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14. MAI 2017

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Der »Opa« zum Elitloppet?!

Nimmt der zwölfjährige Spring Erom, der acht- und neunjährig wegen dauernder Verletzungen schon mal völlig weg vom Fenster schien und nun in seinem letzten schwedischen Rennjahr seinen x-ten Frühling erlebt, tatsächlich am Elitloppet teil?

Die Einladung hat der Gentle Star-Sohn mit seinem Sieg im Algot Scotts Minne fest in der Tasche, den er auf die simpelste Taktik vorneweg festmachte - und das, obwohl er in seiner gesamten Laufbahn nicht unbedingt als Kurzstrecken-Monster verschrien war. Björn Goop macht auch solche Märchen möglich - und der Auslosungs-Computer, der dem »Opa« die »1« beschert hatte. Ein Mann wie der zwölffache schwedische Champion weiß solche Chancen auszunutzen, er ließ sich mit dem kompakten Braunen, den Dan Widegren in den letzten beiden Jahren besser denn je in Schwung gebracht hat, auch vom unerbittlich attackierenden Kadett C.D. nicht von der Spitze vertreiben, was in ersten 500 Metern in sehr anspruchsvollen 1:07 gipfelte.

Dann endlich hatte Kim Eriksson ein Einsehen und beschränkte sich auf die Begleitung Spring Eroms, hinter dem sich Quick Fix, Billy Flynn und Canari Match eingefunden hatten, während sich hinter dem »Kadetten« Edward Ale, Fire to the Rain sowie On Track Piraten bzw. ihre Steuerleute die Hände reiben konnten ob der knallharten Eröffnung, bei der Saisondebütant Magic Tonight an der Startmarke und Tango Negro im ersten Kurve im Galopp abhanden gekommen waren. Ihnen allen drehte ein bestens aufgelegter Spring Erom eine lange Nase. On Track Piratens 700 Meter vor dem Ziel in dritter Spur angesetzte Attacke verpuffte völlig wirkungslos - ausgerechnet in der beginnenden Hoch-Zeit des nordeuropäischen Sports ist der Winter-Matador völlig von der Rolle -, Kadett C.D. vergaloppierte sich beim finalen Kraftakt, die Partie doch noch zu seinen Gunsten umzubiegen - wonach es allerdings nie aussah -, 150 Meter vor dem Ziel.

Die innen bis zum Exzess geschonten Quick Fix und Canari Match entpuppten sich über den im Mölndal doppelt angelegten Open Stretch genauso wenig als erfolgreiche Revolutionäre wie der sich weit außen versuchende Billy Flynn. Spring Erom ließ sie allesamt zum 31. Sieg locker abtropfen und schraubte nebenbei seine Bestmarke um 0,6 Sekunden auf 1:10,4. Ob er im Elitloppet eine Chance hätte? »Sicher nicht«, freute sich Björn Goop wie ein Lausbub über einen geglückten Schabernack, »aber das ist schon eine tolle Sache, dass der alte Mann sich so fantastisch reinhängt. So was hab ich noch nicht erlebt - Hut ab vor Dan Widegren, der mit ihm wirklich einen tollen Job macht!« Der so Gelobte war völlig aus dem Häuschen: »Hat er dieses Match gut verdaut, nehmen wir natürlich das Elitloppet-Ticket an. Das ist Ehrensache und die Krönung einer grandiosen, fast schon beendeten Laufbahn«. Würde es der Braune am 28. Mai tatsächlich ins Finale schaffen, wäre dies sein 100. Start - welch ein Jubiläum!

ERGEBNIS

Samstag, 13.05.2017
Aby / Schweden
Algot Scotts Minne
301.500 Skr - 1609 m - Autostart
FFA

1.Spring EromBjörn Goop1:10,435
2.Quick FixChristoffer Eriksson1:10,574
3.Billy FlynnErik Adielsson1:10,6689
4.Canari MatchÖrjan Kihlström1:10,7100
5.Edward AlePeter Ingves1:10,9185
6.Fire To The RainUlf Ohlsson1:10,9200
7.On Track PiratenJohnny Takter1:11,034
8.Tango NegroKevin Oscarsson1:17,4881
 Magic TonightKenneth Haugstadd.r.117
 Kadett C.D.Kim Eriksson2. d.r.42

Spring Erom - 12j. H. v, Gentle Star a.d. Springflickan v. Prince Mystic
Sieg: 35:10 - Platz: 16 - 21 - 81:10 - Zwilling: 93:10 - Dreierwette: 4.123:10

Cash Crowe - die unbestrittene Königin

Im Mittelpunkt des sportlich überaus hochkarätigen Tages stand die Suche nach dem vierjährigen »Königspaar für ein Jahr«, für das am 28. April hier auf der Bahn im Mölndal in insgesamt neun Qualifikationsläufen die je zwölf Finalisten ermittelt worden waren, die um Rennpreise von jeweils 200.000 Euro stritten.

