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7. SEP 2010

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Kurznachrichten vom Wochenende

Die ungarische Hauptstadt Budapest, die französische Provinzbahn in Vichy und Mohawk Raceway in Kanada sind die Schauplätze unserer Kurznachrichten des verlängerten Wochenendes.

Mit jeweils zwei Pferden gastierten Hannu Voutilainen und Josef Sparber am Samstag in Budapest, wo der Finne mit Marcello X und Parisienne Blue die eindeutig stärkeren Waffen gegenüber dem Österreicher »eingepackt« hatte, der sich auf Wings Summerland und den schon lange seiner Bestform hinterher laufenden Osman Somolli stützen musste. Der für dortige Verhältnisse stark besetzte Renntag hatte mit Paolo Romanelli und dessen in ihrem jeweiligen Jahrgang zur erweiterten Spitze zählenden Letter from OM und Million Flying weitere prominente Gäste, was angesichts von jeweils 8.500 Euro Siegprämie in den beiden Hauptrennen kein Wunder war.

Ein kleines »Wunder« aber war es zumindest, dass Hannu Voutilainen beide Rennen »abknipste« und dabei jeweils die starken Italiener hinter sich lassen konnte. Im »Joszef Marschalls Emlekverseny« (ca. 14.700 Euro / 1800 Meter) war er mit Marcello X am schnellsten flott, ließ aber bereits Mitte des ersten Bogens Like A Virgin (Veli-Pekka Toivanen) passieren. Der wurde beizeiten von Letter from OM bedrängt, hinter der Cash Hammering (Milan Zan) ein ideales Rennen vorfand. Trotzdem musste der Ex-Schützling von Gerhard Biendl Ende der Gegenseite, als sich das Tempo erheblich verschärfte, abreißen lassen, so dass Marcello X die Innenkante verlassen und hinter der Italienerin noch einmal aufpullen konnte.

Um die letzte Ecke machte Voutilainen mit dem SJ´s Photo-Sohn der Familie Ortner ernst, attackierte die beiden vorderen Pferde hartnäckig und kam bis zum Pfosten in 1:15,4 noch in einen leichten Vorteil gegen die Angus Hall-Tochter, die vor zwei Jahren u.a. den »Gran Premio Italia« und ihren »Derby«-Vorlauf gewann. Der Toto zahlte auf den Sieg des Deutschen stolze 181:10.

Zwei Rennen später hieß der Einlauf im »96. Hungaria Dij«, einer Handicap-Prüfung über 2560 Meter Grunddistanz, erneut Voutilainen vor Romanelli, doch zählte Johann Holzapfels vierjährige Parisienne Blue nach dem 1:16,6 / 2500 Meter Sieg aus Berlin zum Favoriten-Trio. Die aus dem ersten Zulagenband gestartete Super Arnie-Tochter hatte die zusätzlichen Meter schnell aufgeholt, und Voutilainen ließ die Stute in zweiter Spur schnell zur Spitze aufschließen.

Ungeachtet dieses Rennens in der »Todesspur« übernahm die 38:10-Mitfavoritin zu Beginn der Zielgeraden das Kommando und stand die Schlussattacke von Million Flying (17,3 / Paolo Romanelli) in 1:17,1 / 2605 Meter locker aus. Sepp Sparber kam mit Osman Somolli (17,4), der weitere 15 Meter aufzuholen hatte, auf Platz drei, was ihm rund 1.900 Euro einbrachte.

Zu den Foto: Doppelsieg für Hannu Voutilainen in Ungarn, wo er Marcello X oben leicht und Parisienne Blue sicher zum Erfolg führt

Am gleichen Tag war mit Gerhard Biendl ein weiterer bayerischer Trainer in Frankreich unterwegs, hatte Quel Pin in dem mit 40.000 Euro dotierten und bei 285.000 Euro »Einkommen geschlossenen »Prix de Moissat« in Vichy angegeben. Der Wallach hatte sich im Verlauf des Wettgeschäfts als 28:10-Favorit heraus geschält, und Biendl gedachte mit einer frühen Offensive, sich dieses Vertrauens auch würdig zu erweisen.

Allerdings hatte der Weg an die Spitze einiges gekostet, und das rächte sich in der Distanz, als der Look de Star-Sohn eigentlich schon in Sicherheit zu sein schien. Einem ungewöhnlich engagierten Finish von Mickael Cormy, der den prinzipiell schon abgewiesenen Plastic auf den letzten 100 Metern mit dem ganzen Körper an den Piloten heran und kurz vor der Linie auch vorbei »catchte«, stand der dem Österreicher Klaus Frisch gehörende Sechsjährige letztlich machtlos gegenüber.

Wer am Bildschirm den Eindruck gewann, Biendl habe sich nicht genügend bemüht, um die Niederlage abzuwenden, dem sei gesagt, dass Quel Pin auf »Unterstützung« mit der Peitsche überhaupt nicht zu reagieren pflegt. 10.000 Euro Preisgeld waren für den Wallach auch so noch eine ordentliche Reisevergütung.

Zum Foto: Quel Pin und Gerhard Biendl wurden in Vichy kurz vor dem Ziel gestellt

Nach keineswegs optimal verlaufener Saison holte sich Jimmy Takters Costa Rica in der Nacht zum Dienstag auf Mohawk Raceway den Löwenanteil von 239.786 CA$ in den »Simcoe Stakes« für dreijährige Stuten. Mitfavoritin und Jahrgangs-As Poof Shes Gone (Dave Miller) hatte sich von Position »7« hinter dem Auto die Führung gesichert und durfte sogar volle 30 Sekunde (=1:14,6) auf den zweiten »quarter« verschwenden.

Natürlich konnte Ron Pierce da nicht lange zuschauen und schickte Costa Rica, die weder das Finale des »Delvin Miller Memorial« noch der »Hambletonian Oaks« erreicht hatte, seither aber das »Helen Smith«-Finale in Freehold und einen »Late Closer« auf der gleichen Piste gewonnen hatte, aus vierter Position nach vorn. Ab der 1200 Meter-Markierung verstärkte die Muscles Yankee-Tochter permanent den Druck, und in der Geraden war »Poof« in dem Tat schnelle »Gone«.

Costa Rica zog nach vorn, musste von ihrem Fahrer aber bis zur Linie in Schwung gehalten werden, um in 1:11,2 eine gut aussehende Schlussattacke der zeitgleichen Bramalea Hanover (Stephen Condren) mit einer halben Länge abzuweisen. Die immer im engsten Vordertreffen agierende Außenseiterin Wilsonator (11,5 / Sylvain Filion) war für Platz drei gegen die praktisch gleichauf endenden Random Destiny (11,6 / Riina Rekila) und Christiana Hanover (11,6 / Luc Ouellette) ungefährdet.

»Optisch macht sie kaum etwas her, aber sie hat ein einmaliges Kämpferherz und gibt immer 110 %. Das ist auch der Grund, warum sie schon soviel Geld gewonnen hat, obwohl Jimmy zu Saisonbeginn einige Schwierigkeiten zu überwinden hatte. Ihre Halsprobleme haben uns viel gekostet, und sie ist immer noch nicht auf hundert Prozent«, lobte Ron Pierce seine Partnerin, die nun mit aktuell 1.227.522 Dollar notiert wird und nach wie vor für Christina Takter sowie John und Jim Fielding läuft.

Zum Foto: Dritter Besuch in Folge im »winner-circle« für Costa Rica und Ron Pierce in den »Simcoe Stakes« auf Mohawk Raceway

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