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17. DEZ 2018

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Critérium des 3 Ans: Der Typ vom anderen Stern

(nn) - Vincennes, Sonntag, 16. Dezember. Das »Critérium des 3 Ans«, wie stets die erste Prüfung der Kategorie I im Winter-Meeting und so etwas wie das französische Derby der Dreijährigen, wurde zumindest für Trainer Sébastien Guarato und die Wetter, die den von ihm vorbereiteten Face Time Bourbon mit 14 für 10 glasklar wie selten zuvor einen Kandidaten auf den Favoritenschild gehoben hatten, den hochgesteckten Erwartungen vollauf gerecht.

»Keine Bange - er wird in Top-Verfassung sein«, hatte der 46-Jährige über jenes Pferd verkündet, das im Gegensatz zu bewährten Fachkräften wie Bold Eagle, Valko Jenilat, Carat Williams, Eridan und Ecu Pierji, um deren Form es durchweg nicht zum Besten steht, die Fahne des Stalles kerzengerade hochhält. Nach dem leichten Zug durch den Prix Abel Bassigny am 12. November hatte er dem Ready Cash-Sohn, der wie Readly Express im Gegensatz zu vielen anderen nervigen Nachkommen seinens Vaters mit einer Bierruhe gesegnet ist, bewusst den von Feliciano in spektakulärer Manier gewonnenen Prix Jacques de Vauloge als letzte Generalprobe erspart, um ihn für dieses Critérium richtig scharf zu haben - und fuhr damit goldrichtig.

Frisch rasiert (geschoren), worauf einige Trainer schwören, um ein paar Zehntelsekunden herauszuholen, und mit seinem Standardfahrer Björn Goop unterwegs, der sich in Frankreich längst einen vorzüglichen Namen gemacht hat, stand der Braune aus dem Gestüt Haras Saint Martin des Hamburger Geschäftsmannes Rainer Engelke turmhoch über einer Konkurrenz, aus der sich Fun Quick, Faithful und Falcao de Laurma frühzeitig eliminierten und die mit dem Fehlstart zunehmend giftiger werdende Fly With Us als Anführerin im Bogen von Joinville ausfiel.

Damit war der schöne Matchplan der beiden Allaire-Schützlinge frühzeitig Makulatur, durch einen Tempolauf Face Time Bourbon vielleicht den Siegzahn ziehen zu können. Von seiner Trainingskameradin erbte Feliciano den Sitz an der Sonne, hinter dem sich Björn Goop zügig vor Fric du Chêne, Fighter Smart und File Gin breit gemacht hatten. Nach hinten versetzt tankte sich Fend la Bise als Erste durch die zweite Spur mit Favorite Fligny, Folelli, Fanina des Racques und Fabriz du Gîte als Anhängseln. Bevor die immens zuverlässige Stute Franck Annes ihn einbauen konnte, schritt Goop zur Tat. Zu Beginn des Anstiegs Face Time Bourbon nach außen dirigieren und zügig an die Spitze beordern war eine fließende Bewegung, bei der ihm Franck Nivard keinen Stein in den Weg legte. Fend la Bise pfiff damit erneut der äußere Fahrtwind um die Nase, und noch weiter außen machte Folelli, die Championesse im Critérium des Jeunes, mit Fakir du Lorault und Favorite Fligny im Gepäck mobil.

Bei Face Time Bourbon hinterließ all das gar keinen Eindruck. Unverzagt zog der Braune der italienischen Scuderia Bivans seinen Stiefel durch, schüttelte den vermeintlichen Herausforderer Feliciano an der letzten Ecke ab wie eine lästige Fliege und markierte überlegen vier Längen voraus seinen neunten Treffer aus acht Versuchen, als wäre all das auf der klebrigen Bahn ein Kinderspiel.

Dahinter schlug die Stunde der Außenseiter, denn alles, was unterwegs etwas mehr zur Programmgestaltung beigetragen hatte wie Feliciano, der gerade so die kleinste Prämie erwischte, Fend la Bise und Folelli, die sogar komplett aus den honorierten Rängen purzelten, war im entscheidenden Moment schachmatt. Umso besser klappte es aus der Deckung für Favorite Fligny, die erst zweimal auf Gruppe III-Niveau aktiv gewesen war und ihrem 25 Jahre jungen Steuermann Sylvain Dieudonné bei dessen Premiere in der Gruppe I mit dem Ehrenplatz ein unvergessliches Erlebnis bescherte. Eine Länge zurück war Fanina des Racques ein Fitzelchen stärker als Fakir du Lorault, 2½ Längen später war Fighter Smart, der unerwartete Sieger des Prix Albert Viel, am Ziel.

