18. Aug. 2018 · 05:52 Uhr ·

Heute keine Veranstaltungen in Deutschland!

Suche nach Leistungsdaten:

Newsflash-Volltextsuche:

Startseite

News-Flash

17. AUG 2018

| FRANKREICH |       | DRUCKVERSION |       | News-Flash als RSS-Feed |

Adieu Enghien - mit Zaunis Big Point

Die letzten beiden Renntage des Sommermeetings 2018 in Enghien wird man in Deutschland wohl rot im Kalender markieren. Nachdem am Dienstag Classic Connection und Orlando Jet für schwarz-rot-goldene Farben gepunktet hatten, gab am Donnerstag-Nachmittag in einem Trabreiten Ronja Walter mit Zauni dem alten Sprichwort neue Nahrung, dass aller guten Dinge drei seien. So viel Erfolg im Kernland des europäischen Trabrennsports binnen kurzer Zeit war selten.

Für die deutsche Monté-Championesse hat sich der Kurztrip über den Rhein zu hundert Prozent gelohnt, hatte sie doch tags zuvor in La Capelle mit Cees Kammingas Napa Valley nach einem ausgefuchsten Ritt aus der vorderen Deckung auf der Zielgeraden zugeschlagen und dem 17:10-Favoriten-Duo Ciroco d´Auvillier / Adrien Lamy nach langer Gegenwehr letztlich sicher mit einer Länge das Nachsehen gegeben. Nach 1:15,7 / 2750m klapperten 9.900 Euro in der Kasse des Derby-Auktionsrennen-Siegers 2014.

Dies war »Mademoiselle Walters« zweiter Frankreich-Streich, und der dritte sollte sogleich in Enghien folgen, womit sie in diesem Jahr genau die Hälfte ihrer französischen Engagements in Siege umgemünzt hat. Eine Bilanz, die dort alles andere denn alltäglich ist und ihr mehr und mehr Respekt von Fachleuten und Fans verschafft.

Auch mit ihrem neuen Paradepferd, das seit dem Wechsel von Steen Juul zu ihrem Vater Manfred Walter praktisch nur noch unterm Sattel auf Achse ist und gerade erst das Derby-Monté zu Berlin auf seine Kappe gebracht hat, war die 23jährige im »Prix de la Porte d’Orléans«, dem einzigen Course Européenne der Karte, sofort bei der vorderen Musik. Den größten Teil der zwei Runden für Fünf- und Sechsjährige, die keine 95.000 Euro verdient hatte, verbrachte der St-Leger-Sieger von 2015, der seinen inzwischen bei Jean-Michel Bazire gelandeten einstigen Dreijährigen-Kontrahenten Dreambreaker durch Galopp im ersten Bogen früh verloren hatte, in der Todesspur.

Diese Lage schien sich nicht zu bessern, als der schwach gestartete Favorit Deep Impact sich auf der zweiten Runde schwungvoll auf den weiten Weg nach vorn machte und 1000 Meter vorm Ziel die Nase in Front steckte. Bevor Alexandre Abrivard den Hagoort-Schützling in die Innenspur dirigieren konnte, schoss Zauni innen durch, knöpfte dem überrumpelten Herausforderer ab dem Schlussbogen drei Längen ab und verteidigte sie auf der ewig währenden Zielgeraden unter einigen Aufmunterungen zäh. Näher als auf 1½ Längen kam der Favorit nicht mehr heran, womit der Quite Easy-Sohn der Herren Freitag und Tamaschke auf den 17. Sieg und mit 18.900 Euro auf die höchste Beute seiner Laufbahn hoffen durfte.

Gewonnen ist in Frankreich bekanntlich erst, wenn die Rennrichter bezüglich der Gangart auf der Zielgeraden ihren Segen geben, und die sind auf den größeren Bahnen wie Enghien besonders pingelig. Die »Enquête«-Entscheidung gegen Zauni (Titelfoto: © traberfoto-sx.de) und Deep Impact ließ rund fünf Minuten auf sich warten: Zaunis Aktion befanden sie im Rahmen des Erlaubten, wogegen sein Quälgeist im Nachgang die rote Karte sah.

Zehn Siege aus 13 Versuchen - alles unter Ronja Walters Sattel - und 65.500 Euro Bares stehen nun allein aus dieser Saison für den Braunen zu Buche.

© 2018 by www.trabtipp.de