen Vorstellungen den Großen Preis von Deutschland nach einem Gewaltmarsch über Cash Hanover. Über den Winter scheint der Muscle Massive-Sohn noch stärker geworden zu sein, was selbstverständlich »Elitloppet-General« Markus Myron nicht verborgen geblieben ist. Solvallas Sportchef bescheinigte dem »Kreuzritter der Nacht« eine Elitloppet-reife Leistung. Ob Stefan Melander ihn in der inoffiziellen Sprinter-WM angeben wird, dürfte auch von der Verfassung Nuncios abhängen.

Per Linderoth, der den Schwarzbraunen bereits in Hamburg zum Sieg chauffiert hatte, war …»unglaublich dankbar, dass ich dieses Pferd fahren durfte, denn so oft bin ich für Stefan Melander nicht engagiert. Noch auf dem Weg zur Bahn sprach er mit mir und hatte großes Vertrauen in Cruzado Dela Noche, der wirklich unglaublich stark war. Der Ruhm gebührt allein dem Hengst - ich war nur der Steuermann!«

Der Rennverlauf

So mitreißend das Finale war, so langweilig waren zuvor 1400 Meter gemütliche »Kaffeefahrt« am späten Sonntag-Nachmittag. Nicht zu viel versprochen hatte Christophe Martens, der international viel beschäftigte Tony Gio werde die »1« nicht nutzen können, da er äußerst betulich in Gang komme. Folgerichtig verschwand der Sohn der beiden Gruppe I-Sieger Varenne und Ilaria Jet sofort im Hintertreffen, wogegen Buzz Mearas, hier im Vorjahr Sieger der 4- und 5 års-Eliten, die Beine am schnellsten in die Hand nahm, sich nach 500 Metern jedoch von Nadal Broline ablösen ließ. Hinter ihm sah man Your Highness und Carabinieri, die äußere Formation führte Cruzado Dela Noche vor In Vain Sund, El Mago Pellini, Tony Gio, Dänemarks Hoffnung Takethem und Schlusslicht B.B.S.Sugarlight an.

In flauen 1:13,4 ging es durch den ersten Kilometer, und erst als es zum zweiten Mal auf die Überseite ging, wurde die Fahrt etwas freier, was Titelverteidigerin Your Highness bei dem Versuch, 700 Meter vor dem Pfosten von der Innenkante weg zu kommen, mit einer Galoppade quittierte. Richtig zur Sache ging es erst im Schlussbogen, wo El Mago Pellini aus dem Rhythmus kam und wie die Chocolatier-Tochter disqualifiziert wurde. Vorn wehrte sich Nadal Broline, der viele Reserven hatte aufsparen können, nach Leibeskräften, doch ab Mitte der Zielgeraden neigte sich die Waage langsam, aber deutlich Cruzado Dela Noche zu. Und dann trat aus dessen Rücken In Vain Sund an, mit der Kihlström bis zum letzten Moment gewartet hatte.

Zwei, drei wacklige Schritte, dann legte die Braune den Hochgeschwindigkeitsgang ein und nagelte den Widersacher mit dem letzten Schritt fest, wobei der fragliche Galoppsprung unübersehbar war. Gut dran blieb Buzz Mearas, der eineinhalb Längen vor Carabinieri als Vierter bzw. Dritter am Richter vorbeischoss, und der gleiche Abstand trennte den Untersteiner-Schützling von Tony Gio. Takethem und B.B.S.Sugarlight konnten bei dem finalen Höllentempo vom Ende des Pulks nichts mehr wettmachen. - (mw)

ERGEBNIS

Sonntag, 14.05.2017
Kopenhagen / Dänemark
Copenhagen-Cup
750.000 Dkr - 2011 m - Autostart
FFA

1.Cruzado Dela NochePer Linderoth1:11,138
2.Nadal BrolineUlf Ohlsson1:11,254
3.Buzz MearasGabriele Gelormini1:11,3170
4.CarabinieriPeter Untersteiner1:11,579
5.Tony GioChristophe Martens1:11,6681
6.TakethemSteen Juul1:11,7100
7.B.B.S.SugarlightVidar Hop1:11,7171
 In Vain SundÖrjan Kihlström1. G.d.Z.74
 El Mago PelliniAdrian Kolgjinid.r.241
 Your HighnessBjörn Goopd.r.36

Cruzado Dela Noche - 5j. H. v. Muscle Massive a.d. Alidade von Credit Winner
Sieg: 38:10 - Platz: 18 - 20 - 35:10 - Zwilling: 86:10 - Dreierwette: 1.553:10

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