Nach 1:14,4, die wie im Vorjahr für Erminig d´Oliverie notiert wurde, steht Face Time Bourbon mit den späteren Amérique-Siegern Késaco Phédo, Ready Cash, Bold Eagle sowie Multimillionär und 1:12,6-Rennrekordler Timoko in einer Siegerliste. Der Stil verheißt seinem Umfeld rosige Aussichten, obwohl sein Konto erst bei 327.150 Euro angekommen ist.

Sebastien Guarato, der dieses Critérium bereits 2013 mit Aladin d´Ecajeul und 2014 mit Bold Eagle gewonnen hat, fiel ein kleiner Stein vom Herzen: »Das hat ihn eher nicht angestrengt, denn wirklich gefordert war er nur auf den finalen 500 Metern - und hat das Feld sofort in zwei Abteilungen gesprengt. Die eine bestand aus ihm, die andere aus dem Rest. Er ist in etwa so stark wie Bold Eagle zu diesem Zeitpunkt, und ich hoffe, ihm steht eine ähnliche Karriere bevor. Ich hätte nicht erwartet, so rasch einen solchen Crack an die Hand zu bekommen. Er ist sehr viel besser zu handhaben als Boldie. Wenn man ihn so wie heute im schlanken Gang gewinnen sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass er auf absehbare Zeit in seinem Jahrgang bezwungen wird.«

»Ein riesiges Gefühl, ein echter Meilenstein, eines dieser Kriterien zu gewinnen. Sie sind vergleichbar mit unserem Derby«, strahlte Björn Goop von einem Ohr zum anderen. Und weil der zweite Schwede, der dieses seit 1924 auf der Agenda stehende Dreijährigen-Kriterium gewann - Vorreiter war 1994 Ulf Nordin mit Destin de Busset -, gerade so richtig in Schwung war, kreuzte er anschließend auch noch mit Elégante Délo (342:10, für Trainer Alain Rogier) und Florence Bourbon (42:10, für Guarato und Rainer Engelke) im Winner Circle auf und steht in Frankreich heuer mit 35 Erfolgen aus 270 Fahrten blendend zu Buche.

Wenn es noch einer Bestätigung der überragenden Vererberkraft Ready Cashs bedurft hätte, so liefert sie ein Blick in die Annalen dieses Critériums. Er selbst dominierte 2008 mit Bernard Piton, stellte 2014 mit dem zu seinem zweiten Jahrgang zählenden Bold Eagle seinen ersten Sieger, 2015 mit Charly du Noyer den zweiten, nun den dritten und wandelt damit auf den Spuren des legendären Kerjacques. Dessen Kinder waren 1966, 1967, 1970, 1975 und 1978 ganz vorn.

ERGEBNIS

Sonntag, 16.12.2018
Vincennes / Frankreich
Critérium des 3 Ans
240.000 € - 2700 m - Bänderstart
Gruppe I - Dreijährige Stuten und Hengste - Startzeit: 15:15 Uhr

1.Face Time BourbonBjörn Goop1:14,414
2.Favorite FlignySylvain Dieudonne1:14,7330
3.Fanina des RacquesFranck Nivard1:14,8520
4.Fakir du LoraultFrancois Lecanu1:14,8760
5.Fighter SmartMathieu Mottier1:15,0670
6.Fric du CheneGabriele Gelormini1:15,0400
7.FelicanoEric Raffin1:15,257
8.Fend la BiseFrank Anne1:15,4460
9.File GinGuillermo Roig-Balaguer1:15,61.670
10.FolelliAlexandre Abrivard1:16,0440
11.Fabriz du GiteFranck Ouvrie1:16,61.250
 Fun QuickPierre Vercruyssed. r.800
 FaithfulMatthieu Abrivardd. r.290
 Falcao de LaurmaAnthony Barrierd. r.260
 Fly With UsYoann Lebourgeoisd. bl.110
-NS-Fresneaux   

