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08. Sep. 2010 · 22:10 Uhr ·

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5. SEP 2010

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Wolvega wieder »auf Touren«

Mit zwei Stakes-Rennen für Dreijährige und den Qualifikationen zur »Kampioenschap der Vierjarigen« zeigte man im »Victoria Park« von Wolvega schon am zweiten Renntag, dass die Bahn wieder »auf Touren« ist.

Der wichtigste Punkt, zumindest wenn man den gemachten Aussagen vertraut, war die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen der »Stichting NDR« und »Cheval Francais« über eine künftige Zusammenarbeit, die Medienberichten zufolge auch zwischen dem HVT und den Franzosen angedacht ist. Präsident Comte Dominique de Bellaigue und General-Sekretär Jacques Chartier waren eigen nach Friesland gereist, um neben NDR-Chef Peter ter Borgh ihre Unterschriften auf einem entsprechenden Dokument zu leisten und dem »Prix Hairos II«, dem ersten Rennen auf niederländischem Boden für in Frankreich gezogene Pferde beizuwohnen.

»Zukunfträchtig« war das Rennen im Ergebnis allerdings nicht, denn der Überraschungssieger Kebby du Bocage (Lieven de Groote), auch hierzulande bestens bekannt, wäre in seinem Geburtsland als Zwölfjähriger gar nicht mehr startberechtigt. Nach langem und hartem Kampf setzte sich der Wallach gegen den erstmals unter der Regie von Peter Strooper antretenden So Lovely Girl durch, der von seinem Trainer betont vorsichtig um den Kurs gebracht und auch im Finish kaum angefasst wurde. Vermutlich sollte der zuletzt in Frankreich stets an Unsicherheiten gescheiterte Kaisy Dream-Sohn erst wieder Vertrauen fassen, was mit dieser Art des Vortrags sicher erreicht wurde. Roland Hülskath kam mit Henk Grifts »zweiter Farbe«, Lys Petteviniere, nach längerer Führung auf den zweiten Platz.

Sportlich war das Rennen ganz sicher nicht das Highlight der Veranstaltung, die in der Präsentation schon ganz anders aussah als noch vor einer Woche. Bild und Ton der Fernseh-Übertragung waren deutlich verbessert, wenn auch noch nicht perfekt, und die Interviews zwischen den Rennen waren informativ, manchmal aber mit wenig »Spielraum« vor die jeweils folgenden Rennen »gequetscht«. Das Bemühen, sich weiter zu verbessern, war jedenfalls bei allen Beteiligten spürbar.

Erstklassige Leistungen boten Holland Vierjährige in den beiden Qualifikationen für die »Kampioenschap«. Besonders »eilig« hatte es im ersten Durchgang der Favorit Zander, mit dem Hugo Langeweg jun. aus dem ersten Bogen heraus an Zizou Am (Stefan Schoonhoven) vorbei an die Spitze stürmte, das Tempo insgesamt recht hoch hielt und in 1:14,8 / 2100 Meter keinen seiner Altersgefährten mehr in seine Nähe kommen ließ. Der als sein Herausforderer betrachtete Zandokan Eden (Frank Westerveld) lag mehr als eine Runde lang im Feld fest, musste beim Aufrücken extrem weite Wege gehen und geriet in der Distanz - beim Kampf um die Plätze mit Zizou AM (15,1) und Zjohnny Cash (15,1 / Sjoukje Wagenaar) kurz vor der Linie von den Beinen.

Dies gab den schon deutlich zurück folgenden Zwinger Bobber (15,4 / Rob de Vlieger), Zarina Cunera (15,4 / Ruud Pools) und Zeus Oldeson (15,6 / Bastiaan Crebas) bessere Platzgelder bzw. im Falle des Letzteren das kaum mehr erwartete Finalticket. Nur mehr ein Schatten besserer Tage ist der »Derby«-Zweite Zizou, den Robin Bakker nicht zum Traben bewegen konnte.