Der 1983 ins Leben gerufene Drottning Silvias Pokal für die Stuten war eindeutig das Rennen von Cash Crowe die im Vorlauf beim sechsten Start ihre erste Niederlage hatte einstecken müssen und nach einer ausgiebigen Galoppade die Eintrittskarte als Dritte noch so gerade schaffte. Die Platzierung hatte zudem weitreichende Folgen für den Endlauf, den sie von Startplatz »12« angehen musste. Keine Chance für Johnny Takter, mit der von Petri Puro selbst gezüchteten Ready Cash-Tochter auch nur eine halbwegs akzeptable Lage im Mittelfeld zu finden, so dass Takter als Siebter der zweiten Spur zugleich Letzter war.

Quebec C.D. war umgehend vor Ginny Weasley und Inga in Heaven in Front geschmettert und hatte es, da Attacken ausblieben, überhaupt nicht eilig. Was auf den letzten 900 Metern geschah, dürfte selbst Petri Puro, der schon Cracks wie Commander Crowe, Camilla Highness, Fama Currit, D.D.´s Hitman geformt hat, auf diesem Niveau so häufig nicht von einem seiner Schützlinge zu sehen bekommen haben. Weil Takter irgendwann etwas machen musste, gab er dort Cash Crowe in dritter Spur den Kopf frei. Natürlich hatte der Rest bei einer 1500 Meter-Durchgangszeit von 1:14,1 reichlich zuzugeben, so dass die Schwarzbraune erst zu Beginn der Schlusskurve wenigstens an die Seite der Tempomacherin herunterkam.

Die hinter der auf der Lauer liegende Ginny Weasley verhaspelte sich bei dem Höllentempo - private Messungen ergaben für den letzten Kilometer Cash Crowes durch Spur drei stolze 1:09,0 - 350 Meter vor dem Pfosten, zu Beginn der Zielgeraden verabschiedete sich Quebec C.D. im Galopp - nun hatte die Favoritin nur noch den Endspurt von Inga In Heaven zu überstehen, den sie mit einem »Kopf« Vorteil parierte. Sieben Längen zurück führten fast gleichauf Utrecht Rapid und D´Laina den arg gebeutelten Rest, von dem weitere drei Kandidatinnen auf den finalen 300 Metern ausfielen, ins Ziel.

Giant Crowe, die Mutter der nunmehr aus sieben Versuchen sechsfachen Siegerin, deren Konto auf 1.041.880 Kronen regelrecht explodierte, ist eine auf der Rennbahn nie geprüfte Halbschwester des gleichfalls von Petri Puro gezüchteten zweitgewinnreichsten schwedischen Trabers aller Zeiten, Commander Crowe. Trotz des überaus anspruchsvollen Verlaufs markierte Cash Crowe mit 1:12,7 die drittschnellste Siegzeit nach Gisela Ås (1:12,4 / 2013) und Backfire (1:12,6 / 2014). Nach Blues Office (2002, gleichfalls für Petri Puro), Birminghim (2007), Backfire und Ruby Trap (2015) trug sich Takter bereits zum fünften Mal in die Ehrenliste dieses Klassikers ein.

ERGEBNIS

Samstag, 13.05.2017
Aby / Schweden
Drottning Silvias Pokal (Finale)
200.000 € - 2140 m - Autostart
Vierjährige Stuten aller Länder

1.Cash CroweJohnny Takter1:12,721
2.Inga In HeavenBjörn Goop1:12,7146
4.D´LainaClaes Söderström1:13,4294
5.UndineÖrjan Kihlström1:13,5154
6.Luck Is BackStefan Persson1:13,610653
7.Caddie LisieuxKenneth Haugstad1:14,069
11.Utrecht RapidStefan Söderkvist1:13,4801
 Ginny WeasleyChristoffer Erikssond.r.68
 Dixi SisuPer Nordströmd.r.163
 Quebec C.D.Erik Adielssond.r.105
 Nouvelle AvenueRikard Skoglundd.r.1254
 Julia Af SolnäsPeter Untersteinerd.r.503

Cash Crowe - 4j. St. v. Ready Cash a.d. Giant Crowe v. Gigant Neo
Sieg: 21:10 - Platz: 15 - 31 - 90:10 - Zwilling: 145:10 - Dreierwette: 6.102:10

Diamanten zur Krönung

Auf Mutters Spuren, die sich 1992 mit Jim Frick in die Siegerliste des Drottning Silvias Pokal eingeschrieben hatte, wandelte dank einer exzellenten Fahrt Christoffer Erikssons Diamanten. Der sich immer stärker in den Vordergrund schiebende 30-jährige Catchdriver aus Jägersro hatte offensichtlich bei Takter genau aufgepasst, wie man ein solches Ding von der »12« gewinnt, denn auch der Adrian Chip-Sohn aus dem Lot Robert Berghs war lediglich als Vorlauf-Dritter ins Finale gerutscht und hatte dafür die letzte Startnummer verpasst bekommen.