Face Time Bourbon - 3j. H. v. Ready Cash a. d. Vita Bourbon v. Love You
Sieg: 14:10 - Platz: 13 - 40 - 53:10 - ZW: 203:10 - Trio: 2.315:10
Wert: 108.000 €, 60.000 €, 33.600 €, 19.200 €, 12.000 €, 4.800 €, 2.400 € - Richterspruch: überlegen, 4 - 1 - K - 2½ - ¾ - 2 Längen

Spielverderber Balbir

Es sollte die Krönung einer bislang großartigen Saison mit u.a. drei Etappensiegen beim GNT und dem Ehrenplatz in dessen Finale werden und wurde zum totalen Fiasko. Dabei sah es unterwegs ganz danach aus, als solle Ceylan Dairpet den »Prix de Châteaudun« beherrschen, wie er wollte. Tony Le Beller brachte den Wallach zügig ab, klemmte sich kurz nachdem Day or Night In, seine Lokomotive durch die Außenspur, sich mit Beginn der Tribünengeraden den Taktstock von Bolide Jénilou geholt hatte, selbst auf die Kommandobrücke und stiefelte in bestechender Manier wie ein Major drei, vier Längen einsam und allein vor dem Feld einher.

Hatte Le Beller die Kräfte seines Wallachs komplett überschätzt? 600 Meter vorm Ziel waren die Verfolger dran, wurde insbesondere der zuvor an dritter Stelle innen hinter Day or Night In Kräfte sparende Balbir immer frecher und setzte dem nun gar nicht mehr souverän wirkenden 19:10-Favoriten kräftig die Daumenschrauben an. Eingangs der Zielgeraden war der für den Sieg Geschichte, wehrte sich um bessere Gelder zwar mit Klauen und Zähnen und musste doch mitansehen, wie auch der mit viel Speed bis auf eine knappe Länge an Balbir heranflitzenden Bolide Jénilou, Carabinieri und Valko Jenilat als Bester des Zulagenbandes grußlos an ihm vorbei flanierten.

Für Mickaël Cormys Schützling, der selten auf diesem Niveau aktiv ist und bislang einen Etappensieg beim GNT 2016 als höchstes der Gefühle auf der Visitenkarte stehen hat, war dieser 27. Volltreffer aus 58 Starts der wertvollste seiner Karriere, die ihn zu 605.260 Euro Einkommen geführt hat.

Die beiden Sattelspezialisten Bilibili, dessen Hauptaugenmerk dem Prix de Cornulier gilt, und Arlington Dream trieben sich, rundum beschlagen, ob ihrer 25 Meter Zulage durchweg im Hintertreffen herum, wo Bilibili zu Beginn des Einlaufs im Galopp ausfiel.

ERGEBNIS

Sonntag, 16.12.2018
Vincennes / Frankreich
Prix de Chateaudun / Prix Jean Dumouch
115.000 € - 2850 m - Bänderstart
Gruppe III - Course Européenne - Startzeit 15:45 Uhr

1.BalbirMickael Cormy1:14,0300
2.Bolide JenilouAntony Barrier1:14,1490
3.CarabinieriFranck Nivard1:14,130
4.Valko JenilatEric Raffin1:13,5140
5.Ceylan DairpetTony Le Beller1:14,219
6.Clif du PommereuxDamien Bonne1:14,2290
7.Day or Night InJohan Untersteiner1:14,392
8.Cantin de l`EclairBjörn Goop1:14,5270
9.Bahia QuesnotGabriele Gelormini1:14,6880
10.Arlington DreamYoann Lebourgeois1:14,1550
 BilibiliLaurent-Claude Abrivardd. r.1.330

>b>Balbir - 7j. W. v. Ganymede a. d. Manzir v. Lutin d`Isigny
Sieg: 300:10 - Platz: 42 - 55 - 19:10 - ZW: 985:10 - Trio: 1.672:10
Wert: 51.750 €, 28.750 €, 16.100 €, 9.200 €, 5.750 €, 2.300 €, 1.150 € - Richterspruch: sicher, ¾ - ¾ - ½ - H - K - 1½ Längen


Der lediglich dreimal engagierte Jean-Michel Bazire baute durch den Treffer mit dem Dänen Valokaja Hindo seinen Vorsprung im wohl entschiedenen Kampf ums französische Fahrerchampionat auf 25 Zähler aus, weil Yoann Lebourgeois bei sechs Versuchen im Sulky als beste Resultate lediglich zwei Ehrenplätze gelangen. 255 zu 230 lautet der Spielstand einen halben Monat vor Ultimo.

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