Im 2. Vorlauf war es nicht der Sieger, der am meisten beeindruckte, sondern der mit einer schweren Galoppade beginnende Top-Favorit Zidane (Hugo Langeweg jun.), der etwa 60 Meter Bodenverlust noch einmal wettmachte und sich als Dritter (16,5) noch sicher für den Endlauf qualifizieren konnte. Allerdings bot auch der siegreiche Co-Favorit Zorba Oldeson eine starke Vorstellung, denn Rob de Vlieger musste mit dem Love You-Sohn über weite Strecken ohne »Deckung« durch die Außenspur, löste in der Zielgeraden gleichwohl den überfordert wirkenden »Derby«-Sieger Zoran Lobell (16,7 / Jeroen Engwerda) in der Führung ab und kam gegen die mit Roland Hülskath ihre beste Leistung seit langer Zeit bietende Zabatinitranss R (16,3) in 1:16,0 / 2100 Meter zu keiner Zeit in Gefahr.

Nachdem Zero Sugar in der Gegenseite ausgefallen und Zie Zo Medo gleich im Stall geblieben war, mussten Ziezo Buitenzorg (16,8 / Dion Tesselaar) und Zoon van Minne (16,8 / Mieke van der Meer) lediglich den völlig überforderten Zazu Butcher halten, um das Finale zu erreichen, was beiden Pferden mühelos gelang.

Um jeweils rund 11.000 Euro an Preisgeldern ging es in den nach Geschlechtern getrennten »Talentsprints«, die - wie der Name schon andeutet - über die Meile führten. Roland Hülskath steuerte hier mit Reinier Feelders More Muscles die leichte Favoritin, verschwand mit der Muscles Yankee-Tochter aber nach flottem Beginn schnell in den »Tiefen« des Mittelfeldes, aus denen sich das Gespann nicht mehr wirklich zu befreien wusste. Am Ende sprang für die bisher (abgesehen von der Qualifikation) nur in Deutschland gelaufene Stute nur der fünfte Platz heraus.

Den Sieg holte sich die früh in zweiter Spur agierende Avalon Transs R, die - erstmals seit ihrer Qualifikation Anfang April - von Robin Bakker aufgeboten wurde und sich mit dem jungen Berufsfahrer auf Anhieb verstand. In 1:16,3 / 1609 Meter war die Super Arnie-Tochter der Merwestaal Moerdijk BV von Bob de Bruin zum Schluss gegen die von Thomas Panschow umsichtig um den Kurs gebrachte Norah Leah (16,6) überlegen. Als längste Außenseiterin enthielt Another Wish (16,7 / John de Leeuw) Amarianne Frejo (16,7 / Jolanda van Strien) das dritte Platzgeld knapp vor.

Mit einem beinahe gelungenen »Fluchtversuch« bestimmte Aztec Boko (Kurt Roeges) in der Abteilung der Hengste und Wallache lange Zeit das Geschehen. Der Juliano Star-Sohn führte unterwegs stellenweise mit 20 oder 30 Metern Vorsprung, weil sich im Feld lange niemand zuständig für die Verfolgung fühlte. Dann »erbarmte« sich Rob de Vlieger mit dem häufig stark gelaufenen, aber bei bisher einem Dutzend Starts noch sieglosen Aktie, und der von Incredible Hulk abstammende Sohn der »Derby«-Siegerin Elionora Oldeson nahm sein Herz in beide Hände, kämpfte sich an den Piloten (15,7) heran und kurz vor der Linie in 1:15,6 beinahe noch sicher vorbei.

»Derby«-Trostlauf-Sieger Andri Boko (16,1 / John de Leeuw) eroberte Platz drei vor Alexander Arlo (16,2 / Johannes Bot) und Absyrtus (16,6), mit dem Roland Hülskath eine weitere, kleiner Prämie »einsackte«. Die Ergebnisse aller vier Rennen finden Sie im Bereich »International«.

Zu den Fotos (von oben nach unten): Das erste Rennen für französische Pferde in Wolvega gewinnt der »Veteran« Kebby du Bocage gegen den nicht halb so alten So Lovely Girl; Als Bester seines Jahrgangs erweist sich einmal mehr Zander in einem Vorlauf zur »Kampioenschap der Vierjarigen«; Mit Robin Bakker versteht sich Avalon Transs R auf Anhieb; Nach einem Dutzend vergeblicher Anläufe ist endlich der erste Treffer für Aktie fällig

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