Einiges kam in diesem Rennen als Kopie des Stuten-Rennens daher - einschließlich einer turbulenten Endphase, in der Grant Boko und Valley Brodde im Schlussbogen sowie der innere Zweite National Prince 150 und der in der »Todesspur« hängen gebliebene Favorit Makethemark 80 Meter vor dem Ziel aus dem Rhythmus und damit aus den geldwerten Rängen purzelten. Dabei hatte alles so prächtig ausgesehen für Svante Båth, der als Einziger zwei Finalisten stellte. Johnny Takter rauschte mit National Prince sofort in Front und ließ selbstverständlich Erik Adielsson mit Trainingskumpel Deimos Racing vorbei, als der nach 400 Metern darum bat. Dahinter hatten sich Monark Newmen, Dominion Beach, Handsome Brad, Diamanten und Valley Brodde eingeordnet.

Als äußerer Anführer hielt sich Makethemark merklich zurück und wurde erst näher ans Führungsduo herangeführt, als der direkt hinter ihm ideal verstaute Conrad Lugauer mit Gareth Boko 600 Meter vor dem Ziel in dritter Spur munter wurde. Vorbei kam Lugauer bei nun deutlich auf unter 1:10 anziehender Pace nicht, musste den gesamten Schlussbogen weit außen bleiben und hatte folglich genauso wenig in der Hand wie etwas überraschend Ulf Ohlsson, als es auf die Zielgerade ging. Dort schien Deimos Racing nach dem Svenskt Trav-Kriterium seinen zweiten Gruppe I-Triumph sicher in der Tasche zu haben. Wie beschrieben kam sein Boxen-Nachbar aus dem Takt, kaum dass ihn Takter in den Open Stretch gesteuert hatte, und von hinten schien niemand ernsthaft etwas in petto zu haben - bis Christoffer Eriksson seine Leidenschaft für den Slalom entdeckte.

Hatte er auf der letzten Überseite Diamanten zunächst in Spur drei laviert, so nutzte er im Schlussbogen eine Passage in zweiter Linie, kurvte auf der Zielgeraden um den springenden National Prince herum in den Open Stretch und kämpfte den Tempomacher um einen »Kopf« nieder. Ähnliche »Schlangenlinien« fuhr Fredrik Persson mit Monark Newmen - das reichte eine Länge dahinter knapp zu Rang drei hauchdünn vor Handsome Brad, der weit außen sein Glück versuchte. Und weil auch Grant Boko, durchweg im Sog Gareth Bokos liegend, deutlich mehr drauf hatte als sein Zuchtgefährte, blieb Conni Lugauer mit dem Co-Favoriten lediglich die sechste und kleinste Prämie in einer Prüfung, bei der sechs der elf Kombattanten - Vorlaufsieger Justice Ås musste wegen Lahmheit passen - am Totalisator im zweistelligen Bereich notierten.

Für Diamanten, der auf seinen Trainer Robert Bergh wegen dessen dreitägiger Fahrsperre verzichten musste, war dieser zwölfte Sieg aus 17 Versuchen das bisherige Sahnehäubchen einer Laufbahn, die mit acht Siegen am Stück begonnen hatte. Dann ging es nach Vincennes, wo er mit einem Ehrenplatz, zwei Siegen und rund 950.000 Kronen Gage richtig Kasse gemacht hatte, bevor sich in klitzekleiner Wurm in die tadellose Bilanz einnistete. »Das war wie beim Bingo - ich hatte immer die richtige Idee. Erst lagen wir innen, dann in dritter, dann in zweiter Spur, und als National Prince sprang, lag plötzlich der Open Stretch weit offen einladend da«, kommentierte Eriksson, der »Mann für alle Spuren«. - (mw)

ERGEBNIS

Samstag, 13.05.2017
Aby / Schweden
Konung Gustaf V:s Pokal (Finale)
200.000 € - 2140 m - Autostart
Vierjährige Hengste & Wallache aller Länder

1.DiamantenChristoffer Eriksson1:12,678
2.Deimos RacingErik Adielsson1:12,673
3.Monark NewmenFredrik Persson1:12,784
4.Handsome BradCarl Johan Jepson1:12,7648
5.Gandhi BokoJohan Untersteiner1:12,9120
6.Gareth BokoConrad Lugauer1:13,166
7.Dominion BeachPer Lennartsson1:13,976
8.Valley BroddeÖrjan Kihlström1:14,3455
9.Grant BokoBjörn Goop1:15,2158
 MakethemarkUlf Ohlssond.r.27
 National PrinceJohnny Takterd.r.233
-NS-Justice As   

Diamanten - 4j. H. v. Adrian Chip a.a. Iata Käll v. Ata Star L.
Sieg: 78:10 - Platz: 28 - 28 - 24:10 - Zwilling: 320:10 - Dreierwette: 3.833:10

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